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Orion

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Abkürzung:
Ori
Deutscher Name:
Orion
Koordinaten
vgl. Sterndaten

Besonderheiten:

Allgemeines:

Ein Sternbild im Äquatorialbereich des Himmels, das zugleich der Namensgeber einer Sternbildfamilie ist und mit Sicherheit zu den bekanntesten Sternbilder zu zählen ist. Es erstreckt sich von RA=4h 40m bis RA=6h 20m und DECL=+23 Grad zu DECL=+8 Grad.
In mancherlei Hinsicht ähnelt dieses Sternbild einer schiefen Sanduhr. Im Winter ist der Orion ein prachtvolles Sternbild, das man leicht anhand der drei hellen Sterne, die den Gürtel des Jägers darstellen sollen, ausfindig machen kann (diese Sterne werden manchmal auch Jakobsleiter oder Jabobsstab genannt). Die Gürtelsterne weisen die Richtung zu Sirius, dem hellsten Stern im Sternbild des Großen Hundes Canis Major, südöstlich vom Orion.
Von diesem Gürtel hängt ein gut sichtbarer Dolch, der wegen eines der berühmtesten Nebel am Himmel bekannt ist: Der Große Orion Nebel (M42).
Der Orion liegt so nahe an der Milchstraße, daß diese Region auch für schwächere Fernrohre und Ferngläser hochinteressant ist.
Zusätzlich zu den oben genannten Daten ist eine Sternenkarte vorhanden, um die Sterne zu lokalisieren.

Sterne und andere Objekte

Der Schulterstern alpha Ori, Beteigeuze, ist ein veränderlicher roter Überriese; seine Helligkeit variiert willkürlich von 0.4 bis 1.3 Magnituden. Damit reiht er sich unter die 20 hellsten Sterne am Himmel ein. Während seiner Pulsationen verändert sich der Durchmesser des Sternes und schwankt zwischen dem 300- und 400-fachen des Durchmessers unserer Sonne. Der Name Beteigeuze geht auf einen Schreibfehler zurück. Ursprünglich hiess der Stern iad el jauza: Hand des Riesen.
Das Bein des Jägers, beta Ori, Rigel (arab.: der Fuß), ist ein blau-weißer Überriese mit einer Helligkeit von 0.08 mag. Dies macht ihn zu dem sechsthellsten Stern am Himmel und dem hellsten im Sternbild Orion. Bereits mit Teleskopen der mittleren Leistungsklasse ist es möglich, den Begleiter, einen Stern 7. Größe, von Rigel zu unterschieden (kleinere Fernrohre werden möglicherweise bei der Auflösung des Begleiters wegen des hellen Glanzes von Rigel Schwierigkeiten haben).
Dieses Sternbild bietet eine Reihe von weiteren interessanten Doppelsternen an:
Für Ferngläser und kleinere Teleskope sind die nachfolgenden Sterne gut beobachtbar:

  • delta Ori, auch Mintaka (arab.: oberes Ende des Gürtels), ein blau-weißer Stern von 2.2 mag mit einen Begleiter 7. Größe.
  • iota Ori, ein Stern dritter und ein Stern siebenter Größe bilden ein ungleiches Paar; im gleichen Umfeld findet man
  • Struve 747 ein weites Doppel - ein Paar von 5. und 6. Größe
  • lamba Ori, ein enges Paar aus Sternen 4. und 6. Größe
  • sigma Ori ist ein atemberaubendes Mehrfachsternsystem; in einem Fernglas entpuppt sich diese blau-weiße Stern als ein Doppel aus einem Stern 4. Größe mit einem Begleiter 7. Größe; verwendet man ein kleines Teleskop kann man zwei weitere, dichtere Begleiter von 7. Größe und 10. Größe auflösen. Diese Sterne sind so angeordnet, daß man den Eindruck gewinnt, es handele sich um einen Planeten, der von Monden umgeben ist.
  • Wählt man die Auflösung nicht zu hoch kann man im gleichen Umfeld von sigma Ori den Dreifachstern Struve 761 sehen. Er besteht auch einem Dreieck von Sternen der 9. und 10. Größe. Zusammen mit sigma Ori ergibt sich der Anblick eines herrlichen, dichtbesetzten Grüppchens.
  • NGC 1981, ein kleiner Sternhaufen mit 10 Sternen, zu denen auch der Doppelstern Struve 750 gehört - ein Paar bestehend aus einem Stern 6. Größe und einem Stern 8. Größe.
    Das Mehrfachsternsystem theta1 Ori, der nördliche Stern des Dolches des Jägers wird auch das Trapez genannt; dieses System befindet sich im Zentrum des Orion Nebels und hat sich aus dem Gas des Nebels entwickelt, der nun durch ihr Licht leutet. Kleinere Teleskope ab 5 cm zeigen vier, rechtwinklig angeordnete Sterne, deren Helligkeit von 5 mag bis 8 mag reicht. Fernrohre mit einer Apertur um die 10 cm zeigen zwei weitere Sterne 11. Größe in dieser Gruppe.
    Gleich daneben liegt theta2 Ori, ein Paar bestehend aus einem Stern 5. Größe sowie einem Stern 6. Größe.
    Um den engen Doppelstern zeta Ori (Alnitak) in seine Bestandteile, einen hellen Stern von 2.02 Magnituden und einen Begleiter 4. Größe, aufzulösen, werden Fernrohre mit einer Apertur von mindestens 75mm sowie ein hohes Auflösungsvermögen benötigt. Desweiteren gibt es noch einen entfernteren Begleiter 10. Größe.
    Eta Ori ist ein schwer aufzulösendes Paar. Man benötigt schon Fernrohre mit einer Apertur von 10cm oder höher, um die beiden Sterne 4. und 5. Größe zu trennen.
    Das Sternbild des Orion wurde für seinen Nebel hochberühmt. Die Messier Datenbank enthält detailierte Informationen über den Großen Orion Nebel M 42 und M 43, den DeMairan Nebel, der strenggenommen ein Teil des Orion Nebels ist.
    Jedes Jahr erreicht um den 21. Oktober der bekannte Meteorschauer der Orioniden seinen Höhepunkt. Aus der Richtung des Sternbildes der Zwillinge kommend kann man bis zu 20 Meteore beobachten. Weitere Informationen über diesen Meteorschauer und den der Chi Orioniden, der Anfang bis Mitte Dezember aktiv ist, kann man in den Seiten von Gary Kronk finden. (Leser in den Staaten sollten sich vielleicht an das Original halten).

    Mythologischer Hintergrund:

    Laut der griechischen Mythologie starb Orion als er von einem Skorpion gestochen worden ist. Er wurde so an den Himmel versetzt, daß er im Westen untergeht, wenn sein Mörder, der Scorpius, im Osten aufgeht.
    Gefolgt von seinem beiden Hunden kämpft er nun gegen den Stier. Laut Secrets of the Night Sky (Bob Berman, William Morrow &Co, 1995) sahen die Sumerer in diesem Sternmuster keinen Jäger, sondern ein Schaf.



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    C. Kronberg --- 28.12.2005 --- smil@agleia.de