XI. Sternkreiszeichen
Besonderheiten:
Allgemein:
Eines der Sternbilder der Zodiak
Sternbild Familie. Die Sonne durchquert dieses Sternbild von Mitte Februar
bis Mitte März.
Aquarius erstreckt sich von Himmelsäquator in die südliche
Hemisphäre: von RA=20h40m bis RA=0h bzw. DECL=3 Grad bis DECL=-24 Grad.
Es wird von Pegasus
Equuleus und
Delphinus an der Nordgrenze
Aquila im Westen,
Capricornus an der
Süd-West Grenze, Piscis
Austrinus und
Sculptor im Süden,
Cetus im Osten und
schließlich Pisces an der
nord-östlichen Grenze umgeben.
Die Sterne gamma Aqr (auch Sadachbia genannt), eta
Aqr, zeta Aqr und pi Aqr bilden einen kleinen, für
dieses Sternbild charakteristischen
Asterismus in Form eines Y. Man stellt
sich vor, daß er den Wasserbehälter des Aquarius darstellt.
Sterne und andere Objekte
Das Doppel zeta Aqr besteht aus einem engen Paar von F Sternen (F6IV
und F3V). Beide Komponenten weisen mit 4.59 bzw. 4.42 Magnituden beinahe die
gleiche Helligkeit auf. Um die Sterne zu trennen, benötigt man ein Teleskop
mit einer Apertur von mindestens 75mm.
Auch das Paar a 15176 ist eng. Die beiden Sterne umkreisen einander alle
71 Jahre. Mit einem Fernrohr mit einer Apertur von etwa 20mm lassen sich diese
beiden Sterne trennen.
Zu der Sternengruppe M 73
gehören vier Sterne, die einen Asterismus bilden. Drei der Sterne besitzen
eine Helligkeit von 11 Magnituden, der vierte ist von 12. Größe. Sie
erscheinen wie ein kleiner Nebel, weshalb sie auch Eingang in den Messier Katalog
fanden.
Der Kugelsternhaufen M 72 zeigt eine
schwächere Konzentration seines Zentrums als viele andere Kugelsternhaufen.
Betrachtet man ihn mit kleinen Fernrohren, zeigt er sich nicht sehr
eindrucksvoll.
Der Kugelsternhaufen M 2
läßt sich sogar ohne technische Hilfe beobachten. Er gehört zu
den sternenreicheren Haufen. In Ferngläsern und kleineren Fernrohren zeigt
er sich als nebelhafter Fleck, der in seiner Mitter heller scheint.
NGC7009 wird zu den hellsten planetarischen Nebeln gezählt. Aufgrund
seiner Ähnlichkeit mit dem Planeten Saturn wird er Saturn Nebel
genannt: benüzt man größere Teleskope, sieht man einen hellen
inneren Ring, der von einer ungleichmäßigen Scheibe umgeben ist.
Kleine Fernrohre lösen eine nebelhafte, grünliche Scheibe 8.
Größe auf.
Mit einer Entfernung von lediglich 600 Lichtjahren ist NGC 7293, auch
als Helix Nebel bekannt, der nächste aller planetarischen
Nebel. Sein scheinbarer Durchmesser beträgt etwa die Hälfte von jenem
des Mondes. Am besten beobachtet man ihn mit Ferngläsern oder Teleskopen
bei einer geringen Vergrößerung. In diesem Fall erscheint er als
ein runder verschwommener Fleck. Um ihn in seiner vollen Schönheit mit
seinen zwei sich überlappenden Schleifen aus Gas zu sehen, muß man
zu Photographien mit langer Belichtungszeit greifen.
Der Meteorschauer der
März Aquariden
gehört zu den Schauern, die am Tage aktiv sind. Er wurde erst 1961 von
C. S. Nilsson entdeckt. Mit Hilfe von Radar wurde die Dauer der Aktivität
vom 11. bis 16. März bis bestimmt. Es gibt Hinweise darauf, daß
dieser Schauer mit dem der Nördlichen
Iota Aquariden korreliert
ist.
Die Südlichen Iota Aquariden fallen vom 1. Juli bis zum 18. September. Das
Maximum der Schaueraktivität ist am 6. August mit einer Rate von 7 bis 8
Meteoren pro Stunde. Die Nördlichen Iota Aquarids sind vom 11. August bis
zum 10. September aktiv, wobei sich das Maximum am 25. August mit 5 bis 10
Meteoren pro Stunden zeigt. Beide Ströme produzieren Meteore mit einer
durchschnittlichen Helligkeit von etwas schwächer als 3 Magnituden.
Der Schauer der Delta
Aquariden weist ebenfalls zwei getrennte Ströme auf. Die
Südlichen Delta Aquariden kann man im Zeitraum vom 14. Juli bis zum 18.
August beobachten; das Maximum tritt am 29. Juli mit 15 bis 20 Meteore pro
Stunde auf. Die Aktivität der Nörldichen Delta Aquariden erstreckt
sich vom 16. Juli bis zum 10. September. Das Maximum beobachtet man am 13.
August mit einer stündlichen Rate von 10 Meteoren.
Der Schauer der Eta
Aquariden schließlich ist vom 21. April bis zum 12. Mai zu
beobachten. Am 5. Mai tritt das Maximum mit üblicherweise 20 Meteoren
für Beobachter in der nördlichen Hemisphäre und bis zu 50
Meteoren für Beobachter in der südlichen Hemispäre auf.
Mythologischer Hintergrund:
Die antiken Quellen sind sich in der Deutung dieses Sternbildes uneins.
Eratosthenes von Cyrene (230 v.Chr.) schreibt in seinen Catasterismi
(26), daß Aquarius Ganymed darstellt, während Zeus er Wein und Nektar
serviert.
Hygenus dagegen vertrat die Ansicht, daß Aquarius den Deukalion darstellt.
Das Fliessen des Wasser repräsentiere die Wasser der Sintflut (poeticum
astronomicum).
Andere wiederum sehen in ihm Cektrops. Er lebte zu einer Zeit, in der Wein
unbekannt war. Das ausströmende Wasser wird für ein Symbol der
Opfergabe dieses Elements (an Stelle des Weines) an die Götter gehalten
(eubulus ap. eumd.l.c). Die Götter zeigten ihre Dankbarkeit, indem sie
ihm einen Platz unter den Sternen gaben.