X. Sternkreiszeichen
Besonderheiten:
Allgemein:
Ein Sternbild der südlichen Hemisphäre. Capricorn erstreckt
sich von RA=20h 10m bis RA=22h und von DECL=-9 Grad bis DECL=-27 Grad (grob
ausgedrückt). Es gehört zu der
Sternbild Familie des Zodiak..
Die Sonne wandert auf ihrer jährlichen Bahn von Ende Januar bis Mitte
Februar durch Capricorn. In alter Zeit befand sich die Sonne zur Zeit
der Wintersonnenwende in diesem Sternbild. Aufgrund der Präzession der
Erdachse befindet sich die Sonne heutzutage im benachbarten Sternbild des
Schützen, Sagittarius.
Der Breitengrad der Erde, über sich dem Capricorn genau senkrecht
über dem Beobachter befindet, wird auch heute noch Wendekreis des
Steinbocks genannt.
Die anderen Sternbilder, die an Capricornus grenzen, sind
Microscopium und
Piscis Austrinus im
Süden, Aquarius im
Osten und Norden und Aquila
an der nord-westlichen Grenze.
Sterne und andere Objekte
Das Doppel alpha Cap, bekannt als Algedi (arabisch:
'Ziege' oder 'Steinbock'), besteht aus einem G3 Überriesen von 4.24
Magnituden und einem G8 Riesen von 3.57 Magnituden Helligkeit. Man kann sie
leicht auch ohne optische Hilfsmittel ausmachen. Die beiden Sterne besitzen
keine physikalische Bindung aneinander; sie erscheinen nur als ein Doppelstern.
Beobachtet man dieses Paar durch ein kleines Teleskop zeigt sich, daß
beide Sterne ihrerseits wieder Doppelsterne sind: alpha 1 Cap besitzt
einen Begleiter 9. Größe und alpha 2 Cap zeigt sich mit einem
Begleiter 11. Größe.
Ein gutes Objekt für Ferngläsern ist beta Cap, auch
Dabih genannt. Der F8 Hauptreihenstern von dritter Größe
besitzt einen Begleiter (Spektratyp A0) sechster Größe.
Der Kugelsternhaufen M 30 (NGC 7099)
läßt sich leicht mit kleinen Fernrohren beobachten. Dennoch ist es schwierig,
einzelne Sterne in diesem Sternhaufen 7. Größe zu trennen.
Mit dieser Himmelsregion werden eine Anzahl von Meteorschauer assoziiert:
Der Meteorschauer
Alpha Capricorniden
ist verhältnismäßig lange aktiv. Die Meteore fallen vom 15.
Juli bis zum 11. September. Das Maximum der Schaueraktivität taucht mit
6 bis 14 Meteoren pro Stunde um den 1, August auf. Die Meteore sind dafür
bekannt, daß sie langsam und manche von ihnen sehr hell (bis 2 Magnituden)
sind.
Die Chi Capricorniden
gehören zu den Meteorschauern, die am Tage fallen. Der Schauer dauert vom
29. Januar bis zum 28. Februar; das Maximum findet am 13. Februar statt.
Ein weiterer Tageslichtschauer sind die
Capricorniden-Sagittariiden.
Dieser Schauer dauert vom 13. Januar bis zum 28. Februar. Zwischen dem 30.
Januar und dem 3. Februar erreicht dieser Strom sein Maximum.
Die Sigma Capricorniden
und die Tau Capricorniden
zählen zu den kleineren Meteorschauern. Für Einzelheiten wende man
sich an Gary Kronk's Datensammlung zu Meteorschauern.
Mythologischer Hintergrund:
Laut Eratosthenes von Kyrene (284 - 202 B.C.; vgl. seine Catasterismi)
repräsentiert dieses Sternbild den Sohn des Aegipan. Er lebte bei Zeus auf
dem Berg Ida auf Kreta und begleitete Zeus gegen die Titanen. Auf diesem Zug
fand er die Seehörner, Conchas, und lehrte seine Begleiter den Umgang
mit diesen. Als sie auf ihre Feinde, die Titanen, trafen, bliesen auf diesen
Hörnern anstatt normale Trompeten zu benutzen. Als die Titanen diese Töne
hörten, ergriffen sie die Flucht. Um ihn zu ehren, gab Zeus ihm einen Platz
unter den Sternen und wählte dabei die Form halb Bock halb Fisch, als Zeichen,
daß er die Seehörner gefunden hatte.
Hygenus (er lebte zur Zeit des Kaisers Augustus) erzählt in seinen
poeticum astronomicum II.c.28 eine andere Geschichte. Seiner Ansicht nach
repräsentierte dieses Sternbild Pan. Als Pan vor Thyphaon nach Ägypten
floh, verwandelte er sich in dieses Tier und verbarg sich im Nil. Zeus gefiel
diese Idee so sehr, daß er einen Platz unter den Sternen erschuf, um
daran zu erinnern.