.. . ':: Pl. ' ' ' ' . . * . . + . ~ + . . . ' + * :.' + . Psc +~ ' Tau ' * ' , ~' ~ , ' + Cet * . + . .' +' ' . + . Besser ausgestattet als Galileo Galilei * . . Eine Verteidigung der ~ ' Kauf- und Versandhausfernrohre Ori .' . . ' ' ' (Das Billigfernrohr-FAQ) ~; * ~ . Herausgegeben von Frank Möller ' + ' Version 4 - 11. April 1999 Inhalt ----------------------------------------------------------------- Einführung 1 Fernrohrunabhängige Gesichtspunkte 1.1 Geeignete Beobachtungsplätze 1.2 Die Bedeutung geeigneter Bekleidung 1.3 Sonstige Aspekte 2 Das Gerät 2.1 Galileis Fernrohre 2.2 Fernglas als Alternative 2.2.1 Allgemeine Hinweise zu Ferngläsern 2.2.2 Das "Kronos 20x60" - Von Heiko Diekmann 2.3 Spektive als Astrofernrohr? - Von Walter Fedderwitz 2.4 Refraktor (Linsenfernrohr) 2.5 Newton-Reflektor (Spiegelteleskop) 2.5.1 Das Aldi- oder Tschibo-Teleskop 2.5.2 Erfahrungen mit dem Aldi-Teleskop - Von Dominik Notz 2.5.3 Preiswerte russische Spiegelteleskope 2.6 Katadioptrische Systeme 2.6.1 Weshalb katadioptrische Billigfernrohre problematisch sein können 2.6.2 Die "Russentonne" MS MTO-11SA als Astrofernrohr - Von Wolfgang Strickling 2.6.3 Weitere Anmerkungen zum MS MTO-11SA 2.7 Montierungen 2.8 Stative 2.9 Allerlei Zubehör beim Kaufhausfernrohr: Okulare, Zenitprisma, Umkehrprisma, Mondfilter, Sonnenfilter, Sonnenprojektionsschirm, Barlowlinsen, beleuchteter Okulartisch am Stativ 3 Astrofotografie mit dem Billigfernrohr? 4 Beobachtungen mit kleinen Fernrohren 4.1 Mond 4.2 Sonne 4.3 Milchstraße 4.4 Doppelsterne 4.5 Venus 4.6 Mars 4.7 Jupiter 4.8 Saturn 4.9 Kometen 4.10 Neblige Objekte und indirektes Sehen 5 Bastelarbeiten 5.1 Stativ aus Dachlatten 5.2 Metallfüße für einfache Stative - Von Markus Haacke 5.3 Transportkiste 5.4 Okularauszug 5.5 Wärmeschutzblende zur Sonnenbeobachtung 5.6 Sonnensucher nach Frank Möller 5.7 Adapter für Mikroskopokulare 5.8 Russisches Pistolenvisier "Tayga" als Sucher 5.9 Pflege von Teleskopspiegeln - Von Georg Dittie 5.10 Allgemeine Fernrohrpflege 5.11 Beobachtungskuppel aus einem Altglas-Container? 6 Qualitativ hochwertige Gebrauchtgeräte als Alternative zum Kaufhausfernrohr 6.1 Vorführgeräte 6.2 Wo Qualitätsfernrohre beginnen 6.3 Der Kauf eines Gebrauchtfernrohrs Schlußwort Anhang A: Venus im Foto-Quelle-Fernrohr Anhang B: Berechnung der Vergrößerung Anhang C: Einrichtung der parallaktischen Montierung Anhang D: Astro-Tauschbörsen Anhang E: Literatur Anhang F: Astronomische Zeitschriften Anhang G: Kritik am Billigfernrohr-FAQ Anhang H: Grundsätzliches zum Text (Das Kleingedruckte) Anhang I: Die Autoren des FAQ Anhang K: Versionengeschichte Einführung ----------------------------------------------------------------- Kenntnisse über die Vorgänge am Himmel und den Aufbau des Weltraums sind leider gar nicht so weit verbreitet. Insofern ist es immer erfreulich, wenn Menschen sich für das Thema Astronomie zu interessieren beginnen. Verständlicherweise geht damit fast immer auch der Wunsch einher, ein eigenes Fernrohr besitzen zu wollen. Da bei Schülern das Geld knapp ist, und auch interessierte Erwachsene im ersten Anlauf nicht mehr als tausend Mark ausgeben wollen, taucht regelmäßig die Frage auf, was Fernrohre taugen, die in den Kauf- und Versandhäusern für verhältnismäßig wenig Geld angeboten werden. Und ebenso regelmäßig raten die nun befragten Amateurastronomen von diesen Geräten ab. Häufig argumentieren sie dabei gar nicht, sondern lästern nur und machen sich über einfache Fernrohre lustig. Dem Anfänger nützt das herzlich wenig. Für ihn wäre vielmehr wichtig, daß ihm jemand die Möglichkeiten und Grenzen der Kauf- und Versandhausfernrohre ganz einfach aufzeigt, um ihm so bei seiner Entscheidung zu helfen. Genau das ist das Anliegen dieses FAQ ("Frequently Asked Questions"). Neben der Beschreibung von Ausstattungsmerkmalen gängiger Geräte bietet der Text Handhabungstips und Hinweise zu Beobachtungsmöglichkeiten mit einfachen Fernrohren. Weiterhin werden Anregungen gegeben, wie Bastler einige Unzulänglichkeiten der Kaufhausfernrohre ausgleichen können. Das Dilemma der Billigfernrohre läßt sich in einem Absatz zusammenfassen: Ihre Handhabung erfordert aufgrund ihrer zu leichten Bauweise viel Geduld, und es braucht etwas Erfahrung, um zu guten Beobachtungsergebnissen zu kommen. Da den Anfängern diese Erfahrung jedoch fehlt, sie aber gleichzeitig an schnellen Ergebnissen interessiert sind, besteht die Gefahr, daß sie die notwendige Lernphase an den zu wackelig konstruierten Geräten einfach nicht durchstehen und so "den Kram schnell in die Ecke schmeißen". Manches Billigfernrohr erfordert sogar handwerkliches Geschick und Bastler-Ambitionen des Besitzers, um z.B. das vorhandene ausziehbare Stativ durch eine stabile Dachlattenkonstruktion zu ersetzen. Wer also bereit ist, sich dem einfachen Fernrohr mit Geduld und Einfühlungsvermögen (auch bastlerisch) zu widmen, wird durchaus Freude damit haben. Aus dieser Erfahrung ist der vorliegende Text entstanden. Gerade jungen Leuten kann man nur sagen, daß ein im Bastelkeller verbrachter Nachmittag viel befriedigender ist als das gelangweilte Angucken blöder Fernsehserien. Umgekehrt ließe sich gerade über teure Fernrohre lästern und sagen: Für Geld kann man sich alles vorgefertigt und voll funktionsfähig servieren lassen - wie langweilig! Die Herausforderung liegt bei den Kauf- und Versandhausfernrohren sozusagen darin, sie immer weiter auszureizen. Denjenigen, die sich für den Kauf eines preisgünstigen Fernrohrs interessieren, sei gesagt, daß es besser ist, überhaupt ein Fernrohr zu haben als gar kein Fernrohr. Wie man die Mitmenschen mit einem einfachen Instrument übrigens durchaus verblüffen und zum Nachdenken über Zusammenhänge im Weltraum anregen kann, zeigt der hier im Anhang A beigefügte Text, den der Herausgeber vor einiger Zeit spontan geschrieben und per Mailboxnetz veröffentlicht hatte. Die Überzeugung, daß Billigfernrohre vertretbar sind, wird nicht überall geteilt und zum Teil heftig kritisiert. Das Billigfernrohr-FAQ verschließt sich dieser ablehnenden Haltung nicht und dokumentiert grundsätzliche Kritik im Anhang G. ***************************************** Achtung! Dieses FAQ möchte von den Lesern erweitert werden. Wer Erfahrungen beisteuern will, kann sich an den wie hier gekennzeichneten Fragen orientieren. Aber auch an vielen anderen Stellen ist der Text ergänzungsfähig. ***************************************** 1 Fernrohrunabhängige Gesichtspunkte ----------------------------------------------------------------- Der Spaß an Himmelsbeobachtungen hängt nicht nur von der beobachtungstechnischen Ausrüstung ab. Das beste und teuerste Fernrohr bereitet keine Freude, wenn der Beobachtungsplatz ungeeignet ist oder einem winterliche Kälte den Garaus macht. Wenn jemand auf sein Kaufhausfernrohr schimpft, liegt das vielleicht gar nicht so sehr am Gerät selbst, sondern an seinen kalten Füßen. Insofern ist ein voranstehender Abschnitt angebracht, der sich Aspekten widmet, deren Bedeutung viel zu häufig unterschätzt wird. 1.1 Geeignete Beobachtungsplätze ----------------------------------------------------------------- In der Stadt macht ein Fernrohr nicht so viel Freude wie auf dem Land. Die Luft der Stadt ist meistens voller Schwebstoffe, von denen das Licht aus tausenden von elektrischen Lampen gestreut wird. Als Sterngucker kann man sich hier eigentlich nur ins Automobil setzen und einige Kilometer aus der Stadt herausfahren. Wer diese Möglichkeit nicht hat, kann sich immerhin auf die Suche nach einem Ort machen, an dem keine Lichtquelle direkt blendet. Das ist heute extrem schwierig. In einer von Verbrechensängsten und elektronischen Bewegungsmeldern geprägten Zeit springt es einen von allen Seiten an: das künstliche Licht. Wer z.B. auf der Wiese zwischen den Schrebergärten herumschleicht, um eine Mondfinsternis zu beobachten, wird bei einer falschen Bewegung in mindestens tausend Watt gleißendes Scheinwerferlicht getaucht. (Eigentlich sind die Leute ziemlich dumm, Einbrechern das Licht gleich mitzuliefern!) ***************************************** Wo findet man in Städten noch dunkle Beobachtungsplätze? ***************************************** Wer einen eigenen Garten hat, kann sich einen abgeschirmten Platz schaffen, z.B. mit Strohmatten. Das schützt nicht nur vor blendenden Straßenlampen und anderen Lichtquellen, sondern auch vor kaltem Luftzug, der einem den Aufenthalt in der Nacht schnell verleiden kann. Angenehm geschützt sind häufig auch Balkone, jedoch hat man hier meist nur den Blick auf einen kleinen Teil des Himmels. 1.2 Die Bedeutung geeingeter Bekleidung ----------------------------------------------------------------- Gerade die Wintermonate bieten aufgrund der langen Nächte und der häufig guten Sichtverhältnisse viele Gelegenheiten zu Himmelsbeobachtungen. Man wird in dieser Jahreszeit jedoch keine Freude am Sternegucken haben, wenn man schon beim Aufbauen des Fernrohrs friert. Es ist gar nicht so banal, wie es einem beim Lesen vorkommt: Von entscheidender Bedeutung ist gute Kleidung. Nur wer sich immer einen Tick wärmer anzieht, als es die Witterung zu erfordern scheint, wird nicht frieren. Einen routinierten Astro-Amateur erkennt man daran, daß Pullover, Stirnband, lange Unterhosen und gefütterte Stiefel zu seinem Standardgepäck gehören. Viele Freaks geben sogar eine ganze Menge Geld für spezielle Kleidung aus, die sie aus den unterschiedlichsten Sparten zusammensuchen. Dazu gehören Arbeitsanzüge für Arbeiter in Kühlhäusern, Motorad-Thermokombis, kanadische Spezialstiefel usw. Wer die Anschaffung eines Billigfernrohrs ins Auge gefaßt hat, wird kaum noch Geld für besondere Kleidung ausgeben wollen oder können. Dies ist auch nicht notwendig. Wie ein ausführlicher Erfahrungsaustausch in der deutschsprachigen Astro-Mailinglist (naa@shire.middleearth.net) ab Ende August 1998 zeigte, gibt es eine Reihe von Tips von Praktikern, die keine besonderen Neuanschaffungen erfordern. Nachfolgend erscheinen also einige Auszüge aus Beiträgen der genannten Mailinglist: Andreas Domenico (Andreas.Domenico@t-online.de): "Im Ernst, das Thema Winter-Klamotten ist wichtig, gerade für Einsteiger, das sollten wir vertiefen. Ein kältedichter und möglichst einteiliger Thermoanzug sollte nur die "Außenschicht" sein. Für darunter hat sich das "Zwiebel-Prinzip" bewährt - sprich: möglichst viele Schichten, aber natürlich muß man sich noch gut bewegen können. Verdammt wichtig sind Kopf und Füße. Ein Großteil der Körperwaerme wird ueber den Kopf abgegeben. Und wenn die Quanten kalt sind, ist alles verloren, da kann man obenrum noch so gut eingepackt sein. Also, dicke Sohlen sind wichtig. Moonboots sind glaub'ich am weitesten verbreitet." Michael Breite (MSBREITE@aol.com) hat eine Freundin, die trotz teurer kanadischer Spezialstiefel kalte Füße bekommen hat, in "den alten 'Moon-Boots' aber nicht! Ich habe mir aus der 'Jäger-Zeitung' Winterschuhe gekauft. Die sehen aus wie Gummistiefel und waren nicht teuer (DM 130,-). In der Werbung stand, daß die Dinger bei überwiegend sitzender Haltung bis minus 25 Grad halten. Das kann ich nur bestätigen. Ich habe die Teile eine Nummer größer gekauft, eine Alusohle reingelegt und zwei Paar mitteldicke Socken an. Ich stoße nicht mit den Zehen an, was sehr wichtig ist. Die Zehen sollten regelmäßig bewegt werden!" Philipp Keller (AstroOptik@t-online.de): "Ich habe mir vor einiger Zeit beheizbare Schuheinlagen selbst gebastelt: zwei Filzeinlagen, dazwischen Konstantandraht, alles mit Heißkleber (elastisch) zusammenkleben, Kabel seitlich am Schuh rausführen, 12 Volt (keine 220 Volt!!!) fertig. Gesamtwiderstand des Drahtes bei ca. 10 Ohm hat sich bewährt." Philipp versorgt seine elektrischen Stiefel übrigens aus einer Autobatterie. Sein Hinweis, nicht die 220 Volt aus der Steckdose in die Sohlen zu führen, ist selbstverständlich sehr wichtig. Jens Bohle (JBohle@t-online.de): "In kälteren Nächten gab's dennoch Eisfüße. Deshalb stehe ich bei meinen Beobachtungen immer auf einer 7 cm dicken Schaumstoffmatte. Diese Matten werden normalerweise zur Schallisolation benutzt und sind haltbarer als die Styropormatten, welche sich nach einigen Nächten auflösen. Außerdem sind die Dinger nicht so weich wie normaler Schaumstoff, der sich unter der Körperlast stark zusammendrückt. Ansonsten kann ich zur Fußerwärmung nur noch einen nächtlichen Hundertmeterlauf empfehlen oder vielleicht ein paar Plateauschuhe aus den Siebzigern..." Silvia Kowollik (SJKowollik@t-online.de): "Klamottenmäßig bevorzuge ich auf alle Fälle die "Zwiebelmethode". Warme Unterwäsche (da gibt's im Skizubehör genug Auswahl), T-Shirt drüber, Bluse/Hemd drüber, dann ein warmer Pulli (auf alle Fälle bis über meinen Allerwertesten) und oben drüber einen bis zum Knie reichenden "Schmuddelanorak" - eine Nummer zu groß wegen der Bewegungsfreiheit. An den Beinen: lange Unaussprechliche, drüber Leggins, dann dicke Jogginghose und zum Abschluß wasser- und winddichte Regenhosen (Fahrradladen). (...) Schuhe: halbhohe Wanderstiefel mit HOHEM Stollenprofil, eine Nummer zu groß und dann Schaffelleinlagen rein. Dünne Söckchen, drüber Tennissocken und schon "qualmen" die Treter... Dünne Lederhandschuhe für den Umgang mit dem Instrument - sonst frieren mir die Finger fest. Und in jeder Anoraktasche ein großes, zusammengeknülltes "Holzfällertaschentuch" aus Baumwolle zum festhalten - da werden die Finger schön warm. (...) Und für den Kopf 'ne Strickmütze mit Ohrenklappen. Kaputze vom Anorak drüber, fertig ist der Sternengucker. Ne Modenschau gewinnt man damit nicht, aber man bleibt warm!" Rene Goerlich (goerlich@tfh-berlin.de): "Ich war (...) schwer begeistert von den "Gel-Taschenwärmern", z.B. von Globetrotter (www.globetrotter.de). Das ist ein Kissen mit einem Gel, welches auf Stoß (oder Klick auf ein innenliegendes Metallplättchen) auskristallisiert und dann eine Stunde lang 50 Grad C abgibt. Stück 6,50 DM (1997), und es kann beliebig wieder aufgeladen werden (in kochendem Wasser). Zehn Stück mitnehmen und ein Kissen davon mit in den Okularkoffer..." Andre Knoefel (aknoefel@dwd.d400.de) ergänzte zum Taschenwärmer: "Gab's letztlich auch noch bei Conrad-Electronic..." In der Tat ist das An- und Ausziehen von Handschuhen lästig, wenn man am Teleskop hantieren muß. Deshalb sind Taschenwärmer äußerst sinnvoll, denn - wie gesagt - sind auch warme Hände für das Wohlbefinden bei Kälte von entscheidender Bedeutung. Klassisch wird der "Taschenofen" mit kleinen Kohlestäbchen beheizt. Komplett mit Brennstoff kostet er im Angler- oder Jagdgeschäft etwa fünfundzwanzig Mark. Abzuraten ist von Öfen, die mit flüssigem Brennstoff betrieben werden. Sie stinken und gehen zwischendurch gern aus. 1.3 Sonstige Aspekte ----------------------------------------------------------------- Ein Fernrohr macht nur Spaß, wenn man die am Himmel gesuchten Objekte auch findet. Dazu müssen einem wenigstens die wichtigsten Sternbilder bekannt sein. Sich das anzueignen ist nicht schwer. Man benötigt dazu lediglich ein gutes Buch wie z.B. Schütte: "Welches Sternbild ist das?", Stuttgart 1990 (vgl. Anhang E: Literatur) zum Preis von 12,80 Mark. Wenn man ein Buch in der Sternennacht allerdings mit der Taschenlampe beleuchtet, werden die Augen sofort geblendet. Die Bedeutung der Anpassung des Auges an die Dunkelheit darf nicht unterschätzt werden. Wo man anfangs völlig "im Dunkeln tappt", kommt einem die Umgebung zwanzig Minuten später ziemlich hell vor. Diese Adaption sollte man sich nicht in sekundenschnelle mit der grellen Taschenlampe kaputt machen. Deshalb gehört eine mit einem Rotfilter abgeblendete Taschenlampe zur Grundausstattung. Man wird sie auch zum Hantieren am Fernrohr, z.B. beim Wechseln der Okulare, gut gebrauchen. Irgendeine rote Folie oder ein Transparentpapier findet sich übrigens immer, um eine vorhandene Taschenlampe umzurüsten. 2 Das Gerät ----------------------------------------------------------------- Galileo Galilei wäre vom Kaufhausteleskop begeistert gewesen. Seine Entdeckungen wären ihm damit wesentlich leichter gefallen. Wer z.B. Galileis Entdeckungen nachvollziehen will, der wird das schon mit einem Billigfernrohr tun können. Vor dem Kauf eines Fernrohrs sollte man immer auch den Gedanken prüfen, ob nicht ein gutes Fernglas eine weit sinnvollere, weil viel universeller einsetzbare Anschaffung ist. Muß es doch ein Fernrohr sein, so sollte man nicht beim ersten Angebot zugreifen. Gerade bei Billigfernrohren gibt es Unterschiede von "gerade akzeptabel" bis zur - um es so deutlich zu sagen - "Kundenverarschung". Dieser Abschnitt soll dem Einsteiger einige Anhaltspunkte geben, um Angebote selbst beurteilen zu können. Wie bereits erwähnt, gilt für alle Billigfernrohre, daß sie insgesamt wenig robust gebaut sind. Die Warnung lautet: Wer schon in der Sandkiste alle Spielsachen irgendwie kaputt gemacht hat, der wird auch beim Billigfernrohr schnell Bruch hinterlassen: überdrehte Schrauben, verbogene und abgebrochene Metallteile usw. Wer dagegen mit Material gefühlvoll umgehen kann, der wird das Kaufhausfernrohr eines Tages sogar intakt vererben können. 2.1 Galileis Fernrohre ----------------------------------------------------------------- Weshalb die Menschheit auf das Fernrohr so lange hat warten müssen, ist unklar. Obwohl die lichtbrechende Wirkung von geschliffenen Gläsern schon seit dem Mittelalter bekannt war und für Sehhilfen genutzt wurde, tauchte das Fernrohr erst zu Anfang des siebzehnten Jahrhunderts auf. Galileo Galilei war einer der ersten, der sich mit der neuen Technik beschäftigte und Himmelsbeobachtungen anstellte. Dabei entdeckte er u.a. die vier großen Jupitermonde. Seine Fernrohre baute er aus Bleirohren, an deren Enden je eine Linse eingepaßt war. Zur Zierde überzog er die Rohre wohl mit rotem Stoff. Bis zur dreißigfachen Vergrößerung reichten seine Möglichkeiten. Dabei hatte das Rohr einen Durchmesser von ca. 4 cm, und es war etwa 60 cm lang. Man kann heute über Billigfernrohre aus der Massenproduktion lästern: sie seien ein Phänomen unserer Konsumgesellschaft, nur dazu geschaffen, einen Kaufakt auszulösen, um anschließend auf dem Dachboden in der Ecke zu verschwinden. Mag sein. Aber mit einem gängigen Kaufhausfernrohr hätte Galilei z.B. die wahre Natur des Saturnrings bestimmt erkannt! Dies gelang erst Christian Huygens 46 Jahre später. ***************************************** Zu welcher Zeit sind eigentlich erstmals Fernrohre gebaut worden, die von iher Leistungsfähigkeit, z.B. achromatisches Objektiv, mit heutigen Billigfernrohren vergleichbar wären? ***************************************** 2.2 Fernglas als Alternative ----------------------------------------------------------------- "Ich persönlich finde nach wie vor die Idee mit dem Fernglas am besten. Denn das kann man immer gebrauchen - egal, ob man nun bei der Himmelsbeobachtung bleibt oder nicht. Astronomisch gesehen ist das Fernglas das mit Abstand beste und bequemste Weitwinkelgerät" (Stefan Korth, st.korth@abbs.heide.de, z-netz.wissenschaft.astronomie.allgemein, Re: Welches Teleskop? dazu: Frage, 24.02.1997). Dem ist zuzustimmen. Und deshalb gehört zum Billigfernrohr-FAQ auch ein kurzer Abschnitt über Ferngläser. Der Abschnitt 2.2.1 enthält einige grundsätzliche Informationen über das Fernglas als Instrument zur Himmelsbeobachtung. Im Anschluß beschreibt Heiko Diekmann seine Erfahrungen mit einem preiswerten russischen Fernglas. 2.2.1 Allgemeine Hinweise zu Ferngläsern ----------------------------------------------------------------- Auf ihren Gehäusen sind meistens merkwürdige Zahlenkombinationen eingraviert: 8x30 oder 7x50. Die erste Zahl nennt die Vergrößerung des Fernglases, die zweite den Objektivdurchmesser in Millimetern. Ohne hier Formeln über Dämmerungszahlen oder Lichtstärken einführen zu wollen, sei grundsätzlich gesagt: Je größer die Objektive im Verhältnis zur Vergrößerung sind, desto geeigneter ist ein Fernglas zum Beobachten unter schlechten Lichtverhältnissen. Das heißt jedoch nicht, daß ein sehr lichtstarkes Fernglas für astronomische Beobachtungen unbedingt geeignet ist. Auf jeden Fall ist ein gutes Fernglas eine Anschaffung für's Leben, auch wenn sich die Interessen ändern. Wer sich in jungen Jahren für die vor dem Fenster brütenden Vögel interessiert, will später vielleicht Strandschönheiten hinterhersehen oder als Rentner dann Pferde auf dem Rennplatz verfolgen. Die Anwendungsmöglichkeiten sind unbegrenzt, und man kann das Fernglas schnell mal zur Hand nehmen. Dabei muß ein Kompromiß zwischen Transportabilität und Leistung gefunden werden. Während der Dandy ein (himmelsuntaugliches) Klappfernglas von 8x20 in der Tasche hat, könnte ein Hobby-Astronom bei Werten um 11x80 landen. Es ist Geschmackssache: Jeder muß da sein eigenes Glas finden. Wenn man ein Fernglas für Himmelsbeobachtungen verwenden will, ist ein Stativanschluß von großer Wichtigkeit! Am Sternenhimmel sieht man nämlich ungleich mehr, wenn das Fernglas fest steht, z.B. auf einem stabilen Fotostativ. Leider haben nur die wenigsten Ferngläser ein Stativgewinde, so daß der Bastler gefragt ist. Beim Kauf eines Fernglases sollte man unbedingt Qualitätsunterschiede bedenken. Während jemand - sofern er ein geduldiger Beobachter ist - in einem teuren Fernglas (8x56, oberhalb 1.400 Mark) noch aus über einem Kilometer Entfernung erkennen kann, ob ein Adler gerade auf der Bergspitze auf seinem Lieblingsplatz sitzt oder nicht, sieht er das im Glas für 150 Mark einfach nicht mehr. Die Unterschiede sind deutlich. Ob Ferngläser beim flüchtigen Vergleich im Geschäft einzuschätzen sind, ist eher zu bezweifeln. Man sollte es beim Kauf aber versuchen! Ganz grundsätzlich hat der Herausgeber jedenfalls bisher den Eindruck, daß die optische Qualität billiger Ferngläser im Vergleich zu teureren weitaus schlechter ist, als die billiger Astro-Fernrohre im Verhältnis zu ihren teureren Brüdern. Auf unmittelbaren Vergleichstests, so muß einschränkend gesagt werden, basiert diese Einschätzung jedoch nicht. Eine vergleichbare Qualität der Billigfernrohre ist jedenfalls nicht gegeben, wenn sie als katadioptrische Systeme oder mit einer Barlowlinse daherkommen. Zu einzelnen Aspekten siehe weiter unten im Text. Ebenfalls ungeeignet sind Fernrohre der ganz unteren Preisklasse. Dazu aus einer E-Mail von Roland Jenke (jenke@conti.de, 18.06.1998) an den Herausgeber: "Leider gehöre ich zu den Kunden eines großen Kaffeehauses, auf die der Satz von Schopenhauer zutrifft, daß nur das Geld sinnvoll angelegt wurde, um das man geprellt wird. Ein Fernrohr für 80,- DM oder auch 200,- DM kann nur aus dem minderwertigsten Material bestehen. Für meine Kinder hatte ich eines für 80,- DM erstanden. Über diverse Farbsäume soll man sich bei so einem Ding ja nicht wundern. Jedoch war das Fernrohr so schlecht, daß man mehr durch den Boden einer Mineralwasserflasche erkennen konnte als durch dieses "Teleskop". Deshalb finde ich den Hinweis auf ein in dieser Preislage erhältliches Fernglas als sehr berechtigt. (...) Man muß also einen gewissen 'Mindestbetrag' investieren können, um überhaupt etwas sehen zu können." Aus zwei entscheidenden Gründen - um dies abschließend zu sagen - ist ein Fernglas aber doch keine Alternative zum (Billig-)Fernrohr. Den Saturnring wird man im Fernglas nicht erkennen (auch wenn manche das behaupten). Auch auf die Entdeckung weiterer Details z.B. am Mond oder an Kometen wird der Fernglasbetrachter im Gegensatz zum Billigfernrohrbesitzer verzichten müssen. Da steht selbst ein teures Fernglas gegenüber einem Billigrefraktor (z.B. Objektiv 60 mm, Brennweite 910 mm) gar nicht so gut da, wie man vielleicht denken könnte. Der zweite Grund, der das Fernglas als Alternative ausschließt, liegt in der Psyche: Wer Astronomie als Hobby wählt, der will dies auch nach außen zeigen: eben mit einem Fernrohr. 2.2.2 Das "Kronos 20x60" ----------------------------------------------------------------- Von Heiko Diekmann (hdiekmann@hqsys.antar.com) Ich habe seit einem dreiviertel Jahr ein "Kronos 20x60". Die Vergrößerung ist schon so stark, daß man mit bloßer Hand (auch mit Aufstützen usw.) nur mit einiger Anstrengung schafft, das Glas ruhigzuhalten. Mit etwas Übung geht es so lala. Mit Schraubklemme kann ich das Teil an ein Fotostativ anschließen und einigermaßen ruhig hinstellen. Optik: Am Tage kein Problem, bestes Bild, und ein erstaunlicher Effekt, allein schon wegen der ungewohnt starken Vergrößerung. Macht schon Spaß. Andererseits kann man nachts, wenn man ganz genau hinsieht, erkennen, daß Sterne etwas zackig abgebildet werden, also nicht optimal auf einen Punkt fokussierbar sind. Das ist nur schwach zu sehen, und ich glaube auch nicht, daß ein Laie das wirklich bewußt bemerken würde, aber wenn man es weiß, dann merkt man es. Na, was solls. Ein Verkäufer sagte mir, daß die russischen Produktionen immer sehr von der Tagesform der Arbeiter abhängen, d.h. die Qualität unterschiedlich ist. Eine gute Serie kann ohne weiteres mit Steiner und Co. qualitätsmäßig mithalten, man kann aber auch Pech haben. Worauf man achten sollte, wäre z.B. die Austrittspupille, die sollte gleichmäßig hell sein, also nicht an den Rändern dunkel werden etc. Mit dem Fernglas sehe ich: - Mond: natürlich ein wunderbares Bild. - Jupiter: die Monde einwandfrei, sogar Streifen in der Atmosphäre kann man erahnen. - Saturn habe ich auch versucht. Ich hatte ihn für Jupiter gehalten, sah aber dann, daß das Scheibchen stark oval war. Also ist der Ring immerhin zu erahnen. Viel fehlt jedenfalls nicht. Aber irgendwo hat die Optik natürlich ihre Grenzen. Fazit: Nichts für Perfektionisten, aber fur billiges Geld immerhin ein erstaunlicher Effekt. Und für den Preis bist Du (wie der Titel sagt) besser ausgerüstet als Galilei. Preis (bei "1000 Töpfe" in Hamburg gesehen) 200 DM. 2.3 Spektive als Astrofernrohr? ----------------------------------------------------------------- Von Walter Fedderwitz (Walter_Fedderwitz@hb2.maus.de) Was ist ein Spektiv? So nennt der Vogelkundler ("Orni") sein Fernrohr. Es ist terrestrisch (also mit aufrechtem Bild). Das gibt es z.B. mit Objektivöffnungen von 80 mm und Okularen bis 70x, also insgesamt 70x Vergrößerung. Meines ist von Optolyth, gehört nicht mehr eigentlich in die Klasse der Billigdinger. Also: wenn man es nicht sowieso hat bzw. anderswo braucht, sollte man es nicht für die Astronomie kaufen: - Der fehlende Sucher nervt. Man braucht Übung, bis man ein Himmelsobjekt findet. - Da das o.g. Optolyth leider eine im Astrobereich unübliche Schraubfassung für Okulare hat, ist bei Vergrößerung 70x Schluß, und man kommt nicht in den Bereich der bequemen Vergrößerung (doppelter Objektivdurchmesser). Bei anderen Herstellern ist das anders, da passen die Astrookulare. - Die Ornis asten ihre Geräte kilometerweit durch das Gelände; deshalb sind Stative immer ein Kompromiß zwischen Stabilität und Gewicht. Bei meinem z.B. darf keiner husten, wenn man was Astronomisches sehen will. Für Astro-Anwendungen kauft/baut man sich also besser ein neues Stativ. Wenn man aber ein Spektiv aus irgendwelchen Gründen sowieso schon hat: es mal für Astronomie auszuprobieren lohnt sich! 2.4 Refraktor (Linsenfernrohr) ----------------------------------------------------------------- Kaufhausfernrohre lassen sich in drei Kategorien einteilen: Refraktoren (Linsenfernrohre), Spiegelteleskope nach Newton (Reflektoren) und katadioptrische Fernrohre. Jedem dieser Systeme ist hier ein Abschnitt gewidmet. Refraktoren liefern dem Betrachter ein auf dem Kopf stehendes Bild. Wer ein solches Fernrohr auch für Naturbeobachtungen benutzen oder im Häusermeer über der Stadt auf Entdeckungsreise gehen will, der braucht ein sog. Umkehrprisma, das meistens auch zum Lieferumfang eines Billigfernrohrs gehört. Ein Refraktor aus dem Kaufhaus sollte einen Objektivdurchmesser von mindestens 60 mm und eine Brennweite ab 900 mm haben. Was darunter liegt, ist als astronomisches Fernrohr nicht zu empfehlen: Einerseits sind die Leistungsdaten solcher Instrumente zu gering, um noch vielfältige Möglichkeiten der Himmbelsbeobachtung zu haben; man könnte solche Fernrohre auch als "Mondgucker" bezeichnen, da man mit ihnen staunend feststellen kann, daß es auf dem Mond Krater gibt, was man aber auch schon im Fernglas sehen kann. An lichtschwachen Objekten versagen die ganz kleinen Kaufhausfernrohre. Weiterhin ist ihre optische Qualität schlecht - besonders bei Zoom-Fernrohren oder solchen, die von vornherein aufrechte Bilder zeigen und eine Öffnung von nur drei oder vier Zentimetern haben. Selbst der gegenüber Billigfernrohren Wohlmeinende muß von solchen Geräten abraten. Wohlgemerkt sind diese Billigspektive nicht mit teuren Instrumenten zu vergleichen, die z.B. von Naturforschern verwendet werden (vgl. 2.3). Die optische Qualität der größeren Kaufhausrefraktoren ist sicher nicht übermäßig, aber auf jeden Fall akzeptabel! So bestehen die Objektive aus mindestens zwei Linsen und sind somit bis zu einem gewissen Maß von farblichen Abbildungsfehlern befreit (Achromat). Da die Hauptprobleme der Kauf- und Versandhausfernrohre vorwiegend in der Mechanik und nicht in der Optik liegen, ist über den Refraktor hier weiter nichts zu sagen. Achten sollte der Käufer noch auf die Gestaltung des Sucherfernrohrs. Das beste Fernrohr nützt wenig, wenn man die zur Beobachtung ausgewählten Objekte nicht auffinden kann. Anfänger tun sich damit erfahrungsgemäß schwer. Ein kleines, am Hauptrohr befestigtes Sucherfernrohr ist geeignet, weil man zunächst grob darüber hinwegpeilen kann, bevor man hindurchschaut. Ungeeignet dagegen sind Sucher, die schräg in das Hauptrohr führen und aktiviert werden, indem man per Hebel einen kleinen Spiegel in den Strahlengang des Fernrohrs klappt. Diese technisch durchaus ansprechende Lösung erweist sich in der Praxis als äußerst umständlich, weil man zunächst am Hauptrohr entlangpeilen muß, um dann den Kopf ganz zum seitlichen Suchereinblick hinzubewegen, wobei das Objekt dann schon wieder verloren ist, wenn man die Klemmungen der Montierung nicht gleich festgedreht hat usw. ... Das ist hier in Worten so schwer zu beschreiben, wie es in der Praxis nervraubend ist! 2.5 Newton-Reflektor (Spiegelteleskop) ----------------------------------------------------------------- Der englische Naturforscher Isaac Newton erfand im Jahre 1668 das nach ihm benannte Spiegelteleskop. Das Prinzip hat sich bis heute bewährt: Das Licht fällt in den Fernrohrtubus und trifft am unteren Ende auf einen Hohlspiegel, von wo es in entgegengesetzter Richtung zurückgeworfen wird. Am oberen Rohrende werden die nunmehr gebündelten Strahlen von einem kleinen, schräg im Rohr angeordneten Spiegel, dem sog. Fangspiegel, durch eine kleine Öffnung seitlich aus dem Rohr gelenkt. Dort ist der Okularauszug im Winkel von 90 Grad zur Fernrohrachse angebracht. Für Anfänger ist am Newton-Reflektor völlig ungewohnt, daß sie am oberen Rohrende und seitlich hineinschauen müssen... Hat der typische Kaufhaus-Refraktor eine Öffnung von 60 mm, so hat der entsprechende Newton-Reflektor eine von 110 bis 115 mm. Die größere Öffnung bedeutet jedoch nicht, daß das Gerät um soviel leistungsfähiger ist. Durch den im Strahlengang montierten Fangspiegel wird der Lichteinfall etwas reduziert (sog. Obstruktion). Weiterhin kommt es an den Rändern der Fangspiegelkonstruktion zu einer leichten Beugung des Lichts, was auf die Abbildungsqualität des Fernrohrs keine positive Wirkung hat. Wenn man die genannten Fernrohre denn grob miteinander vergleichen will, dürfte der Newton-Reflektor etwas überlegen sein. Für Erdbeobachtungen ist das Kaufhaus-Newton kaum anwendbar, weil statt des Umkehrprismas ein besonderes bildkorrigierendes System benötigt wird, das meistens nicht zum Lieferumfang des Kauf- und Versandhausfernrohrs zählt. Da der Okular-Steckdurchmesser der Kaufhausfernrohre (24,5 mm) wenig verbreitet ist, wird man ein solches Korrektursystem auch im Astro-Fachhandel kaum bekommen. 2.5.1 Das Aldi- oder Tschibo-Teleskop ----------------------------------------------------------------- Von Fernrohren geht eine gewisse Faszination aus. Deshalb kann es nicht überaschen, wenn auch Kaffee- oder Lebensmittelgeschäfte Fernrohre in ihr Verkaufsprogramm aufnehmen, um Kunden anzulocken bzw. um im Gespräch zu bleiben. Als das "Tschibo-Teleskop" 1992 für 250 Mark zwischen Kaffeetüten auftauchte, war der Preis sensationell niedrig. 1998 gibt es ein offenbar baugleiches Fernrohr beim Lebensmittelhändler Aldi für nur noch 129 Mark. Damit ist das Tschibo- oder Aldi-Teleskop ein typischer Vertreter des Billig(st)fernrohrs nach Newton. Es hat eine Öffnung von 76 und eine Brennweite von 700 mm. Wie man dieses keinesfalls wertlose Gerät innerhalb von einem Basteltag zu einem brauchbaren Instrument machen kann, hat Karl-Ludwig Barth (vgl. Anhang E: Literatur) kompetent und detailliert beschrieben. Der Artikel ist auch für Besitzer anderer Kaufhaus-Newton-Teleskope geeignet, wenn sie das Gefühl haben, eine schlecht justierte Optik in ihrem Gerät zu haben. In der Tat besteht das Problem der billigen Newton-Teleskope manchmal in ungenau geschliffenen oder unter Spannung an das Rohr geschraubten Hauptspiegeln sowie schlecht justierten Fangspiegeln. Hier ist die Leistungsfähigkeit des Fernrohrs durch nachträgliche Eingriffe noch erheblich zu verbessern. Die Kaffeefirma Tschibo hat übrigens nach eigenen Angaben in ihren Filialen zwischen 1992 und 1997 fast einhunderttausend Fernrohre unterschiedlicher Größen verkauft (vgl. Herms 1997)! 2.5.2 Erfahrungen mit dem Aldi-Teleskop ----------------------------------------------------------------- Von Dominik Notz (ITF1@allgaeu.org) Hersteller: "Optus" Preis: 129 DM Brennweite: 700mm Hauptspiegeldurchmesser: 76mm Sucherfernrohr: 5x24 Okulare: 20,0 mm => 35x Vergrößerung 12,5 mm => 56x -"- 4,0 mm => 175x -"- Umkehrokular: 18,0 mm => 39x -"- Außerdem: Mondfilter, Holzstativ Durch weiteres Zubehör, für das allerdings extra gelöhnt werden muß, kann die maximale Vergrößerung angeblich auf 350x gesteigert werden. Inwieweit das sinnvoll ist, kann ich nicht beurteilen (vgl. dazu Abschnitt 2.9 "Barlowlinse"; Anm. des Herausgebers). Ansonsten sind noch weitere Okulare, Filter und Ähnliches käuflich. Positiv aufgefallen sind mir die gute Aufbauanleitung, eine einzelne große Mondkarte, eine Einführung in die Astronomie, drei Jahre Garantie (wenn ich richtig gelesen habe), und sogar eine Hotline ist vorhanden (keine 0190er Nummer!). Soweit sehr lobenswert. Negativ ist mir das Stativ aufgefallen. Es hat die auch hier im FAQ bemängelten Gummifüßchen (vgl. Abschnitt 2.8 sowie 5.2, Anm. d. Herausgebers), ist ziemlich klapprig und hat keine Höhenmarkierungen, um sicherzustellen, daß alle Standbeine gleichweit ausgezogen sind. Außerdem ist es zu leicht und wackelt bei der geringsten Berührung. Es enthält keine Skalen für die Achsen. Eine Ablage ist vorhanden, aber ziemlich klein. Es ist aufgrund der schlechten Montierung sehr schwierig, ein Objekt scharf einzustellen. Dazu wackelt das Ganze zu stark. Die Qualität des Spiegels ist für das Geld eigentlich recht gut, vor allem in der Mitte ist das Bild klar und deutlich. Sucherfernrohr: Das Sucherfernrohr ist viel zu klein, außerdem läßt es sich nicht so gut befestigen und wackelt dementsprechend. Justierung: Die Justierung gestaltet sich aufgrund des Stativs sehr schwierig. Die Justierstange für die verikale Bewegung kann das Teleskop nur halten, wenn die Schraube voll angezogen ist. Schraubt man sie nur locker an, ist das Telekop sehr empfindlich. Gleiches gilt für die Schraube zur horizontalen Drehung des Teleskops am Stativ. Erfolge: Gestern gelang es mir, einen Blick auf Jupiter mit seinen vier Monden zu erhaschen. Außerdem habe ich den Mond unter die Lupe genommen und war beeindruckt. Deutlich bessere Auflösung als mit den Ferngläsern, die ich bisher benutzt habe, eine Fülle von Details war sichtbar. Heute gelang mir wieder ein Ausblick auf Jupiter, und ich glaube, die Sturmbänder gesehen zu haben (nicht sicher). Zudem hatten die Monde eindeutig die Positionen gewechselt. Außerdem gelang es, Saturn zu sehen und den Ring räumlich getrennt auszumachen. Das gelang mir sogar mit dem 12,5 mm Okular. Fazit: Für den Anfänger ist das Teleskop sehr empfehlenswert, hauptsächlich aufgrund des erstaunlich guten Spiegels und des Preises. Geärgert habe ich mich über die Montierungen. Empfehlenswert wäre auch eine Mitführeinrichtung, da die Mitführung von Hand mit dieser Montierung eine Qual und ein Ärgernis gleichermassen darstellt. (Die batteriebetriebene Mitführeinrichtung ist zusammen mit anderen Zubehörteilen erwerbbar.) (Stand: 1998) 2.5.3 Preiswerte russische Spiegelteleskope ----------------------------------------------------------------- Die zierlich-filigrane Konstruktion der Kaufhausfernrohre verrät dem Betrachter, daß sie aus "Fernost" stammen. Es gibt aber auch preisgünstige Fernrohre z.B. aus russischer Produktion. Diese sind von ihrer Erscheinung eher robust und handfest. In Kaufhäusern findet man sie bisher nicht - vielleicht, weil sie nicht so grazil und verkaufsfördernd aussehen. Sie werden von Vertriebsfirmen angeboten, deren Kundenkreis sonst vorwiegend aus Astro-Hobbyisten mit gehobenem Anspruch besteht. Beispiel für ein preiswertes russisches Fernrohr ist das "Siberia 80m". Es hat eine Öffnung von 80 mm und eine Brennweite von 526 mm und kostet bei der Firma Baader-Planetarium (Mammendorf) mit Tragekoffer aus Holz und stabiler Rohrsäule 475 Mark (Stand: 1996). Das Siberia 80m gehört zu einer ganzen Familie von russischen Spiegelteleskopen nach Newton. Interessant daraus ist z.B. auch das Siberia 110, ein Komplettgerät mit einer Öffnung von 110 mm und einer Brennweite von 806 mm. In seinen Testberichten in der Zeitschrift "Sterne und Weltraum" kommt Remmert (1996 und 1997, vgl. Anhang E) zu sehr guten Ergebnissen und läßt anklingen, daß die optische und mechanische Qualität der Siberia-Geräte die der gängigen Kaufhausteleskope hinter sich läßt. So wiegt allein die Montierung des Siberia 110 etwa 10 kg, so daß die damit verbundene Stabilität sogar erlaubt, einen mitgelieferten Halter für einen Fotoapparat sinnvoll zu nutzen. Soetwas bieten die gängigen Kaufhausfernrohre aus fernöstlicher Produktion nicht. Bei einem Vergleich mit einem Zeiss-Fernrohr, so Remmert, konnten keine nennenswerten Unterschiede zum Siberia 110 festgestellt werden. Bedauert wurde vom Autor allerdings das Fehlen einer Vergütung der Okulare, also das Vorhandensein einer reflexvermindernden Beschichtung der Linsen. Dieser Mangel ist jedoch inzwischen beseitigt: die Siberia-Teleskope werden, so ein Nachtrag zum jüngeren Testbericht, nunmehr mit vergüteten Okularen ausgeliefert. Dafür gehört jedoch kein Transportkoffer mehr zum Lieferumfang. Vorbildlich, so Remmert, ist die vom deutschen Anbieter des Siberia verfaßte Bedienungsanleitung. Das Siberia 110 kostet mit Zubehör und Stativsäule 799 Mark (Stand: 1997). Jede Vertriebsfirma hat übrigens ihre eigenen Bezeichnungen für die hier beschriebenen russischen Teleskope. So werden praktisch baugleiche Geräte auch unter den Markennamen "TAL" bzw. "Galaxy" verkauft. 2.6 Katadioptrische Systeme ----------------------------------------------------------------- Als katadioptrisch werden Fernrohre bezeichnet, deren Bilderzeugung (also alles, was sich vor dem Okular befindet) mit einer Kombination von Spiegeln und Linsen (bzw. gläsernen Korrektionsplatten) erreicht wird. 2.6.1 Weshalb katadioptrische Billigfernrohre problematisch sein können ----------------------------------------------------------------- Auch in der Preisklasse unter tausend Mark werden in Versandhauskatalogen Fernrohre dieser Art angeboten. Soll man z.B. ein Teleskop "Catadioptic" (Öffnung 114 mm, Brennweite 1000 mm, Vergrößerung 50 bis 500 fach) aus dem Katalog des klassischen deutschen Versandhauses kaufen? Dazu die Meinung eines Optikers: "Besser nicht. Asphärische Flächen sind zu diesem Preis nicht herstellbar, geschweige denn verläßlich zu prüfen. Die Bildqualität wird nie gut sein. Wenn Du mal mit diesem Gerät versuchst, höher (also oberhalb von 100fach) zu vergrößern, wird das Bild immer verwaschener, obwohl die Bildhelligkeit eigentlich noch mehr als ausreichend ist. Eine gute Optik erkennst Du daran, daß das Bild mit zunehmender Vergrößerung gleichzeitig zu dunkel und zu unscharf wird" (Georg Dittie, g.dittie@abbs.heide.de, z-netz.wissenschaft.astronomie.allgemein, Re: Welches Teleskop? dazu: Frage, 23.02.1997). Eine "ultrakompakte Bauweise" (Werbung) sollte man also besser Komplettsystemen oberhalb von 3.500 Mark überlassen. Für Billigfernrohre gilt: Je einfacher sie technisch aufgebaut sind, desto besser. Denn großer technischer Aufwand ist für wenig Geld eben nicht zu guter Qualität produzierbar. Wenn man sich denn für ein Kaufhausfernrohr entscheidet, so sollte es eines ohne großen technischen Aufwand sein. Ein Newton besteht aus einem Haupt- und einem Fangspiegel, ein Refraktor aus einer Kombination von zwei Linsen ganz vorn im Objektiv - mehr sollte es nicht sein. 2.6.2 Die "Russentonne" MS MTO-11SA als Astrofernrohr ----------------------------------------------------------------- Von Wolfgang Strickling (WStrickli@aol.com) Eignet sich die "Russentonne" als Ersatz anstelle eines Anfängerteleskopes? Ambitionierte Fotoamateure können den Erwerb eines russischen Spiegelteleobjektives 1000 mm 1:10 in Erwägung ziehen. Kostenpunkt auf Flohmärkten ca. 250 bis 300 DM. Das gleiche muß man noch einmal für Adapter und Okulare ausgeben, und man hat ein brauchbares Maksutov-Teleskop (allerdings ohne Stativ und Montierung!). Leider ist die Schärfe bei hohen Vergrößerungen nicht optimal: 100 bis 150fach ist die absolut erträgliche Obergrenze. Die Russentonne ist für die Planetenbeobachtung weniger geeignet, aber sie ist ein nettes Reise- und Leitfernrohr. Im Beobachtungsbetrieb ist die Fokussierung über das Verdrehen des vorderen Tubusteiles recht lästig. Das geht bei hohen Vergrößerungen nicht sehr feinfühlig und verstellt gerne das Objekt, vor allem bei weniger soliden Stativen! Leider ist die Optik der preiswerten Russentonnen praktisch immer verspannt. Durch Lockern der Verschraubungen aller optischer Fassungen kann man die Qualität meist jedoch beträchtlich steigern! Ohne diese Einstellung ist die Qualität für visuelle Beobachtungen oft sehr enttäuschend bis unbrauchbar! Die Justierung läuft wie folgt: 1) Einstellung der Maksutovplatte. Einfach mit einem breiten Flachschraubendreher den vorderen Ring, der die Platte hält, so weit lösen, daß die Maksutovplatte gerade noch nicht wackelt. 2) Wenn ein unscharf eingestellter Stern statt eines runden Ringes etwa "dreieckig" erscheint, dann sollte die Hauptspiegelfassung noch justiert werden. Dazu muß man die hintere Spiegelabdeckung durch Lösen der drei kleinen Madenschrauben des hinteren Deckels und Abschrauben des Deckels freilegen. Man sieht den Hauptspiegel von hinten, der mit einem Federring an drei Auflagen fixiert wird. Dieser Federring kann auch durch Lockerung eines Schraubringes so wie an der Frontplatte auch entspannt werden. Eventuell lohnt es sich, durch eine Drehung der Auflagen um ca 60 Grad (ausprobieren!) die Abstützung des Spiegels zu verbessern. Nicht nötig sind diese Einstellungen bei den handgeprüften Geräten der "A-Code" Serie, Preislage um DM 600,--. Man erkennt sie an der entsprechenden Messingplakette auf dem Rückdeckel. Zum Beobachten sollte man auch die Sperrschraube entfernen, die die Fokussierung auf den Bereich zwischen einigen Metern und unendlich begrenzt. Sonst kann es passieren, daß man das Bild nicht scharf bekommt, speziell bei Verwendung von Zenitspiegeln. Die Schraube sitzt neben einer der Stativfassungen. Manchmal kann man sie auch innen in den Tubus hineinragen sehen. Als Feuchtigkeits- und Staubschutz würde ich das Loch dann mit einer kürzeren Schraube wieder verschließen. Nach Erfolgreicher Justierung ist die Bildqualität brauchbar. Man kann recht gut Saturnringe, Jupiterbänder, Mondkrater, Doppelsterne bis unter 2 Sekunden Distanz etc. erkennen. Aufgrund der nicht besonders hohen Öffnung von 100 mm (abzüglich Obstruktion durch den Fangspiegel) ist die Russentonne für Deep- Sky-Beobachtungen sicher nicht die erste Wahl. Zusätzlich sind noch notwendig: ein Okularadapter, Okulare, Zenitspiegel, Montierung, Stativ, Sucher, u.a. Fazit: Wer dieses Zubehör nicht schon hat (Anfänger sicher nicht!) oder als ambitionierter Fotograf das Gerät als Teleobjektiv nutzen möchte, der sollte nach einer Russentonne nicht gucken. Denn wenn man sich erst alles Zubehör zusammenkaufen muß, dann ist es nicht mehr billig und das Preis/Leistungsverhältnis schlecht. Ich würde dann einem (guten!) 114 mm-Spiegel den Vorzug geben. (Die jeweils aktuelle Version des Beitrags ist auf Wolfgangs Homepage abrufbar: "members.aol.com/WStrickli") 2.6.3 Weitere Anmerkungen zum MS MTO-11SA ----------------------------------------------------------------- Die aufgedruckte Bezeichnung des hier beschriebenen Spiegelobjektivs lautet "MC MTO-11CA", wobei zu beachten ist, daß das kyrillische Zeichen "C" bei uns als "S" zu schreiben wäre. Das Gerät wiegt übrigens ca. 2 kg! Es wird offenbar in unterschiedlichen Versionen angeboten: "Es gibt auch Versionen ohne das Kuerzel "CA" - die sind nicht mehrfach vergütet. Außerdem gibt es noch eine Makroversion, die genauso aussieht." (Heiko Hamann, heiko@mycroft.ping.de, /de/sci/astronomie, Fotoboerse -> Russentonne, 06.03.1998). Manfred Holl (m.holl@t-online.de, Mailinglist naa@shire.middleearth.net, Betreff: Re: Russentonne, 09.04.98) ist wenig begeistert vom russischen Spiegelobjektiv: "Ich persönlich halte absolut NICHTS von den sogenannten Russentonnen. Wie in anderen Mails schon angedeutet, sind sie zwar sehr periswert, doch die Qualität schwankt sehr stark und ich kenne Leute, die haben sich gleich 4 bis 5 Stück gekauft und es war keine einzige dabei, die man vernünftig für astronomische Beobachtungen einsetzen konnte. Beim Test an selbst einfachen Doppelsternen fielen in diesem Falle sämtliche Gerate durch. Es ist zu berücksichtigen, daß es sich bei den Russentonnen ja um Fotoobjektive handelt, die nicht für unsere Art der Beobachtung gerechnet wurden. Zudem muß man hier mit Bastlergeschick zu Werke gehen, damit man überhaupt ein Okular anbringen kann. In Zusammenhang mit der weiten Verbreitung der Russentonnen gibt es noch ein anderes Problem, daß meiner Meinung nach bisher immer etwas unterschätzt wird. Vielen Einsteigern in unser Hobby wird vorgegaukelt, hier für wenig Geld ein Top-Instrument zu erwerben, das den Kauf eines richtigen Teleskops überflüssig macht. Spaetestens beim Vergleich der Geräte mit echten Scopes fällt der Qualitätsunterschied auf. Man kann zwar die Russentonne durchaus als Zweit- oder Drittinstrument verwenden (obwohl ich hier lieber, wenn man ein kleines, transportables Scope haben moechte, das Vixen Multi 80S, das kleine Intes o.ä. empfehlen moechte), aber nicht als Hauptinstrument, denn ich habe schon ein paar Sternfreunde erlebt, die wieder aufgaben, weil sie sich ein teures Scope nicht leisten konnten und sich bei Vergleichstests verschaukelt fuehlten, da ihre vermeintlich ach so tolle Russentonne Schrott war. Ich würde daher folgendes empfehlen: überlegen, ob man nicht lieber auf ein qualitativ hochwertigeres Gerät spart und, wenn man doch unbedingt eine Russentonne haben moechte, sehr viele Vergleichstests zu machen." Auch die Russentonne ist als Billigfernrohr etwas für Bastler. Daß allerdings die Spiegel der russischen Teleobjektive "praktisch immer" verzogen sind, wie Wolfgang Strickling (s.o.) behauptet, kann der Herausgeber nicht bestätigen, denn seine vor Jahren auf einem Polenmarkt erstandene Optik war makellos. Das Entspannen des Spiegels wird allerdings immer wieder empfohlen: "Wer etwas in seinen Fingerspitzen hat, kann die Spannringe (innen) lösen und vorsichtig wieder festziehen, bei allen meinen Bekannten hat das funktioniert. So kamen sie zu preiswerten und sehr guten Astroteles, mit denen man auch gut beobachten kann" (Andre, captndifool@berlin.snafu.de, Mailinglist: naa@shire.middleearth.net, Re: Russentonne, 10.04.98). Daß optische Spiegel nicht verspannt sein dürfen gilt natürlich nicht nur für Fotoobjektive. Das Entspannen des Spiegels kann z.B. auch das Tschibo-Teleskop retten, wie Karl-Ludwig Barth in seinem Artikel beschreibt (vgl. auch Abschnitt 2.5.1). Eher ungeeignet für Anfänger ist die Russentonne nicht so sehr aufgrund der wohl unzureichenden Endkontrolle des Herstellers. Problematisch ist vielmehr der Aufwand, einen Okularanschluß zu beschaffen. Das ist zweifellos mit einer Menge Lauferei verbunden, wenn man keine Beziehungen zu jemandem hat, der mit einer Drehbank umgehen kann. Wer die sog. Russentonne mit Rückgaberecht kaufen will, der sollte sie im deutschen Elektronikversand (z.B. Völkner Elektronik, 38095 Braunschweig) bestellen. Dort kostet sie (Stand: Januar 1998) 399 Mark. 2.7 Montierungen ----------------------------------------------------------------- Die Montierung ist das Bindeglied zwischen Stativ und Fernrohr. Sie hat mindestens zwei bewegliche Achsen, damit das Fernrohr auf jeden Punkt am Himmel ausgerichtet werden kann. Es gibt zwei voneinander zu unterscheidende Montierungsarten, mit denen Fernrohre geliefert werden. Bei der sog. azimutalen Montierung ist eine Achse senkrecht angeordnet (Azimutachse) und die andere waagerecht (Elevationsachse). Es ist die klassische Montierung für ein einfaches Fernrohr. Aufwendiger ist die sog. parallaktische Montierung. Sie wird auch als äquatoriale Montierung bezeichnet. Ihr Vorteil liegt darin, daß ein eingestelltes Beobachtungsobjekt bei seiner Bewegung über den Himmel durch Drehung an nur einer Achse verfolgt werden kann. Das ist sinnvoll, da ein Himmelsobjekt bedingt durch die Erddrehung schnell aus dem Gesichtsfeld des Fernrohrs verschwindet. Wie die parallaktische Montierung funktioniert und gehandhabt wird, ist hier in Anhang C beschrieben. Ob eine parallaktische Montierung am Billigfernrohr sinnvoll ist, darüber gibt es geteilte Meinungen. Zweifellos ist der zusätzliche technische Aufwand der parallaktischen Montierung auch eine Quelle für zusätzliche Vibrationen des ganzen Aufbaus. Da aber Billigfernrohre mit azimutaler Montierung meistens eine Stufe preisgünstiger sind als solche mit parallaktischer Montierung, ist eine deutlich bessere Stabilität bei ihnen nicht zu erwarten. Der Herausgeber möchte jedenfalls auf seine parallaktische Montierung auch am Versandhausfernrohr nicht verzichten. Es ist schon praktisch, ein manchmal mühsam aufgefundenes Objekt nach einigen Minuten ohne großen Aufwand wiederfinden zu können. Die parallaktische Montierung ist übrigens bei terrestrischen Beobachtungen keine Behinderung, da sie bei den allermeisten Geräten so eingestellt werden kann, daß sie sich wie eine azimutale Montierung verhält. Montierungen von Billigfernrohren entwickeln manchmal unangenehme Eigenschaften: "Ein Freund hatte mal ein Katalogfernrohr, bei dem schlackerte das Teleskop immer noch einige Grad nach unten, wenn man die Klemmungen angezogen hatte. Es war praktisch unmöglich ein Objekt einzustellen. Dann mußte man die Klemmungen anknallen, damit das Ding überhaupt hielt. Danach konnte man sie aber kaum noch lösen" (dos@trashcan.mcnet.de, Realname nicht bekannt, z-netz.wissenschaft.astronomie.allgemein, "Re: Haendlerpreise", 24.02.1997). Man darf die Klemmschrauben der Billigfernrohr-Montierungen in der Tat niemals zu fest anziehen. Behandelt man sie nicht mit Gefühl, dann ist früher oder später mit den beschriebenen Effekten zu rechnen. Sind diese gleich nach dem Kauf des Fernrohrs zu beobachten, muß man das Gerät allerdings unverzüglich zurückschicken und vom Rückgaberecht Gebrauch machen. Man sollte stets darauf achten, die Montierung sauber zu halten und nicht bei Dunkelheit "in den Dreck plumpsen" zu lassen. Die Billigfernrohrmontierung verdankt ihre Funktion nämlich der Tatsache, daß sie mit einem (meist unangenehm klebrigen) Fett zugematscht ist. Ist dieses erst mit Sandkörnern "verseucht", wirkt sich das auf die arme Montierung verheerend aus. Es bleibt dann nichts anderes übrig, als sie komplett auseinanderzunehmen, zu reinigen und sie mit viel neuem Fett wieder gängig zu machen. ***************************************** Hat jemand Erfahrungen mit der Wartung und Reparatur von Billigfernrohrmontierungen gemacht? ***************************************** Manchmal werden Billigfernrohre zu allem Überfluß mit einer batteriegespeisten elektrischen Nachführung für die parallaktische Montierung angeboten. Vom Kauf eines solchen Fernrohrs ist abzuraten, denn eine elektrische Nachführung ist nur bei der Astrofotografie sinnvoll, die mit Kaufhausfernrohren sowieso nicht zu machen ist (vgl. Abschnitt 3) oder bei Vergrößerungen, die mit kleinen Fernrohren nicht sinnvoll zu erreichen sind. Den Kostenaufwand für die elektrische Nachführung sollten die Hersteller besser in die Qualitätssteigerung der übrigen Teile des Geräts stecken. 2.8 Stative ----------------------------------------------------------------- Waschechte Billigfernrohre erkennt man an den Gummifüßen ihrer leichten Holz- oder Metallstative. Bei der Beobachtung erweisen sie sich als echte Katastrophe! Jede Berührung des Fernrohrs führt zu einem heftigen Wabbeln des Bildes. Man sieht dann gar nichts mehr... Die Gummifüße haben natürlich trotzdem einen Sinn: Häufig liegen Kauf- und Versandhausfernrohre nämlich unter dem Weihnachtsbaum und werden somit zuerst im Wohnzimmer aufgebaut. Hätten die Stativfüße Metallspitzen, so wären Perserteppich und Parkettfußboden möglicherweise ganz schnell ruiniert. Das würde den ohnehin schon skeptischen Eltern (Was will der Junge/schlimmer noch: das Mädchen mit einem Teleskop?!) den Rest geben. Hier haben die Fernrohrhersteller also vorgesorgt. Nach Weihnachten müssen die Gummifüße allerdings sofort abgezogen werden! Stattdessen bohrt man kopfüber ein kleines Loch in das Stativbein und dreht eine ausreichend große Schraube mit einem möglichst großen Kopf hinein, auf dem das Stativbein dann steht. (Natürlich splittert das weiche Holz, wenn "Experten" eine Schraube hineindrehen. Dann muß das Stativbein anschließend mit Draht umwickelt werden.) Wie sich die Füße von Metallstativen aufarbeiten lassen, wird in Abschnitt 5.2 von Markus Haacke beschrieben. Klapprig bleiben die ausziehbaren Stative auf jeden Fall. Es gibt nur eines zu sagen: Es besteht der Zwang zum Bau eines stabileren Stativs. Wie man das mit einfachen Mitteln macht, ist in Abschnitt 5.1 beschrieben. 2.9 Allerlei Zubehör beim Kaufhausfernrohr: Okulare, Zenitprisma, Umkehrprisma, Mondfilter, Sonnenfilter, Sonnenprojektionsschirm, Barlowlinsen, beleuchteter Okulartisch am Stativ ----------------------------------------------------------------- Kauf- und Versandhäuser zielen mit ihrem Angebot an Fernrohren auf einen Kundenkreis, der mit den technischen Einzelheiten noch wenig vertraut ist. Um die Geräte möglichst spektakulär anpreisen zu können, werden sie meistens als Komplettangebot mit einem Sammelsurium an (nicht immer sinnvollem) Zubehör angeboten. Das soll dem Käufer das Gefühl geben, umfassend ausgestattet zu sein. Ebenso häufig - und das kann sich bei der Fernrohrnutzung dann als echtes Ärgernis herausstellen - werden die mitgelieferten Okulare allein nach dem Kriterium ausgesucht, die Kunden mit möglichst hohen Vergrößerungswerten zu locken. Hier sollte man beim Kauf sehr aufpassen und die Angebote miteinander vergleichen! Um dem Einsteiger eine Beurteilung zu erleichtern, werden nachfolgend verschiedene gängige Zubehörteile beschrieben. Okulare Das Objektiv (ob Spiegel oder Linsensystem) ist fest mit dem Fernrohr verbunden und bestimmt dessen grundsätzliche Leistungsfähigkeit. Okulare hingegen - sie befinden sich dort, wo der Beobachter ins Fernrohr hineinschaut - lassen sich auswechseln. Sofern ihre Steckdurchmesser übereinstimmen oder man Anpassungen vornimmt, lassen sie sich sogar an verschiedenen optischen Geräten verwenden. Auf Okularen ist entweder ihre Brennweite (meistens in Millimetern) angegeben oder ihre Vergrößerung, (die jedoch keineswegs etwas über die Vergrößerung des Fernrohrs aussagt). Wie man aus diesen Okular-Werten zusammen mit der Brennweite des Fernrohr-Objektivs die jeweilige Vergrößerung des Fernrohrs auf ganz einfache Weise berechnet, ist in Anhang B beschrieben. Zu Kaufhausfernrohren gehört meistens ein Satz von drei verschiedenen Okularen. Leider besitzen Billigfernrohr-Anbieter nicht selten die Frechheit, Okulare zu liefern, die rechnerisch zwar eindrucksvolle Vergrößerungen ergeben, praktisch aber über die Leistungsfähigkeit des Objektivs hinausgehen! Für den Käufer bedeutet dies, graue und unscharfe Bilder zu sehen. Das kann die Freude am Fernrohr verderben. Um zu beurteilen, welche Okulare zu einem Fernrohr mit gegebenem Objektivdurchmesser (auch Öffnung genannt) und gegebener Brennweite passen, gibt es einige Faustregeln, die von Praktikern immer wieder genannt und auch in Fachbüchern beschrieben werden. Sie sind denkbar einfach und können den Fernrohrkäufer davor bewahren, über's Ohr gehauen zu werden. Das gängige Newton-Spiegelteleskop für Amateure hat einen Spiegeldurchmesser von 114 mm und eine Brennweite von 900 mm. Anhand dieses Beispiels soll hier gezeigt werden, wie man mit einem solchen Fernrohr gelieferte Okulare beurteilen kann. (1) Die sog. Normalvergrößerung bedeutet, daß das am Objektiv einfallende Licht gleichmäßig auf die Pupillenöffnung des Auges übertragen wird. Die Formel dazu lautet: Objektivdurchmesser (in Millimeter) Normalvergrößerung = --------------------------------------- 6 mm (Es wird duch 6 mm geteilt, weil das an die Dunkelheit angepaßte Auge eine Öffnung von etwa diesem Durchmesser aufweist.) Mit der Normalvergrößerung hat man einen Wert für die mindestens zu wählende Vergrößerung. Setzt man den Objektivdurchmesser des hier gewählten Beispielteleskops ein, so kommt man auf eine 19 fache Vergrößerung. (2) Die nützliche oder förderliche Vergrößerung eines Fernrohrs ergibt sich aus dem Objektivdurchmesser in Millimetern. Beim Beispielfernrohr wäre dies also die 114 fache Vergrößerung. Stärker wird man im normalen Beobachtungsfall nicht vergrößern. (3) Als absolute Schmerzgrenze für die Beobachtung bei günstigen Witterungsbedingungen gilt unter Praktikern das Doppelte der nützlichen Vergrößerung eines Fernrohrs. Man spricht dann auch von der zweifachen Übervergrößerung. Im Beispielfall des 114 mm Reflektors ergibt sich also ein Wert von 228 fach. Vor dem Hintergrund des Gesagten ist die von einem Fernrohranbieter in Bezug auf ein 114 mm Objektiv angepriesene 500 fache Vergrößerung rechnerisch zwar möglich, praktisch aber völlig absurd: "Zudem ist bei einer (auch noch durch einen Fangspiegel behinderten) Öffnung von 114 mm die Vergrößerung von 500 fach nur noch als Bauernfängerei zu bezeichnen. Eine sehr bewährte Faustregel sagt, daß Du bei normalem Wetter etwa so hoch vergrößern darfst, wie die Öffnung in Millimetern ausmacht, also hier etwa 120fach. Bei ganz stillem Wetter (Morgendämmerung im Herbst bei leichtem Bodennebel) darf man auch mal bis zum doppelten gehen" (Georg Dittie, g.dittie@abbs.heide.de, z-netz.wissenschaft.astronomie.allgemein, Re: Welches Teleskop?, 23.02.1997). Fassen wir die nach den Faustregeln gewonnenen Werte für den 114/900 Reflektor also zusammen: Normalvergrößerung: 19 fach Förderliche Vergrößerung: 114 fach Zweifache Übervergrößerung: 228 fach Würde das Beispielfernrohr mit Okularen von 18 mm, 9 mm und 4,5 mm Brennweite angeboten, so ergäben sich Fernrohrvergrößerungen von 50, 100 und 200 fach (zur Berechnung vgl. Anhang B). Damit wäre man also nahe an den Werten, die sich aus den Faustregeln ergeben. Okulare, aus denen sich höhere Vergrößerungen ergeben würden, wären kein seriöses Angebot mehr. Überhaupt: Da das Kaufhausfernrohr auf einer zittrigen Montierung steht, sollte man eigentlich nicht am oberen Rand der Möglichkeiten operieren. Für das Beispielfernrohr wären also eher Okulare sinnvoll, die Vergrößerungen von vielleicht 30, 80 und 150 fach ergeben! Die folgende Tabelle enthält neben dem eben beschriebenen Beispiel noch die Werte des weiteren gängigen Kaufhausteleskops, eines Linsenfernrohrs mit gleicher Brennweite und einem Objektiv von 60 mm Durchmesser: | | | Feld für | Reflektor | Refraktor | weitere Be- | | | rechnungen ---------------------------+-----------+------------+------------ Objektiv Durchmesser | 114 mm | 60 mm | ----------------+-----------+------------+------------ Brennweite | 900 mm | 900 mm | ---------------------------+-----------+------------+------------ Normalvergrößerung | 19 fach | 10 fach | ---------------------------+-----------+------------+------------ Förderliche Vergrößerung | 114 fach | 60 fach | ---------------------------+-----------+------------+------------ Zweifache Übervergrößerung | 228 fach | 120 fach | ---------------------------+-----------+------------+------------ 1. Okular Brennweite | 18 mm | 30 mm | ----------------+-----------+------------+------------ Vergrößerung | 50 fach | 30 fach | ---------------------------+-----------+------------+------------ 2. Okular Brennweite | 9 mm | 15 mm | ----------------+-----------+------------+------------ Vergrößerung | 100 fach | 60 fach | ---------------------------+-----------+------------+------------ 3. Okular Brennweite | 4,5 mm | 9 mm | ----------------+-----------+------------+------------ Vergrößerung | 200 fach | 100 fach | ---------------------------+-----------+------------+------------ Das beschriebene Schema läßt sich auf beliebige Objektivdurchmesser und Brennweiten anwenden. Wer sich für ein Kaufhausfernrohr entscheidet, sollte die Werte der mitgelieferten Okulare auf jeden Fall vorher überprüfen. Das wird einen möglicherweise vor negativen Erfahrungen bewahren. Wer bereits ein Billigfernrohr mit ungeeigneten Okularen hat, kann Okulare im Astro-Fachhandel oder -Versand nachkaufen. Der Okular-Steckdurchmesser der Kauf- und Versandhausfernrohre von 24,5 mm ist anderswo zwar nach wie vor nicht gängig, doch bietet der Handel inzwischen ein Randsortiment, das dem Kaufhausfernrohr-Besitzer ausreichen (jedoch etwas teuer erscheinen) wird. Wer nicht viel Geld ausgeben will, kann z.B. auf Flohmärkten nach alten Mikroskop-Okularen suchen. Diese haben einen noch kleineren Steckdurchmesser (23 mm), so daß man Adapter bauen muß, wie in Abschnitt 5.7 beschrieben ist. Am überwiegenden Teil der Amateurfernrohre werden übrigens Okulare mit einem Steckdurchmesser von 1 1/4 Zoll (31.6 mm) verwendet. Übersicht der | Mikroskop: 23,0 mm Okular- | Kaufhausfernrohr: 24,5 mm steckdurchmesser | Amateurfernrohr: 31,6 mm (1 1/4 Zoll) Brillenträger (besonders solche mit astigmatischen Sehfehlern) werden ihre Sehhilfe beim Beobachten ungern abnehmen wollen. Leider sind die dem Auge zugewandten Okularlinsen bei Kaufhausfernrohren nicht besonders groß. Gerade die kurzbrennweitigen Okulare (unter 10 mm) haben hier extrem kleine Augenlinsen, so daß Brillenträger Probleme haben können. Die Fassungen mancher Kaufhausfernrohr-Okulare sind zum Teil aus Hartplastik. Die Kombination aus Metall- und Kunststoffteilen ist nicht unbedingt ein Nachteil. Man sollte aber darauf achten, daß die Okularhülsen innen schwarz sind, um Lichtreflexe zu vermeiden. Zenitprisma (auch Zenitspiegel genannt) Bei der Benutzung von Linsenfernrohren ist es nicht immer bequem, geradlinig von hinten in das Rohr zu schauen. Besonders bei Objekten, die hoch am Himmel stehen, muß sich der menschliche Beobachter ziemlich verrenken, um sein Auge an das Okular zu bringen. Hier schafft das Zenitprisma, das unmittelbar vor dem Okular in den Strahlengang des Fernrohrs gesetzt wird, Abhilfe. Es besteht aus einem kleinen Glasprisma, das die vom Objektiv kommenden Lichtstrahlen abknickt (meistens im Winkel von 90 Grad). Damit wird der Einblick bei vielen Fernrohrpositionen deutlich bequemer. Wer sein Fernrohr erst häufiger benutzt hat, wird nur noch mit dem Zenitprisma beobachten. Das Zenitprisma ist also ein Zubehörteil, auf das man beim Kauf eines Refraktors in jedem Falle achten sollte. Als Nachteil mag dem Anfänger erscheinen, daß das Zenitprisma ein seitenverkehrtes Bild erzeugt. Aber was bedeutet schon oben oder unten oder rechts oder links im Weltall?! Spiegelteleskope nach Newton werden allerdings ohne Zenitprisma geliefert. Bei ihnen ist der Einblick aufgrund des am oberen Rohrende liegenden Okulars in jeder Position bequem erreichbar; das Zenitprisma ist somit überflüssig. Umkehrprisma Das astronomische Fernrohr (sprich: Refraktor) liefert ein auf dem Kopf stehendes Bild. Um dieses für Erdbeobachtungen aufzurichten, wird ein Umkehrprisma zwischen Okularauszug und Okular gesteckt. Angeboten werden zwei Arten. Etwas klobiger ist der "Porroprismensatz", der in einem dosenförmigen Gehäuse untergebracht ist. Die sogenannten "Amici-Prismen" sind kompakter und sehen äußerlich dem Zenit-Prisma sehr ähnlich. Mondfilter Das an die rundherum herrschende Dunkelheit gewöhnte Auge kann durchaus geblendet werden, wenn das Fernrohr auf die verhältnismäßig helle Mondoberfläche gerichtet wird. Dagegen gibt es das Mondfilter, das bei Bedarf auf die Okulare geschraubt werden kann. Meistens gehört ein Mondfilter zum Lieferumfang eines Kaufhausfernrohres. Gerade bei größeren Fernrohröffnungen ist es überaus sinnvoll. Sonnenfilter Wer sein Fernrohr auf die Sonne richtet und hineinschaut, wird zukünftig wahrscheinlich nie mehr Freude an seinen Augen haben! Um die Sonne überhaupt beobachten zu können, muß ihr Licht stark gefiltert werden. Bei den Kaufhausfernrohren findet sich oftmals ein tiefschwarzes Filter, das wie auch das Mondfilter auf die Okulare geschraubt werden kann. Man kann die Sonne damit zwar sehr schön beobachten, allerdings wird immer wieder gewarnt: "Okularsonnenfilter sollte man auch mit einer Metallfassung *NICHT* verwenden!!! Der Filter kann sehr leicht durch Ueberhitzen platzen" (Franz Katz, 107422.2147@CompuServe.com, z-netz.wissenschaft.astronomie.allgemein, Re: Haendlerpreise, 19.02.1997). Offenbar gibt es auf dem Markt Billigfernrohre, bei denen selbst wichtige Teile aus Kunststoff gefertigt sind, "z.B. die Einfassungen der Einschraubsonnenfilter" (dos@trashcan.mcnet.de, Realname nicht bekannt, z-netz.wissenschaft.astronomie.allgemein, Re: Welches Teleskop? dazu: Frage, 03.03.1997). Vom Kauf solcher Fernrohre wird selbstverständlich auch ein hartgesottener Verteidiger von Kaufhausfernrohren abraten. Wie groß die Gefahr durch Okular-Sonnenfilter wirklich ist, läßt sich nur schwer einschätzen. Da es jedoch um eine sehr ernsthafte Gefährdung des Augenlichts geht, sollte man das Restrisiko ausschließen und die Sonne nur mit Objektivsonnenfiltern (teuer!) oder mittels der altbewährten Projektionsmethode betrachten: Sonnenprojektionsschirm Hält man in einiger Entfernung hinter das Okular z.B. ein Stück Papier, so wird dort ein Abbild der Sonne (samt eventuell vorhandener Sonnenflecken) sichtbar. Um diese Projektionsmethode zu unterstützen, gehört zum Lieferumfang mancher Kaufhausfernrohre ein Sonnenprojektionsschirm, der meist in Kombination mit dem Zenitprisma verwendet wird - der Schirm ist dann rechtwinklig zur optischen Achse des Fernrohrs montiert. Eigentlich sind Kaufhausfernrohre nicht ausreichend stabil, um noch einen solchen Schirm zu tragen. Das projezierte Sonnenbild zittert somit erheblich. Da aber die Projektionsmethode eine ungefährliche Möglichkeit zur Sonnenbeobachtung bietet, kann man einen Sonnenprojektionsschirm durchaus zum sinnvollen Zubehör eines Komplettangebots zählen (siehe auch unter 4.2). Barlowlinsen Eine Barlowlinse (es handelt sich dabei um ein Linsensystem) wird zwischen Objektiv und Okular eines Fernrohrs eingesetzt. Sie verlängert die Brennweite des Objektivs, was dazu führt, daß die eingesetzten Okulare eine höhere Vergrößerung des Gesamtsystems ergeben. Wenn die vorhandenen Okulare allerdings schon an der oberen Grenze der vertretbaren Möglichkeiten des Objektivs operieren, ist eine Barlowlinse kompletter Unsinn! Hinzu kommt, daß das Licht beim Einsatz einer Barlowlinse zusätzliche optische Komponenten durchqueren muß, was bei schlechter Qualität der Bestandteile die Bildqualität nicht eben fördert. Von Kaufhausfernrohren mit Barlowlinsen ist dringend abzuraten! Qualitativ hochwertige Barlowlinsen können dann sinnvoll sein, wenn z.B. Brillenträger die Verwendung von kurzbrennweitigen Okularen (aufgrund deren kleiner Augenlinsen) vermeiden wollen. Beleuchteter Okulartisch am Stativ Professionell muten dem Laien im Zentrum des Stativs angeordnete (manchmal sogar beleuchtete) Tische für die Aufnahme von Okularen und anderm Zubehör an. Ein solcher Tisch ist in der Tat sehr sinnvoll und nützlich! - Eine mitgelieferte batteriegespeiste Beleuchtung ist es jedoch überhaupt nicht, denn ihre Batterien sind meistens ausgelaufen, wenn man das Fernrohr mal wieder hervorholt, und außerdem ist das Licht viel zu grell. Weiterhin ist der kleine Beleuchtungsarm im Weg, wenn man nach den Gerätschaften greift. Wie oben erwähnt, hat der routinierte Astronom eine kleine Rotlichtlampe in der Tasche. 3 Astrofotografie mit dem Billigfernrohr? ----------------------------------------------------------------- Für die Astrofotografie sind die Kauf- und Versandhausfernrohre grundsätzlich nicht geeignet. Ihre Fokussierungen und Montierungen sind viel zu leicht gebaut, um eine handelsübliche Kleinbildkamera am Rohrende zu halten. Bei allem Willen, die Billigteleskope zu verteidigen: Astrofotografie durch das Rohr funktioniert nicht. Allerdings besteht durch individuelle Bastelarbeit die Möglichkeit, einen Fotoapparat zusätzlich auf das Fernrohr zu montieren oder die Kamera im Falle einer parallaktischen Montierung am Ende der Gegengewichtsstange zu befestigen. Man nennt dieses Verfahren auch Piggyback-Fotografie (von pickaback = huckepack). Auf diese Weise lassen sich Sternenfelder fotografieren. Geeignet sind dazu an der Kleinbildkamera alle Objektive vom starken Weitwinkel- bis zum Teleobjektiv von 135 Millimetern. Am Anfang wird jeder selbst mit Blenden, Belichtungszeiten und verschiedenen Filmempfindlichkeiten experimentieren müssen, bevor er zu guten Ergebnissen kommt. Da alle Belichtungen mindestens einige Minuten dauern, muß der Fotoapparat der Bewegung der Sterne über den Himmel nachgeführt werden. Geschieht dies nicht, erscheinen die Sterne auf dem Bild nicht als Punkte, sondern als dünne Streifen. Hier macht die Montierung des Fotoapparats auf das Teleskop Sinn, weil das Fernrohr so als Leitrohr zur Nachführung der Kamera genutzt werden kann. Dazu stellt man einen Stern im Fernrohr ein und läßt ihn während der Belichtung des Films nicht aus dem Bildfeld wandern. Um die Qualität der Aufnahme nicht zu gefährden, darf man das Fernrohrbild dabei bestenfalls zehn Sekunden aus den Augen lassen. Bei einer Belichtungszeit von zwanzig oder dreißig Minuten bedeutet dies in der Tat eine nicht ganz leichte Geduldsübung! Einige Ergebnisse und Erfahrungen mit der Piggyback-Fotografie an einem Kaufhausfernrohr lassen sich in dem Artikel von Elke und Rainer Mannoff nachlesen (siehe Anhang E: Literatur). Um eine möglichst präzise Nachführung zu erreichen, verwenden die Autoren als Zusatzausstattung zum Billigfernrohr allerdings ein beleuchtetes Fadenkreuzokular. Bei den heute gängigen Fotoapparaten, deren Verschluß elektronisch gesteuert wird, kann gerade in kalten Nächten die Batterie schnell versagen, d.h. der Kameraverschluß schließt sich plötzlich, ohne daß man etwas dazugetan hätte... Es kann sich also als sehr nützlich erweisen, eine Ersatzbatterie dabeizuhaben, wenn man Sterne fotografiert. Für die Astrofotografie sind insofern ältere Kameras, die noch rein mechanisch arbeiten, wesentlich besser geeignet. Noch interessant für Einsteiger ist vielleicht der Hinweis, daß es an den stabilen Amateurfernrohren zwei voneinander zu unterscheidende Möglichkeiten gibt, einen Fotoapparat am Fernrohr selbst anzuschließen. Die einfache Variante besteht darin, die Kamera im Bereich des Brennpunkts des Fernrohrobjektivs anzubringen. Mit der Fokussierung wird das Bild im Kamerasucher scharfgestellt - es ist also eine Spiegelreflexkamera erforderlich. Der Bildausschnitt hängt bei diesem Verfahren allein von der Brennweite des Fernrohrobjektivs ab (Fokalfotografie). Bei der zweiten Variante wird zwischen Fernrohrobjektiv und Kamera ein Okular eingesetzt. Mit der Wahl des Okulars läßt sich hier der auf der Filmebene entsthende Bildausschnitt variieren (Okularprojektion). Für stabile Amateurfernrohre gibt es Anschlußstücke zu kaufen, welche diese beiden Varianten der Astrofotografie unterstützen. Für Kauf- und Versandhausfernrohre wird dieses Zubehör nicht angeboten - schließlich existieren, um einen Vergleich zu wagen, auf dem Markt auch keine Lastwagenanhänger, die mit einer PKW-Anhängerkupplung ausgestattet sind. Kameraadapter an Kaufhausfernrohren sind nicht seriös. Seit einiger Zeit verwenden auch Amateurastronomen an ihren Fernrohren sog. CCD-Kameras (CCD = Charge Coupled Device). Bei diesem Verfahren wird das Bild von einem lichtempfindlichen integrierten Schaltkreis (Mikrochip) aufgenommen und somit unmittelbar als Computergraphik in einen Personal Computer übertragen. Da die CCD-Kameras aus technischen Gründen stark gekühlt werden müssen, sind sie von Größe und Gewicht eher noch schwerer als eine Spiegelreflex-Kamera. Somit ist auch diese Art der Bildgewinnung mit Kaufhausfernrohren nicht möglich. 4 Beobachtungen mit kleinen Fernrohren ----------------------------------------------------------------- Was nun kann man sehen im Kaufhausfernrohr? Es ist schon eine ganze Menge. Nachfolgend wird beschrieben, was von verschiedenen Objekten zu sehen ist und welche kleinen Kniffe zu guten Beobachtungsergebnissen führen. In der Tat bieten kleine Fernrohre äußerst interessante Möglichkeiten für Leute, die noch staunen können. 4.1 Mond ----------------------------------------------------------------- Der Mond ist ein Beobachtungsobjekt, das selbst bei Verwendung einfachster Fernrohre Erfolgserlebnisse vermittelt. Wer zum ersten Mal durch ein Fernglas oder Fernrohr Mondkrater mit eigenen Augen sieht, wird sehr beeindruckt sein. Plastisch heben sich die Strukturen heraus, und bald erkennt der Anfänger auch Hügel, Gebirge und Furchen. Farblich ist zwar alles grau, doch es gibt teilweise abrupte Übergänge zwischen hellen und dunkleren Partien. Zur Beobachtung sollte man nicht auf Vollmond warten. Dann nämlich ist der Anblick am wenigsten interessant. Das liegt zunächst daran, daß der volle Mond stark blendet. Hier braucht man auch am kleinen Fernrohr ein Mondfilter (vgl. Abschnitt 2.9). Weiterhin sind bei Vollmond kaum Oberflächenstrukturen erkennbar, weil aufgrund des Lichteinfalls keine Schatten vorhanden sind. Diese sind es aber, die uns die Mondoberfläche erst plastisch machen. Wesentlich eindrucksvoller ist die Mondbeobachtung also bei zu- oder abnehmendem Mond. Dann nämlich läßt sich der Übergangsbereich zwischen der Tag- und Nachtseite des Mondes betrachten, wo lange Schatten Krater und Berge deutlich hervortreten lassen. Dem flüchtigen Betrachter kann die Mondbeobachtung schnell langweilig werden. Auf längere Sicht wird derjenige Freude am Mond behalten, wer sich kleine Beobachtungsaufgaben stellt. So kann man sich aufgeben, bestimmte Krater oder Formationen aufzufinden oder z.B. die Landestellen der Mondflüge. Selbstverständlich kann man den auf dem Mond zurückgebliebenen Astroschrott nicht sehen. Mit dem Billigfernrohr (6 cm Refraktor) lassen sich rechnerisch aber immerhin Strukturen von 3,8 km Abstand auflösen, d.h. schon ein Krater von nur 12 km Durchmesser müßte als solcher erkennbar sein! - zumindest theoretisch... Mit einem guten Maß an Beobachtungserfahrung und einem guten Mondatlas, der Angaben über Durchmesser einzelner Krater enthält, kann man selbst herausfinden, was das eigene Fernrohr hergibt. Gerade auch für Beobachter in der Stadt ist der Mond ein dankenswertes Objekt. So läßt er sich problemlos auch vom Balkon betrachten, ist wenig streulichtanfällig, ja, um ihn im Fernrohr zu studieren, muß es noch nicht einmal Nacht sein. Eines ist jedoch zu bedenken: Wenn der Mond nachts hell am Himmel steht, sind alle anderen Objekte nur sehr eingeschränkt oder gar nicht zu beobachten, weil das Mondlicht alles andere überstrahlt. Bei Vollmond sind mit bloßem Auge gerade noch die hellsten Sterne erkennbar, und auch auf der Mondoberfläche sind aus dem genannten Grund kaum Konturen zu erkennen, so daß sich das Rausgehen kaum lohnt. *** Mehr zum Thema Mondbeobachtung in Vorbereitung *** 4.2 Sonne ----------------------------------------------------------------- *** Abschnitt in Vorbereitung *** 4.3 Milchstraße ----------------------------------------------------------------- Wahrscheinlich haben die meisten Menschen noch nie gesehen, daß sich bei etwas genauerem Hinsehen ein ziemlich gerader nebliger Streifen über den gesamten Sternenhimmel zieht. Wer sein Fernrohr oder Fernglas darauf richtet, wird sofort sehen, daß es sich bei dem "Nebel" in Wirklichkeit um unzählige Sterne handelt. Wenn man das nur etwas auf sich wirken läßt, dann wird plötzlich klar: Das Band ist der Blick in die Scheibe der Galaxis, in wir leben. Sie hat genau die flache Form, wie unzählige andere Galaxien auch, die wir von Fotografien bestens kennen. 4.4 Doppelsterne ----------------------------------------------------------------- *** Abschnitt in Vorbereitung *** 4.5 Venus ----------------------------------------------------------------- *** Abschnitt in Vorbereitung *** 4.6 Mars ----------------------------------------------------------------- *** Abschnitt in Vorbereitung *** 4.7 Jupiter ----------------------------------------------------------------- Wer sein kleines Fernrohr zum ersten Mal auf Jupiter richtet, der kann ein "O!"-Erlebnis haben. Wenn man gerade Glück hat, reihen sich vor dem Auge vier kleine Monde nahezu in einer Linie auf. Beobachtet man an aufeinanderfolgenden Tagen, so läßt sich durchaus sehen, wie die Monde um den Jupiter tanzen. Das ist sogar gegen das blendende Licht einer Straßenlaterne zu erkennen. Eigentlich müßten die Monde schon mit dem bloßen Auge sichtbar sein. Die Helligkeit Jupiters blendet jedoch zu sehr. Mit dem Billigfernrohr lassen sich sogar Wolkenbänder auf der Jupiteroberfläche unterscheiden. Das nördliche und südliche Äquatorband erscheinen bei Übervergrößerung (Begriff siehe Abschnitt 2.9: Okulare) als dunkelgraue Streifen auf der sonst hellen Planetenfläche. Zu dieser Beobachtung sind allerdings gute Sichtverhältnisse erforderlich. Als ideal erweisen sich wenig windige Nächte, in denen es zuvor geregnet hat. Mit dem Regen werden nämlich kontrastmindernde Schwebstoffe - ob Ruß aus Autoabgasen oder Blütenstaub - aus der Luft gewaschen. Es lohnt sich also durchaus, das Fernrohr auch dann aufzubauen, wenn Wolken am Himmel sind. Klare Abschnitte ergeben sich gar nicht so selten. Und wenn sich langsam wieder Wolken vor das Fernrohrbild schieben, so daß der Bildkontrast sich in sekundenschnelle rapide verringert, macht das Warten auf ein Loch zwischen den Wolken den Beobachtungsabend umso spannender - besonders wenn interessante Gesprächspartner zur Stelle sind. 4.8 Saturn ----------------------------------------------------------------- Der Saturnring ist im Kaufhausfernrohr durchaus sichtbar. Allerdings sollte sich der Anfänger vor Selbsttäuschungen hüten, denn so mancher Saturnring entsteht erst im Fernrohr. Punktförmige oder nahezu punktförmige Lichtquellen werden von Fernrohren als etwas gestreckte Scheibchen abgebildet, die umso breiter werden, je weniger das Bild scharf gestellt ist. Diese Abbildungsfehler als Saturnring zu interpretieren passiert schnell. Mit dem Billigfernrohr sieht man den Saturnring in ganz dunklen Nächten bei gleichzeitig guter Sicht (wenn die Sterne wenig funkeln). Wenn das Bild irgendwie merkwürdig unscharf bleibt und sich anders verhält als bei anderen Sternen oder Planeten, dann könnte es sich um den Saturnring handeln. Der Beobachter am Billigfernrohr sollte dann nicht mehr am Rädchen des Okularauszugs drehen, sondern versuchen, ein scharfes Bild durch hin- und herschieben des Okulars zu erreichen. Er muß jetzt Geduld haben und sich kritisch fragen, was er sieht, bevor er unter staunenden Mitmenschen behauptet, im Kaufhausfernrohr den Saturnring gesehen zu haben. Mit etwas Routine weiß man dann aber schon, was man sieht. 4.9 Kometen ----------------------------------------------------------------- Kometen sind kilometergroße Schneebälle, die vorwiegend aus gefrorenem Wasser, Kohlenoxiden und schlichtem Dreck bestehen. Sie bewegen sich um die Sonne auf Umlaufbahnen, die zum Teil weit über die Bahngrenzen der äußeren Planeten hinausgehen. An Kometen zeigt sich sehr schön, wie man mit unterschiedlichen Geräten in unterschiedliche Tiefen des Detailerkennens vordringen kann. So stellte sich der Komet Hale-Bopp im März 1997 dem Beobachter auch ohne optische Hilfsmittel als eindrucksvolle Erscheinung dar. In vergangenen Jahrhunderten wäre dieser Komet geeignet gewesen, Furcht und Schrecken zu verbreiten: ein heller, nebliger Fleck mit dunstigem Schweif, der umso länger wird, je konzentrierter man hinsieht. Im Fernglas ließ sich schon mehr erkennen: Der Schweif war in zwei leicht faserige Teile aufgefächert. Der helle Kern bzw. die Koma wirkte irgendwie asymmetrisch, als wäre da ein kleiner dunkler Fleck oder Schatten. Die Antwort auf die Ungewißheit des Fernglas-Beobachters konnte der Besitzer eines Billigfernrohrs (z.B. 6 cm Refraktor bei 25facher Vergrößerung) durchaus liefern: Zu sehen war eine einseitige, helle, fächerförmige Ausbuchtung, die dann in Richtung des Schweifs in eine ebenso helle, aber im Verhältnis zum Gesamtschweif recht kurze Spur überging. Der Besitzer eines Spiegelteleskops für 4000 Mark (Celestron 8, ein Schmidt-Cassegrain-Teleskop, Öffnung 20 cm) beobachtete bei 80 facher Vergrößerung selbstverständlich wesentlich mehr als der mit dem Kaufhausfernrohr bei 60 fach, keine Frage: "Ich flitze nach Hause und zerre das Celestron 8 zum Auto. (...) Peng - damit habe ich nicht gerechnet, mir bleibt fast die Luft weg. Was ich da bei 78x-Vergrößerung zu sehen bekomme, haut mich um. Im Zentrum wieder die gewohnt gelbe Kernregion, eindeutig scheibenförmig (...). Aber südwestlich davon - unfaßbar. Drei dicke Lagen Staub sieht man dort. Wie Wiener Würstchen. Nach außen hin länger und schwächer werdend sind die auf Anhieb *deutlich* zu erkennen - *das* hat mir noch kein Komet geboten" (Stefan Korth, s.korth@abbs.heide.de, z-netz.wissenschaft.astronomie.allgemein, "Wiener Wuerstchen", 02.03.1997). Besonders interessant ist die Dynamik der Kometen. Wer einen Kometen über einen gewissen Zeitraum regelmäßig beobachtet und z.B. Bleistiftzeichnungen anfertigt, kann die Veränderungen seiner Erscheinung verfolgen. Ob man dazu ein Billigfernrohr benutzt oder dasselbe auf "höherem Niveau" mit einem Gerät zum Preis von mehreren tausend Mark betreibt, das ist im Grunde gleichgültig, denn spannend ist es in jedem Falle. Man bekommt auch mehr mit, als in den Medien gezeigt wird. Fotos, die in den Tageszeitungen abgedruckt sind, wenn ein Komet hell über den Dächern steht, lassen meistens sehr zu wünschen übrig. Da ist schon mit dem Kaufhausfernrohr weit mehr zu entdecken, sofern man es nicht in laternenlichtverseuchter Gegend aufstellen muß. 4.10 Neblige Objekte und indirektes Sehen ----------------------------------------------------------------- Der flüchtige Betrachter sieht am klaren Nachthimmel einfach nur Sterne und wird somit das All für einen gleichmäßig mit Sternen angefüllten Raum halten... Weit gefehlt! Der Weltraum hat eine höchst komplexe Struktur und ist mit den buntesten und unförmigsten Objekten angefüllt. Sterne konzentrieren sich in Galaxien oder Sternhaufen; aus riesigen Gaswolken bilden sich Sterne, die dann eines Tages ausbrennen und sich wiederum verändern u.v.a.m. Vieles ist von der Wissenschaft bisher unzureichend verstanden. Doch je aufwendiger die zur Verfügung stehenden Instrumente werden, desto eindrucksvoller werden auch die Bilder, die wir zu sehen bekommen. Bestes Beispiel dafür sind die Ergebnisse des in der Erdumlaufbahn befindlichen (und dort mit einigem Aufwand reparierten) Hubble Space Telescope. Im kleinen Fernrohr ist das alles selbstverständlich sehr viel weniger beeindruckend. Wer die seit jeher überall abgedruckten Bilder z.B. von der Andromeda-Galaxie kennt, wird möglicherweise enttäuscht sein, wenn sich das Gebilde im eigenen Fernrohr dann nur als längliches, nebliges Etwas darstellt, das so gar nicht wie in den Büchern aussehen will. Schuld daran sind nicht die Billigfernrohre, sondern unsere Augen. Sie sind zwar durchaus lichtempfindlich, aber nicht darauf ausgelegt, die geringen Lichtmengen von spärlichen Lichtquellen durch Sammeln zu verstärken. Stattdessen wird der Bildeindruck in kurzen Abständen erneuert. Denn schließlich sind unsere Augen nicht zum Sternegucken entstanden, sondern um uns in die Lage zu bringen, unsere Bewegungen zu kontrollieren, z.B. um eine Banane vom Baum zu pflücken, wenn wir hungrig sind... Auch mit dem Farbensehen ist es übrigens nicht weit her bei der Betrachtung lichtschwacher Objekte. Im Zusammenhang mit Himmelsbeobachtungen fällt manchmal der Begriff "Deep Sky". Damit sind Objekte in der - wie das englische Wort sagt - Tiefe des Weltraums gemeint, also vorwiegend ferne Galaxien, die an unserem Himmel nur sehr lichtschwach erscheinen. Aber auch andere wenig augenfällige Objekte wie Gaswolken oder winzig erscheinende Sternhaufen werden dazu gezählt. Auf Deep Sky Beobachtungen spezialisierte Astro-Amateure besitzen denn auch mannshohe Newton-Teleskope mit staunenswerten Spiegeldurchmessern. Solche Geräte können (Stichwort: "Dobson") gut und gerne über 20.000 Mark kosten. Zwar lassen sich auch mit kleineren Amateur-Fernrohren vielerlei obskure Gebilde sichtbar machen, jedoch nur mit einem angeschlossenen Fotoapparat oder mit einer CCD-Kamera. Über längere Zeit belichtete Aufnahmen zeigen dann, was mit bloßem Auge durch dasselbe Fernrohr gar nicht zu sehen ist. Wie in Abschnitt 3 gesagt, eignen sich Kauf- und Versandhausfernrohre für die Astrofotografie leider nicht. Dennoch lohnt es sich, am Himmel nach lichtschwachen Objekten Ausschau zu halten. So entpuppt sich mancher kleine Nebelfleck schon im Billigfernrohr als Haufen aus unzähligen einzelnen Sternen. Überhaupt ist es spannend, bei der unbefangenen Erkundung des Himmels mit dem Fernrohr auf Objekte zu treffen, die eben keine Sterne sind, und die man dann in einem Atlas auffinden und identifizieren kann. So hat Dieter Kremb aus Hagenbach (vgl. Interstellarum Nr. 10) mit einem 11,4 cm Kaufhaus-Spiegelteleskop über 500 Deep-Sky-Objekte beobachtet, darunter fast 90 Galaxien, über 40 Kugelsternhaufen und etwa 200 offene Sternhaufen. Voraussetzung für diese Erfolge, so Kremb, ist eine dunkler Beobachtungsplatz. Außerdem hat er den unbrauchbaren Sucher seines Kaufhausfernrohrs ausgetauscht und verwendet zusätzlich gekaufte Okulare. Einige Amateure sind ständig auf der Suche nach neuen Objekten: Sie hoffen, einen bisher unbekannten Kometen zu entdecken, der dann nach ihnen benannt wird. Mit dem Billigfernrohr sollte man sich da aber wenig Hoffnungen machen, denn die weitaus besser ausgestatteten und erfahrenen Astro-Freaks haben hier die Nase vorn. So fand z.B. der Japaner Yuji Hyakutake den nach ihm benannten Kometen mit einem Großfernglas 25x100! Auf eine besonders hohe Vergrößerung kommt es bei der Suche nach Kometen nicht an. Entscheidend ist vielmehr das Sammeln von möglichst viel Licht, um die anfangs sehr lichtschwachen Kometen einzufangen. So werden denn auch Fernrohre, die eine im Verhältnis zur Öffnung kurze Brennweite haben, als "Kometensucher" bezeichnet. Beispiel wäre ein Refraktor mit einem Objektivdurchmesser von 80 mm bei einer Brennweite von 400 mm. Manche Entdecker haben den nächtlichen Himmel übrigens mehrere Hundert Stunden lang konzentriert abgesucht, bevor sie einen Kometen entdeckten. Im Zusammenhang mit nebligen Objekten soll hier noch ein altbewährter Beobachtungstrick erläutert werden, den auch jeder Anfänger ausprobieren sollte. Gemeint ist die als indirekte oder auch extrafoveale Beobachtung bezeichnete Methode. Sie versucht, die Unzulänglichkeit des Auges etwas aufzufangen. Unsere besonders lichtempfindlichen Sehzellen liegen nicht im Zentrum unseres Blicks. Dort, wo wir also besonders scharf sehen, nehmen wir geringe Lichtmengen nur verhältnismäßig schlecht wahr. Da das Auge zum Rande seines Sehfelds lichtempfindlicher wird, blickt man bei lichtschwachen Objekten einfach auf den Rand des Fernrohr-Sehfelds und versucht dann, sich auf den unscharfen Seheindruck in der Mitte des Fernrohrbildes zu konzentrieren. Ein dortiges nebliges Objekt erscheint deutlich heller, als wenn man es direkt fixiert. Um nicht ausgerechnet den bekannten "blinden Fleck" des aus der Netzhaut austretenden Sehnervs zu treffen, sollte man übrigens an den jeweils von der Nase abgewandten Rand des Fernrohrbildes schauen (oder nach oben oder unten). Sofern dieser Text nicht in einem Bildschirmfenster mit winziger Schrift dargestellt ist, läßt sich das indirekte Sehen mit folgender Skizze gleich etwas üben: Blinder + Fleck Man schließe ein Auge eigener Wahl und fixiere mit dem noch offenen das Kreuz in der Mitte. Was ist auf diese Weise von der Struktur der beiden Wörter links und rechts zu erkennen? Bewegt man den Blick nun langsam vom Kreuz auf eines der Wörter zu, so erkennt man mit etwas Aufmerksamkeit, wie die Konturen der Buchstaben immer schärfer werden. Beläßt man den Blick auf dem Kreuz und nähert sich dem Bildschirm (oder dem Papier), so wird je nach gewähltem Auge entweder das linke oder das rechte Wort irgendwann im blinden Fleck verschwinden. Das indirekte Sehen erfordert also etwas Übung. 5 Bastelarbeiten ----------------------------------------------------------------- Kaufhaus-Fernrohre sind - wie eingangs bemerkt - etwas für Bastler. Freude an ihnen wird haben, wer am Anfang Bastel- und Beobachtungszeit zu gleichen Teilen verteilt. Die folgenden Abschnitte sollen dem Einsteiger andeuten, wie sinnvolle Ergänzungen der Billigfernrohre aussehen können. 5.1 Stativ aus Dachlatten ----------------------------------------------------------------- Das Schwingen der Billigfernrohre fängt beim Stativ an. Und es bringt nur eine relativ geringe Verbesserung, wenn man die Gummifüßchen abzieht und die Stativbeine möglichst nicht sehr weit auszieht. Als gravierender Nachteil dieser Stative kommt hinzu, daß man selbst bei voll ausgezogenen Stativbeinen mit gekrümmtem Rücken beobachten muß, was einem die Freude rasch verdirbt. (Das gilt bauartbedingt nicht so sehr für Newton-Teleskope, weil man dort am oberen Rohrende hineinschaut.) Für ein stabiles Stativ zu sorgen, ist also äußerst wichtig und durchaus erfolgversprechend: "Ein Schulfreund von mir hatte den Quelle-Newton (mit dem wir häufig per Moped aus München raus aufs Land gefahren sind) später auf eine Säule mit Betonsockel gesetzt, was eine erhebliche Steigerung des Nutzwertes nach sich zog! Wenn das Ding nicht dauernd wackelt, sieht man damit auch schon was" (Thomas Pfleger, th.pfleger@abbs.heide.de, z-netz.wissenschaft.astronomie.allgemein, "Re: Teleskope, wo gibt es guenstige?", 21.02.97). Aus diesem Grunde soll hier ausführlich beschrieben werden, wie man ein stabiles Stativ mit einfachen Mitteln aus gehobelten Dachlatten selbst herstellen kann. Zusammen mit Scharnieren, Schrauben und Eisenteilen aus dem Baumarkt kann man die Holzlatten verhältnismäßig schnell zu einer soliden Konstruktion zusammenfügen. Über die ideale Höhe des Stativs läßt sich keine Aussage machen. Hier wird die Ansicht vertreten, daß die optimale Höhe erreicht ist, wenn man bei Beobachtungen in Horizontnähe zum Zenitprisma etwas heraufschauen muß und bei Beobachtungen in Zenitnähe den Körper leicht hinabbeugt. Jeder sollte die für sich geeignete Höhe durch Probieren herausfinden. Das läßt sich machen, indem man unter die Beine des vorhandenen Stativs so lange Bücher stapelt, bis die Höhe des Systems als angenehm empfunden wird. Nun läßt sich mit einem Zollstock feststellen, wie lang die neuen Beine sein müssen. Wenn man sie in einem Auto ohne Heckklappe transportieren will, sollten sie allerdings nicht zu lang sein. Stativbeine für Newton-Teleskope werden aufgrund des Einblicks am oberen Fernrohrende verhältnismäßig kürzer sein. In die oberen Enden der Dachlatten sägt bzw. sticht man eine Aussparung, die eine Idee breiter ist als die Stativ-Arme der Montierung. Zum Festschrauben des Stativbeins an der Montierung benutzt man eine Schloßschraube mit Flügelmutter. Den Vierkant unterhalb des Schraubenkopfes drückt bzw. schlägt man vorsichtig ins Holz. Damit ist gewährleistet, daß sich die Schraube beim Festziehen der Mutter nicht mitdreht. Das Prinzip der Befestigung der Montierung am selbst gebauten Stativ entspricht also dem der mit dem Fernrohr gelieferten. Um die Festigkeit der Verbindung zwischen Holz des Stativs und Metall der Montierung zu gewährleisten, müssen die beiden oberen Finger des Stativbeins leicht beweglich sein. Dies wird durch Einsägen einer senkrechten Kerbe erreicht (vgl. Fig. 5.1-1). MMMMMMMMMMMMMMM MMMMMMMMMMMMMMM _____ Fuß der Montierung MMMMMMMMMMM MMMMMMMMMMM SSSSS MMMMMMMMMMM SSSSS Schloß- . SSSSS MMMMMMMMMMM SSSSS // schraube -- :H#SSSSS#MMMMMMMMMMM#SSSSSMB ____ Flügelmutter ' SSSSS MMMMMMMMMMM SSSSS \\ SSSSS MMMMMMMMMMM SSSSS SSSSS SSSSS SSSSSSSSSSS SSSSSSSSSSS SSSSSSSSSSS SSSSSSSSSSS ______ Stativbein SSSSSSSSSSS SSSSSSSSSSS SSSSSSSSSSS SSSSSSSSSSS SSSSSSSSSSS SSSSSSSSSSS SSSSSSSSSSS SSSSSSSSSSS SSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSS SSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSS ^---- eingesägte Kerbe Fig. 5.1-1 Oberes Ende des Stativbeins (Vorderansicht) Um die drei Stativbeine etwas oberhalb halber Höhe miteinander zu verbinden, werden Scharniere und Flacheisen verwendet. Es gibt sie im Baumarkt in unterschiedlichsten Größen als Verbindungen für Holzteile. Wie aus Fig. 5.1-2 ersichtlich, wird ein Flachstahl mit einem Scharnier verbunden. Dies geschieht mit kleinen Schrauben, Muttern und Scheiben. Sofern die in Scharnier und Flacheisen bereits vorgefundenen Bohrungen nicht übereinstimmen, muß man Löcher selbst bohren. Dies ist mit einem scharfen Bohrer nicht schwer, wenn er in eine Vertiefung greifen kann, die man zuvor mit einem Körner geschlagen hat. Die andere Seite des Scharniers wird - wie in der Abbildung gezeigt - an der Dachlatte mit Holzschrauben befestigt. An den dem Scharnier gegenüberliegenden Enden der Flacheisen wird jeweils ein Loch gebohrt, um eine Schraube mit Flügelmutter durchführen zu können. Diese dient dazu, die drei Flacheisen der drei Stativbeine zusammenzuhalten. SSSSS SSSSS SSSSS _____ Stativbein SSSSS SSSSS Metallschiene SSSSS (verzinktes Flacheisen) SSSSS / SSSSS / SSSSS ============================= ==== SSSSS o"""""""""" \ SSSSS I \ Bohrung SSSSS I \ SSSSS I Scharnier SSSSS I SSSSS SSSSS SSSSS SSSSS SSSSS SSSSS _____ Angespitzter Fuß SSSS SS S Fig. 5.1-2 Mittlerer und unterer Teil des Stativbeins (Seitenansicht) Die Fußenden der Stativbeine werden angespitzt. Dies gelingt am saubersten mit einer Säge. Damit die Holzspitze nicht so leicht ausfranst, ist es empfehlenswert, einfach eine Holzschraube hinein zu schrauben. Dies fördert zusätzlich die Standfestigkeit. Weiterhin ist es sinnvoll, die Schrauben mit den Flügelmuttern (je nach Vereinbarkeit mit den Gegebenheiten des Stativ-Holzes und der Montierung) etwas überzudimensionieren, da größere Schrauben bei Dunkelheit einfacher zu handhaben sind. 5.2 Metallfüße für einfache Stative ----------------------------------------------------------------- Von Markus Haacke (Haxe@power.eanet.de) Die FAQ befolgend (vgl. Abschnitt 2.8), habe ich Heute erstmal die in der Tat ziemlich schwabbeligen Gummifüße des Stativs entfernt und auf die offenen Enden der Stativ-Rohre becherförmige Kupferhülsen gesteckt. Die Hülse sieht ungefähr so aus: # # # # Kupferhülse # # (wird i.d.R. für Heizungsrohre benutzt. # # Ich habe sie aus einer Metallwaren-Handlung.) ##### Naja, gesteckt nicht nur. Ich habe die ganze Hülse mit Heißklebemasse, wie man sie von den sog. Heißklebepistolen kennt, gefüllt. Also: 2 cm Klebemasse vom Stick abkneifen, in die Hülse legen und dann die Kupferhülse von unten mit einem Bunsenbrenner erhitzen, bis die gesamte Masse flüssig ist. Die Hülse dabei mit 'ner Rohrzange festhalten. Dann habe ich das Stativrohr in die Hülse gesteckt, die Klebemasse quackert dabei ein wenig über den Rand, aber das kann man nach dem Erhärten der Masse mit einem scharfen Messer abschneiden. Danach Farbe aus der Dose aufsprühen (in meinem Falle schwarz, passend zum Stativ). Wem dies noch immer zu unprofessionell aussieht - mir zum Beispiel ;-) -, der kann über das ganze noch einen Schrumpfschlauch schrumpfen, so daß die Nahtstelle Hülse-Stativ nicht mehr zu sehen ist. (Die Farbe muß die Schrumpfhitze natürlich abkönnen!) Klappt echt prima und sieht toll aus! Übrigens sind die Aluminium-Stativfüße nicht rund wie die Hülse, sondern rechteckig. Aber das macht gar nix, denn die Heißklebemasse dichtet alles gut ab; außerdem wird sie nach dem Erkalten ziemlich hart, so daß die Hülse bombenfest sitzt! Ich bin mitsamt dem ganzen Stativ in die Metallwarenhandlung gegangen. Dort kann man dann gleich verschiedene Hülsen aufstecken und testen, welche am besten paßt. Der fertige Stativfuß sieht dann so aus: ooo ooo o = nackter Stativfuß xooox : = Klebemasse xooox x = Schrumpfschlauch x.ooo.x # = Kupferhülse x#:ooo:#x x#:ooo:#x #:ooo:# ##### 5.3 Transportkiste ----------------------------------------------------------------- Das Hantieren mit der krümeligen Styropor-Verpackung des Kaufhausfernrohrs ist lästig und abschreckend. Sich eine möglichst leichte Transportkiste zu zimmern, ist also schon wichtig. Fantasie und Arbeitseinsatz sind hier keine Grenzen gesetzt. Eine gute Lösung besteht aus einem Behälter, der aus einer Kombination von gehobelten Holzleisten und Hartfaserplatten mit Scharnieren und Kistenverschlüssen besteht. Eine Innenteilung kann in klassischer Laubsägearbeit hergestellt werden. Dort, wo das Instrument oder andere empfindliche Teile aufgelegt werden, können Lederstücke eingeklebt werden (Lederreste gibt es zum Kilopreis z.B. in Polstermöbelfabriken). 5.4 Okularauszug ----------------------------------------------------------------- *** Abschnitt in Vorbereitung *** 5.5 Wärmeschutzblende zur Sonnenbeobachtung ----------------------------------------------------------------- Von der Sonnenbeobachtung mittels eines Okular-Sonnenfilters wurde ja bereits in Abschnitt 2.9 abgeraten. Wer dies dennoch nicht lassen kann, sollte zumindest den Lichteinfall am Objektiv auf ein Mindestmaß beschränken, um die Wärmeentwicklung am Brennpunkt des Fernrohrs zu minimieren. Das ist übrigens auch bei der Projektionsmethode sinnvoll, da auch Okulare durch zu große Wärme Schaden nehmen können. Dies gilt besonders für solche, bei denen Linsen miteinander verkittet sind. Um also die Lichtmenge zu verringern, kann eine Lochblende eingesetzt werden, die auf die Taukappe des Refraktors bzw. auf das Tubusende des Newton-Teleskops gesteckt wird. Um keinerlei Mißverständnisse aufkommen zu lassen: ein Ersatz für Objektiv- oder Okularsonnenfilter ist sie natürlich überhaupt nicht! Sie dient lediglich zur Verminderung der Wärmeentwicklung am Okular. Der mit dem Einsatz einer Lochblende verbundene Kontrast- und Helligkeitsverlust des Sonnenbildes kann durchaus hingenommen werden. Eine solche Blende ist am einfachsten und durchaus haltbar aus Pappe anzufertigen. Man schneidet zunächst einen Kreis vom Außendurchmesser der Taukappe bzw. des Fernrohrtubus. Sehr sauber läßt sich dies mit einem alten Stechzirkel machen, mit dessen Nadel man den Kreis ritzt. Mit eben dieser Technik wird anschließend ein innerer Kreis (das Loch der Lochblende) mit einem Durchmesser von ca. 3 cm geschnitten, so daß ein Kreisring entsteht. Bei Newton-Teleskopen darf das Blendenloch nicht in das Zentrum gesetzt werden, weil das einfallende Licht sonst unerwünschter Weise auf den Fangspiegel treffen würde. Das Loch wird stattdessen also exzentrisch, d.h. an den Rand der Blende plaziert. Um die Blende auf das Fernrohr stecken zu können, muß sie noch mit einer Hülse versehen werden. Dazu legt man einen ca. 4-5 cm breiten Pappstreifen um die Taukappe bzw. den Fernrohrtubus. Dieser Streifen muß etwas länger als der Blendendurchmesser multipliziert mit der Kreiszahl Pi (3,14) sein, damit eine Klebelasche bleibt. Ganz nach dem Vorbild der Bastelbögen für Kinder werden an der Längsseite des Pappstreifens Zähne ausgeschnitten, die dann um 90 Grad abgebogen und mit der kreisförmigen Blende verleimt werden. Schneidet man 24 Zähne mit Kanten im Winkel von 82,5 Grad zur Längsseite des Pappstreifens, so liegen sie anschließend auf der Blende sauber Kante an Kante aneinander. Ausgefaserte Ränder der Pappe lassen sich mit feinem Sandpapier glätten und anschließend mit Tapetenkleister "glattschmieren". Eine sauber mit Lackfarbe überzogene Pappe verliert übrigens ihr meppernes Aussehen. Ist die Blende präzise gearbeitet und solide geleimt, wird sie nicht vom Fernrohr fallen, sofern ihre Hülse nur ausreichend über die Taukappe reicht. Überhaupt ist Pappe für viele Anwendungen ein billiger und seriöser Werkstoff, auch wenn Spötter das nicht anerkennen. 5.6 Sonnensucher nach Frank Möller ----------------------------------------------------------------- Das folgend beschriebene Sonnenvisier hat der Herausgeber im Jahre 1994 erfunden. Einige Recherchen konnten nicht in Erfahrung bringen, ob das Prinzip bereits vorher bekannt oder in Gebrauch war. Praktikabel ist es jedenfalls: Gebrauchsmuster-Beschreibung für einen Sonnensucher nach Frank Möller (Möller'sches Sonnenvisiergerät) Hamburg, 22. Juli 1994 Wer die Sonne mit einem Fernrohr betrachten möchte, bedient sich entweder der Projektionsmethode oder starker Filtergläser bzw. -folien. Wie andere Objekte auch muß die Sonne anvisiert werden, um das Fernrohr in Position zu bringen. Dies bereitet jedoch Schwierigkeiten, weil die herkömmlichen Methoden in diesem Falle versagen: Das Visieren entlang des Fernrohrtubus ist aufgrund des schneidend grellen Lichts der Sonne ebenso unmöglich, wie die Verwendung eines vorhandenen Sucherfernrohrs für das Augenlicht gefährlich ist! Ein häufig empfohlener Trick ist das Bewegen des Fernrohrs, bis der Schatten des Tubus eine runde Form zeigt. Weil der Tubus aber mit dem Sucherfernrohr, mit der Montierung und eventuell mit dem Sonnenprojektionsschirm verbunden ist, wird ein runder Schatten nicht ohne weiteres sichtbar. Und so bleibt dem Visierenden nur das Rudern, bis die Sonne mehr oder weniger durch Zufall im Blickfeld des Fernrohrs landet. Eine Lösung des Problems bietet das Möller'sche Sonnenvisiergerät (MSV). Es besteht aus einem kleinen Rohr, dessen Achse parallel zur Fernrohrachse montiert wird. Seine Größe entspricht etwa der des herkömmlichen Sucherfernrohrs. Die Vorderseite des MSV wird durch eine Platte gebildet, in die schmale Schlitze in Form eines Kreuzes eingestanzt sind. An der Hinterseite des Rohrs wird eine Mattscheibe angebracht, auf deren Innenseite ein Fadenkreuz beispielsweise aus feinen Drähten angebracht wird. (Eine Parallelverschiebung entlang der Rohrachse würde Schlitzkreuz und Fadenkreuz zur Deckung bringen.) .,*****,. Platte mit einge- ,*' | '*, / stanztem Visierkreuz Außenwand ,* | /, (Schlitz b=0,8 mm) des Visierrohrs --- * | / * * -------+------- * * | * '* | *' '*. | .*' "'*****'" Befestigung _____ | | Fernrohrtubus am Fernrohr | | / ___| |___ / ..,,,,======"""""""""""""""""""""""""""""""======,,,,.. Fig. 1 (Vorderansicht) Das Arbeitsprinzip des MSV besteht nun darin, daß das Sonnenlicht an der Vorderseite des Geräts durch die kreuzförmigen Schlitze in das Rohr einfällt und auf der Mattscheibe am anderen Rohrende als Lichtkreuz projeziert wird. Werden nun das projezierte Lichtkreuz und das ebenfalls auf der Mattscheibe sich abzeichnende Fadenkreuz durch Drehen der Montierungsachsen zur Deckung gebracht, dann ist auch das Fernrohr auf die Sonne ausgerichtet. Sonne . | . Lichtstrahl Visiergehäuse --=*=-- / / Mattscheibe ' | ' . / / / ' . -------------------------- / / ' |. :/ optische | Alpha | ' . : Achse --- --- ---| --- ---' -.- --- ---: --- --- --- /| ' . : / | ' o projezierter Platte mit / -------------------------- Lichtpunkt eingestanztem Keuz als Lichteinlaß Fig. 2 (Längsschnitt) Das Verhältnis von Länge zu Durchmesser des MSV sollte etwa 1:1,5 betragen. Je länger nämlich das Sucherrohr im Verhältnis zum Durchmesser wird, desto kleiner ist der Grenzwinkel zwischen der Sonnenrichtung und derjenigen Lage des Visiers, bei dem noch ein Ende des Lichtkreuzes auf der Mattscheibe erscheint. Mit anderen Worten: Je kürzer das Sucherrohr im Verhältnis zum Durchmesser, desto eher erscheint ein Ende des Lichtkreuzes auf der Suchermattscheibe, wenn man das Fernrohr nur grob auf die Sonne ausrichtet. Bei dem genannten Verhältnis von 1:1,5 beträgt der Grenzwinkel Alpha 33,7 Grad (vgl. Fig. 2). Bei der Vorführung eines funktionsfähigen Pappmodells (mit einer Mattscheibe aus Transparentpapier) vor Hamburger Amateur-Astronomen im Juli 1994 zeigte sich, daß das Bauprinzip bisher niemandem bekannt war. Weiterhin war Begeisterung zu spüren über die elegante und effektive Problemlösung. 5.7 Adapter für Mikroskopokulare ----------------------------------------------------------------- Wie in 2.9 bereits gesagt wurde, eignen sich auch Mikroskop-Okulare zur Verwendung am Fernrohr. Allerdings klafft zwischen Mikroskopokularen und dem Einsteckrohr des Okularauszugs des Kaufhausfernrohrs rundum eine Lücke von 0,75 Millimetern. Der einfachste Weg, diese Fläche von fast 56 Quadratmillimetern zu überbrücken, besteht darin, das Okular solange mit Klebeband zu umwickeln, bis es paßt. Das ist etwas unelegant, aber zweckmäßig. Der Herausgeber erinnert sich, einmal mit dem Versuch gescheitert zu sein, eine auswechselbare Hülse aus leimgetränktem Papier zu wickeln und aushärten zu lassen. 5.8 Russisches Pistolenvisier "Tayga" als Sucher ----------------------------------------------------------------- Kaufhausfernrohre werden teilweise mit wenig praktikablen Suchern geliefert (vgl. auch 2.4). Eine technisch reizende und besonders für helle Himmelsobjekte problemlos einsetzbare Alternative ist die Benutzung eines russischen Pistolenvisiers der Marke "Tayga", das für 50 bis 60 Mark auf den Polenmärkten in vielen deutschen Großstädten angeboten wird. Mit einem Gewicht von ca. 160 Gramm ist das mit der elektrischen Spannung aus zwei Knopfzellen betriebene Gerät auch von einer leichten Fernrohrmontierung noch problemlos zu tragen. Die Funktionsweise des eigentlich für Handfeuerwaffen vorgesehenen Zielgeräts ist so verblüffend wie einfach. Durch eine aus einer Armlänge Entfernung problemlos einsehbare, geschliffene Glasplatte von 2,4 cm Durchmesser schaut der Betrachter in Richtung des anvisierten Zielpuktes. Auf welchen Punkt die Waffe (oder eben das Fernrohr) genau gerichtet ist, wird durch einen roten Lichtpunkt angezeigt, der (mit Licht aus einer roten Leuchtdiode) auf die Glasplatte projeziert wird. Diese Projektion ist möglich, weil die Glasplatte für Licht des roten Spektralbereichs eine leichte Spiegelwirkung hat, und das Licht aus der Diode also in das Auge des Betrachters zurückgeworfen wird. (Auf den anvisierten Gegenstand trifft der Lichtstrahl natürlich nicht; es erscheint dem Betrachter beim Blick durch die Glasplatte aber so). In welchem Winkel der Betrachter dabei jeweils auf die kleine Glasplatte schaut, ist ohne Bedeutung: Der rote Lichtpunkt zeigt immer auf den Zielpunkt. Das Funktionsschema des Tayga-Visiers sollte aus Fig. 5.8-1 zu entnehmen sein. Streulichtblende \ Glasplatte \ / """YMMMMMM / | ( / --=*=-- _ _ _ _ _ _ ( . _ . _ . _ . _ . _ . _ > Betrachter | ( ' . Stern ( ' . ,,,AMMMMMM ' . ___ _MMM_________________'_Di M -- Di= OMMMMMM T A Y G A MMMMMMM Leuchtiode / YMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMY / ""VMMV""VMM"" Fotozelle \ \ Befestigung Legende: _ _ _ _ _ Lichtstrahl vom anvisierten Objekt kommend . , . , . Lichtstrahl von der Leuchtdiode zur Glasplatte . _ . _ . _ . Vereinigte Lichtstrahlen zum Auge des Betrachters Fig. 5.8-1 Schema des Tayga-Visiers (längsgeschnittene Darstellung) Zwar wird die Helligkeit des projezierten Lichtpunkts je nach Lichtverhältnissen über eine Fotozelle an der Vorderseite des Geräts geregelt. Leider jedoch bleibt der Punkt für den Sternenhimmel etwas zu grell. Beim Anvisieren heller Objekte, wie z.B. Mond oder Planeten, stört das aber nicht weiter. Der Nachteil des Tayga liegt eher darin, daß die Glasplatte etwas Licht schluckt. Dieser Effekt erweist sich beim Anpeilen von lichtschwachen (z.B. nebligen) Objekten weit problematischer als der etwas zu helle Lichtpunkt, der sich durch das Einlöten eines Widerstands in seiner Intensität zweifellos noch reduzieren ließe. Ein Trick zum Auffinden schwacher Objekte besteht darin, mit beiden Augen zu peilen. Dabei blickt ein Auge durch den Sucher und das andere daran vorbei. An der Unterseite des "Tayga" befinden sich zwei Schrauben mit einer Schwalbenschwanzverbindung. Für die wenig aufwendige Montage des Visiergeräts am Fernrohr bietet es sich an, ein Stück Blech zu biegen und mit Bohrungen zu versehen, an denen das Visiergerät festgeschraubt wird. Ob man das Visier ständig an das Fernrohr schrauben will, ist Geschmackssache. Der Herausgeber hat einen Weg gefunden, das Montageblech beim Aufbauen des Fernrohrs unter die Rohrschelle der Fernrohrbefestigung zu klemmen. Das ist so präzise, daß ein Nachjustieren des Visiergeräts nach dem Aufbauen nicht erforderlich ist. Visiere nach dem Prinzip des "Tayga", das übrigens der Nachbau eines amerikanischen Fabrikats sein soll, gibt es auch im Astro-Zubehörhandel speziell für Amateurfernrohre. Solche Geräte kosten dann um die 400 Mark. Freaks reden in diesem Fall von ihrem "Telrad". 5.9 Pflege von Teleskopspiegeln ----------------------------------------------------------------- Von Georg Dittie (g.dittie@abbs.heide.de) Bei Astrospiegeln haben wir Oberflächenspiegel, bei denen zumeist Aluminium per Aufdampfen direkt auf die Vorderseite aufgetragen wird. Mittlerweile Stand der Technik ist, daß darüber eine Schutzschicht aus Quarz oder Korund gelegt wird. Die Qualität hängt hier eigentlich ausschließlich von der Sauberkeit bei der Fertigung ab. Ist das Glassubstrat (fast) perfekt sauber (Fertigung im Reinraum), dann werden die Schichten keine Löcher haben und faktisch für ewig auf dem Glas haften. Daß man alle 5 bis 10 Jahre den Spiegel neu belegen lassen müsse oder gar immer nur mit frischer Schicht Hoechstleistungen erwarten kann, das ist esoterischer Unsinn. Die moderne Bedampfungstechnik, sachgerecht im Reinraum ausgeführt, ist so haltbar, daß später nur noch nach Bedarf etwas gemacht werden muß, also schätzungsweise höchstens einmal im Astronomenleben. Es ist also vorwiegend der Astronom selbst, der die Lebensdauer seines Spiegels bestimmt! Wichtig ist die Putztechnik: Liebe Leute, Eure Spiegel sind nicht die Arbeitsplatte in der Küche, die täglich geschruppt werden muß. Duldet doch einfach ein wenig Staub! Optisch wird dadurch die Grenzgröße allenfalls um 0,05 mag und der Kontrast um maximal 5 Prozent gesenkt, etwas, das man allenfalls meßtechnisch nachweisen kann. Wenn das Reinigen dann doch unumgänglich ist, zum Beispiel nach langen Standzeiten, dann wischt niemals trocken! Laßt den Staub in reichlich Fensterputzmittel schwimmen und saugt die Flüssigkeit anschließend mit einem feinen weichem Tuch auf. Bitte kein Klopapier nehmen, denn das enthält harte Fasern, die die superdünnen Schichten ankratzen. Selbst bei Korund! (Korund ist ein Mineral mit einem Härtegrad von 9, Anm. des Herausgebers) Am besten sind diese altmodischen Stofftaschentücher, von denen Ihr ein paar retten solltet; nicht ohne sie vorher ein paarmal in der Waschmaschine bei 60 Grad Karusell fahren zu lassen! Und nach dem Trocknen müssen sie sofort in eine kleine Schachtel, denn solche Tücher sind Staubmagnete. Taschentücher aus Altpapier sind übrigens viel ärmer an harten Fasern als Klo- oder Küchenpapier: Sie sind die zweite Wahl zum Reinigen. Das Optikputzpapier aus dem Fotoladen ist allerdings rausgeworfenes Geld: Da würdet Ihr pro Spiegel zehn Tütchen a 10,-- DM verbrauchen. Druckluft und Staubpinsel sind Bullshit, denn sie kratzen wunderbar den trockenen Staub über die Schichten. Laßt den Staub immer schwimmen, bevor Ihr ihn wegwischt. Ganz versiffte Spiegel kann man übrigens spülen wie Weingläser auch. Nur nimmt man lediglich seine eigenen Finger als Spülbürste. Wenn doch schon einige Kratzerscharen den Spiegel zieren: Lebt doch einfach damit. Das Bild wird erst dann schlecht, wenn die Kratzer so schlimm und zahlreich sind, daß der Spiegel kosmetisch zum Wegwerfen aussieht. Ein Neubelag eines alten Spiegels ist eine sehr risikoreiche Sache, denn der alte Belag, ob verkratzt oder oxidiert, muß ja vorher entfernt werden. Das geschieht mit teilweise sehr aggressiven Säuren, die auch Glas angreifen. Resultat ist, daß die hochfein auspolierte Hohlform des Spiegels und damit seine optische Abbildungsleistung verändert werden kann. In dem Fall ist der Spiegel nur noch Müll. Also, moderne Astrospiegel (gerade die aus hoeherwertiger japanischer Produktion, Reinraum ist da eine Selbstverständlichkeit) halten eigentlich ewig. Wichtig ist zuerst, daß man die hauchfeinen Schichten des Spiegels nicht verletzt, also daß man den Putzteufel daheim läßt! Und natürlich, daß man bei Nichtgebrauch des Fernrohrs alle Flächen abdeckt, also niemals Optiken offen rumstehen läßt. 5.10 Allgemeine Fernrohrpflege ----------------------------------------------------------------- *** Abschnitt in Vorbereitung *** 5.11 Beobachtungskuppel aus einem Altglas-Container? ----------------------------------------------------------------- Es muß irgendwann im Jahr 1996 gewesen sein, als der Herausgeber irgendwo im Fernsehen einen Kurzbeitrag über einen Schüler sah, der sich im elterlichen Garten eine Beobachtungskuppel aus einem ausgedienten Altglas-Container gebaut hatte. Der Boden dieser kleinen Glocke aus glasfaserverstärktem Kunststoff war offenbar herausgetrennt. Stattdessen ruhte das ganze Gebäude samt eingesägtem Kuppelspalt drehbar auf großen Möbelrädern. Für Fernrohr und Beobachter, so schien es, war gerade ausreichend Platz. Es zeigt, daß dem wahren Astronomen keine Grenzen gesetzt sind, und Faktum ist, daß derjenige am häufigsten beobachten wird, der sein Gerät nicht jedesmal umständlich aufbauen muß, sondern nur das Dach seiner Schutzhütte zur Seite schiebt. Heizen allerdings kann man eine solche Behausung nicht. In dem Falle nämlich würde die warme Luft aus dem geheizten Raum genau im Bereich der Fernrohroptik auf die kalte Außenluft treffen und deutliche Schlieren bilden, die das Fernrohrbild völlig unbrauchbar machen würden. 6 Qualitativ hochwertige Gebrauchtgeräte als Alternative zum Kaufhausfernrohr ----------------------------------------------------------------- Warum sollte sich jemand ein wackeliges Kauf- oder Versandhausfernrohr neu kaufen, wenn es doch zum gleichen Preis Gebrauchtgeräte von weitaus höherer Qualität gibt? Alle diejenigen, die sich für ein preisgünstiges Fernrohr interessieren, sollten in jedem Falle auch den Gedanken prüfen, sich zunächst nach einem gebrauchten Teleskop umzuschauen. Dieser Abschnitt will durch einige Hinweise dazu ermutigen. Gebrauchte Fernrohre von guter Qualität werden ständig angeboten. Bei den Besitzern, die ihre Teleskope verkaufen wollen, lassen sich zwei Gruppen voneinander unterscheiden. Zunächst gibt es diejenigen, die sich das Gerät irgendwann aus Neugier und Interesse gekauft haben. Schnell jedoch haben sie festgestellt, daß das Hobby mit einigen Unannehmlichkeiten wie dem Aufenthalt in finsterer Nacht verbunden ist. Andere haben aus beruflichen oder anderen Gründen keine Zeit mehr für ihr Fernrohr. Groß ist auch die Zahl derjenigen, die Freude an der Materie gefunden haben, und die nun das alte Fernrohr verkaufen, um sich ein noch größeres zu kaufen. In allen genannten Fällen ist die Chance groß, ein intaktes und gut erhaltenes Gerät zu bekommen: Während die einen ihr Fernrohr praktisch nie benutzt haben, haben die anderen mit ihrem Gerät ermutigende Erfahrungen gesammelt. Letzteres ist eigentlich nur dann möglich - so sei hier behauptet -, wenn jemand mit seinem Teleskop behutsam umgegangen ist. 6.1 Vorführgeräte ----------------------------------------------------------------- Wer auf jeden Fall ein Fernrohr mit Werksgarantie erwerben und gleichzeitig Geld sparen möchte, der sollte sich nach Vorführgeräten umschauen. Vorwiegend bei kleineren Optikern oder in Filialen von Versandhäusern ist man häufig dankbar, wenn jemand das im Laden aufgebaute Fernrohr kauft. Denn häufig dienen Fernrohre als Blickfang für das Schaufenster oder als Demonstrationsobjekt und erweisen sich später als Ladenhüter. Für wackelige Kaufhausfernrohre und auch für die etwas teureren und anspruchsvolleren Amateurteleskope gilt also gleichermaßen, daß sich beim Neukauf Schnäppchen machen lassen. Der Herausgeber erinnert sich, bei seinem Versandhausfernrohr seinerzeit ein Siebtel des Kaufpreises gespart zu haben. 6.2 Wo Qualitätsfernrohre beginnen ----------------------------------------------------------------- Wer sich verschiedene Fernrohre anschaut und ausprobiert, der wird die Qualitäts- und Preisunterschiede schnell selbst feststellen. Die folgenden Zeilen aus einer Antwort auf eine per Mailbox-Themenrubrik öffentlich gestellte Frage beschreiben eine typische Gegenüberstellung: "Bei dem Fernrohr, was Rolf empfiehlt, handelt es sich um das Gerät von Vixen, das mit einer richtig dimensionierten Polaris-Montierung, einem genau passenden 8x30 Sucher und einem 31,8 mm Okular ausgestattet ist. Höchstselbst habe ich dieses Gerät eine ganze klare Nacht lang testen können und kann ihm als professioneller Optik-Ingenieur gute Qualität und angemessene Funktionalität bescheinigen. Der Vixen R-114 ist der absolute Tip Nr. 1 für ernsthafte Beginner. Die Kaufhausteleskope, die Du meinst, sind Produkte der Firma Tasco mit ähnlichen Öffnungen und Brennweiten (daher die Verwechslung), die in der Tat auf flimsigen Montierungen mit zu dünnem Layout und zuviel verchromtem Tüdelkram sitzen." (Georg Dittie, g.dittie@abbs.heide.de, z-netz.wissenschaft.astronomie.allgemein, Re^2: Teleskope, wo gibt es guenstige?, 17.02.1997) Das von Georg genannte Spiegelteleskop der japanischen Firma Vixen - er hätte auch andere Beispiele nennen können - ist preislich wie qualitativ ein Fernrohr oberhalb der Kauf- und Versandhausgeräte. In der Grundausstattung mit Stativ, Montierung und einem Okular kostet es (Stand: 1996) 1.200 Mark. Weitere Okulare haben Preise zwischen etwa 140 bis 200 Mark. Fernrohre dieser Art sind z.B. in Optik-Fachgeschäften größerer Städte ausgestellt. Gebraucht sind diese Teleskope übrigens sehr günstig zu bekommen. Zwei Beispiele nannte am 24.03.1997 dos@trashcan.mcnet.de (Realname unbekannt) im Brett z-netz.wissenschaft.astronomie.allgemein unter dem Betreff "Ja, dreiste Verkaufsangebote": "Ich erdreist' mich doch glatt, mal hier ein paar Verkaufsangebote für Einsteiger reinzuposten, schon um zu beweisen, daß ein ge- brauchtes, gutes Teleskop nicht teurer als Kaufhausplunder sein muß. (...) Hier die Angebote: Sascha O. (Braunschweig) verkauft ein RS-114 Newton-Teleskop (Holzstativ) von Vixen mit Zubehör für DM 550.- Tel.: 0531/...... Auch Klaus G. P. verkauft ein RS-114 Newton-Teleskop (NNP mit Alustativ) und Zubehör für DM 550.- Tel.: 05331/....." (Namen und Telefonnummern vom Herausgeber gelöscht.) Ob ein Fernrohr neu oder gebraucht gekauft werden soll: Es lohnt sich in jedem Fall, die aktuellen Neuangebote genau zu studieren, um eine Vorstellung davon zu bekommen, was für einen selbst geeignet ist. Wie bereits gesagt, wird man die Qualitätsunterschiede auch ohne besondere Vorkenntnisse rasch feststellen. So gibt es auch in der Preisklasse oberhalb der Billigfernrohre erhebliche Qualitätsunterschiede. Auch für 1200 Mark kann man u.U. echten Mist einkaufen. Einen grundsätzlichen Fehler macht also, wer sich von Versandhauskatalogen verführen läßt und zu schnell zugreift! 6.3 Der Kauf eines Gebrauchtfernrohrs ----------------------------------------------------------------- Um einen ersten Einblick in die Welt der von Amateuren verwendeten Teleskope zu bekommen, bietet sich der Besuch von Astro-Börsen an, wie sie hier in Anhang D vorgestellt werden. Dort findet man die Freaks, die ihre Fernrohre lieben, und die einem gern groß und breit darüber erzählen, sofern man sie fragt. Davon sollte ein Anfänger zu profitieren versuchen! Mit etwas Glück läßt sich auf einer solchen Veranstaltung auch ein passendes Gebrauchtfernrohr finden. Wer ein gebrauchtes Teleskop sucht, sollte sich die Anzeigen in astronomischen Zeitschriften anschauen (vgl. Anhang F). Dies ist allein schon wertvoll, um sich einen Überblick über das allgemeine Angebot und die Preise zu verschaffen. Ebenso wie bei Anzeigen in Mailbox-Themenrubriken muß sich der Interessent natürlich diejenigen Angebote heraussuchen, die in seiner räumlichen Nähe liegen. In jedem Falle lohnt sich auch der regelmäßige Blick in die lokalen Anzeigenblätter. Zwar ist dem Verfasser von Fällen berichtet worden, wo optische Gebraucht-Instrumente per postalischer Nachnahme ihren Eigentümer zur allseitigen Zufriedenheit gewechselt haben, allgemein ist von diesem Verfahren jedoch dringend abzuraten. Wer ein gebrauchtes Fernrohr kaufen will, sollte es sich vorher in jedem Falle selbst anschauen. Wichtig ist das ausführliche Gespräch mit demjenigen, der ein Fernrohr verkaufen will. Schon beim telefonischen Vorgespräch sollte ausgemacht werden, daß man sich Zeit nehmen will, das Teleskop einmal gemeinsam und in Ruhe aufzubauen. Auf diese Weise kommen nämlich mögliche Mängel zur Sprache, und außerdem bekommt der mit solchen Geräten noch wenig vertraute Käufer einen ersten Einblick in die Funktionsweise der Einzelkomponenten. Besonders diejenigen Anbieter, die beabsichtigen, sich selbst ein größeres Fernrohr zu kaufen, werden dazu gern bereit sein, weil sie in der Materie engagiert sind. Selbstverständlich ist es für einen Anfänger nicht ganz einfach, die Qualität des angebotenen Fernrohrs sofort bis in jede Einzelheit zu prüfen. Ein positiver oder negativer Gesamteindruck des Geräts stellt sich aber meinst schnell ein. Man wird sehen, ob das Teleskop stiefmütterlich oder liebevoll behandelt worden ist. Grundsätzlich sollte man alle Schraubverbindungen überprüfen. Sind solche überdreht, so muß man sich fragen, ob man selbst in der Lage ist, diese zu ersetzen. Weiterhin ist es sinnvoll, auf die Leichtgängigkeit aller beweglichen Teile zu achten. Besonders wichtig ist, daß sich die Achsen der Montierung problemlos lösen und wieder feststellen lassen. Festgestellte Achsen dürfen keinerlei Spiel haben. Mechanische Mängel sind allerdings häufig nur eine Frage der Justierung, die ein mit mechanischen Dingen vertrauter Mensch in den Griff bekommen kann. Im Zweifelsfall bleibt in der Tat nichts anderes übrig, sich bei der Entscheidung auf sein Gefühl zu verlassen. Behebbare Mängel sollten in jedem Fall Anlaß geben, noch etwas über den Preis zu verhandeln. Ein detaillierter optischer Test ist zweifellos schwierig. Dennoch sollte man auch einen Blick durch das betreffende Fernrohr hindurch werfen. Ob bei Tag oder Nacht: irgendetwas ist vom Fenster oder Balkon des Anbieters bestimmt zu sehen. Allerdings gibt es auch hier Situationen, die ein Urteil erschweren. So ist es dem Herausgeber passiert, daß er ins Grübeln kam, als sich Mars, der zufällig in der Dämmerung vom kleinen Balkon eines Anbieters aus zu sehen war, nicht scharf einstellen ließ. Es stellte sich dann jedoch heraus, daß allein die Schlieren der aus der Balkontür ausströmenden, warmen Luft schuld waren. Die Optik selbst war perfekt. Meist sind angebotene Geräte in Ordnung. Inwieweit ein schriftlich fixiertes, z.B. auf einige Tage beschränktes Rückgaberecht in der Praxis tauglich ist, läßt sich nur schwer einschätzen. Vielleicht kann das im Einzelfall eine Lösung sein. Ein Restrisiko ist beim Kauf von Gebrauchtgeräten niemals auszuschließen. Aus der Erfahrung mit dem Kauf von verschiedenen technischen Gebrauchtgeräten kann der Herausgeber allerdings nur Mut machen, denn seine Erfahrungen sind bisher positiv. Schlußwort ----------------------------------------------------------------- Dieses FAQ wurde allen Lästermäulern zum Trotz geschrieben. Wer es ohne Voreingenommenheit liest, wird feststellen, daß die unbezweifelbaren Nachteile von Kauf- und Versandhausfernrohren hier durchaus nicht beschönigt werden. Wenn der Text Anfängern vermittelt, worauf sie sich einlassen, wenn sie ein Einfachgerät erwerben (daß sie nämlich etwas Ärger, aber auch viel Spaß haben können), dann hat er seine Aufgabe erfüllt. In den Astronomie-Rubriken der Computernetze tauchen immer wieder Fragen vorwiegend von Schülern auf, die auf der Suche nach einem geeigneten Fernrohr sind. Dabei fällt auf, daß sie auf die Angebote aus zahlreichen Versandhauskatalogen meist schon gestoßen sind, während ihnen die Anzeigen kleiner, aber häufig wesentlich seriöserer Anbieter, z.B. in astronomischen Zeitschriften wie "Sterne und Weltraum", verborgen geblieben sind. Deshalb ist es besonders wichtig, auf die preiswerten Alternativen zu den Kaufhausangeboten hinzuweisen. Dazu gehört auch die Empfehlung, nach Gebrauchtteleskopen zu suchen. Wie beschrieben sind zum Preis eines Kaufhausfernrohrs wesentlich höherwertige Gebrauchtgeräte zu bekommen. Hier sind besonders Eltern aufgefordert, ihre Kinder beim Kauf eines Gebrauchtgeräts zu unterstützen, statt einfach ins nächste Discountgeschäft zu rennen, wo nur zu häufig äußerst fragwürdiges Gerät wartet, das aufgrund seiner schlechten Qualität schnell zu Frustrationen führen kann und dann nicht mehr benutzt wird. Wer ein Billigfernrohr sorgfältig aussucht, also offensichtlichen "Bauernfängereien" aus dem Wege geht, wird meistens nicht erleben, was ihm manche Horrorberichte von Amateurastronomen glauben machen wollen. Überhaupt ist die mangelnde Sensibilität wohlhabender Sterngucker dafür zu kritisieren, unter welchen geringen finanziellen Spielräumen z.B. Schüler sich eine neue Freizeitbeschäftigung erschließen. Bevor einer über die Billigfernrohre lacht, sollte er sich klar werden, was er denn mit bloßem Auge sehen würde: nämlich verdammt viel weniger! An dieser Stelle möchte sich der Herausgeber bei allen bedanken, die bisher Beiträge und Kommentare zum FAQ beigesteuert haben. Das "Billigfernrohr-FAQ" soll ständig erweitert und verbessert werden. Deshalb sind alle Leser herzlich aufgefordert, dem Herausgeber eventuelle Fehler mitzuteilen und Kritik bzw. Ergänzungs- oder Erweiterungswünsche zu äußern. Besonders Anfänger sollten sagen, welche Antworten sie noch vermissen. Der Herausgeber würde sich besonders freuen, wenn die Leser ihm ihre eigenen Erfahrungen mit den einfachen Fernrohren übermitteln würden, um sie in zukünfige Versionen dieses FAQ aufzunehmen. Anhang A: Venus im Foto-Quelle-Fernrohr ----------------------------------------------------------------- Datum : 12. April 1996 Rubrik : z-netz.wissenschaft.astronomie.allgemein Betreff : Eine kleine Venusbeobachtung ----------------------------------------------------------------- Venus im Foto-Quelle-Fernrohr Da mir die argumentativ teilweise klägliche Edelfernrohr-Debatte hier etwas auf den Keks geht, erzähle ich wieder etwas von meinem japanischen Kaufhaus-Refraktor (60/910 mm), den ich mir seinerzeit 1981 vom Taschengeld absparte: Als ich kürzlich die zu Ostern versammelte Verwandschaft in den nächtlichen Garten des elterlichen Einfamilienhauses einlud, einmal durch mein Fernrohr zu schauen, da habe ich einigen doch ein Aha-Erlebnis vermitteln können. Ich nahm nämlich die hell strahlende Venus ins Visier. Was ich sehen wollte, war mit 45 facher Vergrößerung klar zu sehen. Für die Verwandschaft wählte ich jedoch etwa 100 fache Vergrößerung. Zwar taugte das Bild dann nicht mehr viel, aber der gewünschte Effekt war irgendwie deutlicher: Einer etwas kleineren Dame mußte ein Schemel gereicht werden, weil mein selbstgehobeltes Dachlattenstativ für Körpergröße 1,80 m ausgelegt ist. Dann meinte sie, das sehe ja aus wie ein Halbmond! Auch die anderen konnten das sehen. Erklären konnte sich das Phänomen zunächst niemand. Ha! Da fühlt man sich fast wie seinerzeit Galilei unter den Kardinälen. Übrigens: Ich war erstaunt, wie schnell die Laien mit der (natürlich nur ganz grob eingerichteten) parallaktischen Montierung zurechtkamen und so den für sie überraschend schnell aus dem Rohr wandernden "Stern" sehr schnell wieder im Blick hatten. Es waren dann die anwesenden Herren, die nach einigen Hinweisen von mir auf die Erklärung dieser geheimnisvollen Halbmonderscheinung kamen. Das sei ja ganz logisch! Nachgedacht hätte man darüber bisher nicht. Vom Kometen Hyakutake, der ja nicht weit von der Venus entfernt stand, zeigte man sich enttäuscht. Er war zwar bei geringer Vergrößerung als weißer "Schimmelfleck" schön erkennbar, nur vermißte man einen Schweif. Aber vor das Dorf zu fahren, um ein Hühnengrab aus der Vorzeit zu ersteigen, um dort in aller Dunkelheit noch ein kleines Schweiflein zu erspähen, dazu war es den Leuten dann doch zu unheimlich im Dunkeln oder zu kalt. So habe ich dann allein auf dem Hügel gesessen. . . . ' Frank Möller ' Anhang B: Berechnung der Vergrößerung ----------------------------------------------------------------- Nahezu jedes astronomische Fernrohr ermöglicht die Wahl unterschiedlicher Vergrößerungen. Der Wechsel der Vergrößerung erfolgt durch den Austausch der Okulare. Das sind jene in einen kleinen Metallzylinder geschraubten Linsenkombinationen, die dem Beobachter zugewandt am Ende des Fernrohrs eingesteckt werden. Die Fernrohr-Vergrößerung errechnet sich aus der Brennweite (auch: Focus) der Objektivlinse bzw. des Objektivspiegels und der des Okulars nach der folgenden Formel: Brennweite Objektiv Vergrößerung = ----------------------- Brennweite Okular Hat das Fernrohr z.B. eine Brennweite von 910 mm und ein Okular von 35 mm Brennweite, so ergibt sich also eine 26 fache Vergrößerung. Gemeint ist die lineare Vergrößerung, d.h. ein Gegenstand erscheint beim Blick durch das Fernrohr um den entsprechenden Vergrößerungswert verlängert (genauer gesagt: der Gegenstand erscheint im entsprechend vervielfachten Winkel). Manche Okulare sind nicht mit ihrer Brennweite gekennzeichnet, sondern mit ihrer Vergrößerung (denn Okulare sind nichts anderes als Lupen). Will man also die Leistung eines solchen Okulars an einem bestimmten Fernrohr bestimmen, muß der Vergrößerungswert des Okulars erst in die Brennweite umgerechnet werden. Dazu kann man sich folgender Formel bedienen: 250 mm Brennweite in mm = ---------------- Vergrößerung Ein Okular mit dem Aufdruck "15x" hätte demnach also eine Brennweite von 16,67 mm. Zusammen mit einem Fernrohr von 910 mm Objektivbrennweite brächte dieses Okular eine ca. 54 fache Vergrößerung. Anhang C: Einrichtung der parallaktischen Montierung ----------------------------------------------------------------- Da wir alle an einer rotierenden Kugel haften, huscht alles, was wir im Weltraum betrachten wollen, immer im Kreis an uns vorbei. Im Fernrohr macht sich das besonders unangenehm bemerkbar, weil die eingestellten Beobachtungsobjekte unerhört schnell wieder aus dem Blickfeld verschwinden. Sinn der parallaktischen Montierung ist es, das Fernrohr nur um eine Achse drehen zu müssen, um ein Himmelsobjekt zu verfolgen. Um dies möglich zu machen, muß die Montierung vor dem Beobachten eingerichtet werden. Um es vorweg zu sagen: Die folgende Anleitung wird für den Anfänger vielleicht nicht unmittelbar zu verstehen sein, da die zu vermittelnden Zusammenhänge sprachlich nicht leicht zu fassen sind. Eigentlich ist es jedoch ganz einfach. Am besten wird es sein, die Ausführungen gleich am im Zimmer aufgestellten Fernrohr nachzuvollziehen, wobei man auf die Anwesenheit des Polarsterns allerdings erstmal verzichten muß. In der Fig. C-1 ist der Achsenaufbau der parallaktischen Montierung schematisch dargestellt. Die vier Achsen sind von A-A bis D-D in ihrer "Reihenfolge" vom Stativkopf bis zum Fernrohr bezeichnet. | --=*=-- / | P / /, D /888/ P = Polarstern \/888/ F = Fernrohr F /888/ C A-A = senkrechte Achse zur /888/ \ / Ausrichtung nach Nord /8/ \ / B = Achse zur Einstellung / \ der Polhöhe (Winkel y) A /. D y = Polhöhe (ist gleich | / . der geogr. Breite des | / y . Beobachtungsortes) ---B--------------- C-C = Stunden-, Pol- oder / | Rektaszensionsachse C | D-D = Deklinationsachse A Fig. C-1: Schematischer Achsaufbau der parallaktischen Montierung Der Trick der parallaktischen Montierung liegt schlicht und einfach darin, die sog. Rektaszensionsachse parallel zur Erdrotationsachse auszurichten. Die Rektaszensionsachse ist die mit der Stundenskala von 0 bis 24 Uhr versehene Achse (in der Skizze als C-C bezeichnet). Das Einrichten der Montierung erreicht man in der Praxis durch folgende Schritte: (1) Zunächst stellt man das Fernrohrstativ auf einen horizontalen Untergrund. Für einfache Beobachtungen muß man die Lage nicht gleich mit der Wasserwaage prüfen. Für den Beobachter mit dem Kaufhausfernrohr kommt es schließlich nur darauf an, einmal eingestellte Beobachtungsobjekte schnell und ohne großes "Achsenrudern" wiederzufinden, wenn sie durch die Erddrehung aus dem Gesichtsfeld gewandert sind. (2) Die Achse A-A steht nun also senkrecht. Mit ihr läßt sich das gesamte System später in Nord-Süd-Richtung ausrichten. Zunächst aber richtet man die Aufmerksamkeit auf die Achse B (sie liegt in der Fig. C-1 in Blickrichtung des Betrachters). An ihr wird nun die sog. Polhöhe auf einer Skala von 0 bis 90 Grad eingestellt (in der Skizze Winkel y). Da die Polhöhe immer gleich der geographischen Breite des Ortes ist, an dem das Fernrohr gerade aufgestellt wird, braucht man also nur einen Blick in den Atlas zu werfen. In Hamburg wird man z.B. eine Polhöhe von etwa 53,5 Grad einstellen, während man in München eine von etwa 48 Grad wählen wird. (3) Ein glücklicher Zufall ist die Tatsache, daß der Polarstern zu unseren Lebzeiten in unmittelbarer Nähe des Himmelspols (das ist die gedachte Verlängerung der Rotationsachse der Erde) steht. Mit dem Polarstern hat man für das Fernrohr also eine enorm gute Einstellungshilfe zur Verfügung. Wenn man nun also das Fernrohr um die Deklinationsachse (D-D) dreht, und auf der Skala bei 90 Grad feststellt, steht die optische Achse des Fernrohrs parallel zur Rektaszensionsachse (C-C). Da letztere am Ende der Prozedur auf den Polarstern zeigen soll, kann das Fernrohr (oder dessen Sucher) jetzt also als Zielfernrohr zum Himmelspol benutzt werden. Sollte das Fernrohr jetzt eher auf den Fußboden zeigen als zum Polarstern, dann muß das Gerät nochmals an der Deklinationsachse gedreht werden, diesmal um 180 Grad. Auch an dieser Stelle wird man auf der Skala die Beschriftung "90 Grad" finden! (4) Da die Polhöhe (Winkel y) also bereits eingestellt ist, und das Fernrohr parallel zur Rektaszensionsachse (C-C) eingestellt wurde, muß man das gesamte System jetzt nur noch um die senkrechte Achse A-A drehen, bis der Polarstern im Fernrohr erscheint. (5) Der Polarstern wird möglicherweise doch noch nicht im Fernrohr auftauchen, weil das gesamte Stativ nicht exakt waagerecht steht, oder die Polhöhe nicht exakt auf den Beobachtungsort eingestellt ist. Wenn man also bei der Drehung um A-A mit dem Sucher in der Nähe des Polarsterns angekommen ist, wird man mit der Achse B die Einstellung der Polhöhe etwas korrigieren, bis der Polarstern schließlich doch im Visier ist. Wenn das nicht gelingt, weil im Moment des Lösens der Schraube von Achse B alles in sich zusammenbricht (denn konstruktionsbedingt hat das ganze System "Schlagseite"), dann ist der Punkt erreicht, wo der Anfänger laut fluchend mit den Füßen auf dem Boden umherstampft. - Nach einer Entspannungspause läßt sich die Sache dann in Ruhe wieder angehen. Mann sollte zum jetzigen Zeitpunkt, wo es allein um Polhöhe und Nord-Süd-Richtung geht, die Deklinationsachse allerdings unverändert auf 90 Grad belassen. (6) Wenn nun der Polarstern tatsächlich im Sucher zu sehen ist, dreht man die Achsen A-A und B-B endgültig fest. Bewegt man das Fernrohr nun um die Rektaszensionsache (C-C), sollte der Polarstern nicht mehr aus dem Blick des Fernrohrs verschwinden. Geschieht dies doch, ist die Einstellung noch nicht exakt gelungen. Für den praktischen Einsatz reicht diese noch ungenaue Einstellung jedoch häufig schon, da man die Aufstellung des Billigfernrohrs eben nicht für die Astrofotografie vorgenommen hat, sondern lediglich zum Folgen der aus dem Rohr laufenden Beobachtungsobjekte, ohne ständig an zwei Achsen drehen zu müssen. (7) Um mit der nun eingerichteten Montierung Beobachtungen zu machen, dreht man nur noch um die Deklinations- und die Rektaszensionsachse (C-C, D-D). Man visiert ein Objekt an, indem man beide Achsen freigibt. Hat man das Objekt im Sucherfernrohr im Blick, stellt man die Achsen fest. Um dem ständig weiterwandernden Objekt nun zu folgen, bewegt man lediglich die Rektaszensionsachse. Die Deklinationsachse braucht theoretisch nicht mehr bewegt werden. Bei ungenauer Einrichtung der Montierung muß man jedoch ab und zu auch an ihr etwas korrigieren. Auch eine nicht ganz exakt eingerichtete parallaktische Montierung ist - wie gesagt - in der Beobachtungspraxis sehr hilfreich. Hier eine Zusammenfassung der genannten Schritte zur Einrichtung der parallaktischen Montierung: (1) Fernrohrstativ auf ebenen Untergrund stellen. (2) Polhöhe (= geographische Breite des Beobachtungsorts) an der Achse B einstellen. (3) Deklinationsachse (D-D) auf +90 Grad einstellen. (4) Senkrechte Achse der Montierung (A-A) solange drehen, bis das Fernrohr auf den Polarstern zeigt. (5) Polhöheneinstellung (B) gegebenenfalls korrigieren, bis der Polarstern im Fernrohrsucher zu sehen ist. (6) Wird das Fernrohr nun um die Rektaszensionsachse bewegt, sollte der Polarstern im Sucher sichtbar bleiben. (7) Himmelsobjekte durch Drehen um Rektaszensions- und Deklinationsachse einstellen und lediglich durch Bewegen der Rektaszensionsachse verfolgen. Anhang D: Astro-Tauschbörsen ----------------------------------------------------------------- ATT - Astronomiebörse Essen: Die Astronomiebörse Essen ist mit ca. 1.500 Besuchern und 3000 qm "Ausstellungsfläche" Deutschlands größte Börse und findet einmal jährlich in den Räumen der Gesamtschule Bockemühle, Ohmstraße, 45143 Essen, statt. Die Börse wird vom Verein für Volkstümliche Astronomie, Weberplatz 1, 45127 Essen, veranstaltet. Informationen gibt es ab März, wenn man einen bereits mit drei Mark frankierten und adressierten A5-Rückumschlag an die genannte Vereinsadresse schickt. 1999 wird die ATT am 8. Mai stattfinden am gewohnten Ort. Um einen kurzen Bericht von der 13. Börse am 19. April 1997 zu geben: Wer um kurz nach 10:00 Uhr kam, mußte sich vor der Tür der Gesamtschule in eine etwa dreißig Meter lange Warteschlange einreihen. Nach der Zahl der Menschen zu urteilen, die sich zu dieser Zeit bereits in dem weitläufigen Gebäude aufhielt, muß die Warteschlange anfangs um ein Mehrfaches länger gewesen sein. Beim Rundgang war festzustellen, daß es weniger Einzelpersonen sind, die hier ihre Altgeräte verkaufen als vielmehr Händler aus dem Bundesgebiet, die den Handel mit neuen und gebrauchten Fernrohren gewerblich betreiben. Insofern ist die Astronomiebörse eher für versierte Astro-Freaks geeignet, die die Sonderangebote der Händler sofort beurteilen können. Allerdings sind auch zahlreiche astronomische Vereine mit Ständen präsent, auf denen auch das ein oder andere Gebrauchtfernrohr feilgeboten wird. Auch diese, teilweise mit selbstgemachten Stellwänden liebevoll bestückten Stände sind vom Publikum eng umlagert. Wer die Astronomiebörse als Anfänger besucht, um sich vor dem Kauf eines Fernrohrs erst zu orientieren, wird hier zweifellos Gesprächspartner finden, denn die Atmosphäre ist gut und die Anwesenden sind durchaus lebhaft und kommunikativ (wenn auch teilweise auffällig selbstverliebt). Wie auch bei vielen anderen Freizeitbeschäftigungen sind hier neun von zehn anwesenden Personen Männer. Hattinger Astronomischer Trödeltag: Aula der Realschule Grünstraße in 45525 Hattingen, ca. im September jeden Jahres. Informationen gibt es bei Ingo B. Schmidt (ingoschmidt@cww.de). Weitere Informationen zu Veranstaltungen: Einen aktuellen Überblick über verschiedene Veranstaltungen zur Astronomie findet man auf der Web-Seite der Zeitschrift "Sterne und Weltraum" unter der etwas umständlichen Adresse "www.mpia-hd.mpg.de/suw/SuW/Termine.html". Anhang E: Literatur ----------------------------------------------------------------- Neben den im Text erwähnten Literaturhinweisen gibt dieses Verzeichnis auch einen Nachweis über Bücher, die bei der Erstellung des Billigfernrohr-FAQ geholfen haben. Als Literaturhinweise für Astronomie-Einsteiger sind sie insofern ungeeignet, als die Titel zum Teil vergriffen sind. Aktuelle Bücher zum Thema Astronomie findet der interessierte Leser in öffentlichen Büchereien sowie unter den Themen Physik oder Technik in größeren Buchhandlungen. Auch die Lektüre von Astronomie-Zeitschriften ist sehr zu empfehlen. Einige werden hier im Anhang F kurz vorgestellt. Barth, Karl-Ludwig (1997): Billigste Spiegelteleskope. Sterne und Weltraum 36(1): 69-71. Fölsing, Albrecht (1983): Galileo Galilei - Prozeß ohne Ende. Eine Biographie. München: Piper. Gaebert, Hans Walter (1972): Der große Augenblick in der Astronomie. Bayreuth: Loewes. Goodwin, Simon (1996): Mission Hubble. Das neue Bild des Universums. Deutsch von A. Rodoschegg und A. Voss. Augsburg: Bechtermünz. Herms, Uwe (1997): Im Zeichen des Kometen. Vereinigung am Fernrohr - wie Hale-Bopp aus Menschen in Ost und West Sterngucker macht. Die Zeit 52(15): 70. Kremb, Dieter (1997): Deep-Sky-Beobachtung mit einem 11,4cm Kaufhausteleskop. Interstellarum Nr. 10. Lindner, Helmut (1954): Lehrbuch der Physik für Techniker und Ingenieure. II. Teil Wärmelehre, Akustik, Optik. Leipzig: Fachbuchverlag Leipzig. Mallmann, Horst-G. (1974): Der Einsatz des Planetariums für den Schulunterricht. Zum fünfjährigen Bestehen des Glücksburger Planetariums. Glücksburg. Mannoff, Elke und Rainer (1998): Mit dem Kaufhaus-Teleskop ins australische Outback. Sterne und Weltraum 37(3): 282-283. Remmert, Elmar (1996): Ein 80-mm-Newton-Teleskop für 475,-- DM. Sterne und Weltraum 35(8-9): 666-670. Remmert, Elmar (1997): Das Siberia 110 - ein bemerkenswertes Spiegelteleskop für Anfänger. Sterne und Weltraum 36(11): 992-997. Rohr, Hans (7/1983): Das Fernrohr für jedermann. Mit einem Beitrag von Ing. H. Ziegler und einem Geleitwort von Prof. Dr. W. Brunner. Zürich und Schwäbisch Hall: Orell Füssli (1. Aufl. 1972). Rückl, Antonin (1990): Mondatlas. Hanau: Werner Dausien. Sauermost, Rolf (Red.) (1995): Lexikon der der Astronomie. Die große Enzyklopädie der Weltraumforschung in zwei Bänden. Heidelberg, Berlin, Oxford: Spektrum Akademischer Verlag. Schütte, Karl (1990): Welches Sternbild ist das? Mit 60 Sternkarten + Sternbilder-ABC. Stuttgart: Franckh-Kosmos. Schurig/Götz (1960): Himmelsatlas (Tabulae caelestes). Herausgegeben und neu bearbeitet von Karl Schaifers. 8. Auflage. Mannheim/Wien/Zürich: Bibliographisches Institut - Wissenschaftsverlag. Dr. Vehrenberg KG (1993): Eine kleine Okularkunde. (Werbeschrift) Düsseldorf. Verein für volkstümliche Astronomie Essen e.V. (Hrsg.) (1997): ad astra. 13. ATT Börse für Astronomie 19. April 1997. Essen. Weigert, Alfred/Zimmermann, Helmut (1979): abc der Astronomie. 6. Auflage. Hanau (Main): Dausien (1. Aufl. 1973). Widmann, Walter/Schütte, Karl (1977): Welcher Stern ist das? 60 Sternkarten mit einer Tabelle zum Bestimmen der Sternbilder in allen Jahreszeiten. 20., verbesserte Auflage. Stuttgart: Franckh-Kosmos (1. Aufl. 1952). Anhang F: Astronomische Zeitschriften ----------------------------------------------------------------- Wer sich für Astronomie interessiert, sollte sich nicht auf das Studium von Büchern beschränken, sondern auch regelmäßig einen Blick in die verschiedenen Astronomie-Zeitschriften werfen. Der Markt ist verhältnismäßig klein, und so wird der große Teil der astronomischen Zeitschriften im deutschsprachigen Raum von engagierten Hobby-Astronomen erstellt und zum Selbstkostenpreis im Abonnement vertrieben. Hier bekommt man für wenig Geld praxisorientierte Informationen, die man für sich nutzbar machen sollte. Folgend wird eine Auswahl von Zeitschriften kurz vorgestellt. "Sterne und Weltraum - Zeitschrift für Astronomie" erscheint in elf Ausgaben jährlich. Sie wird u.a. von H. Elsässer vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg-Königsstuhl herausgegeben und wird im Zeitschriftenhandel vertrieben (13 Mark pro Ausgabe, Stand: 1998). Sterne und Weltraum berichtet über ein breites Themenspektrum, das von Beobachtungen und Hilfsmitteln von Hobbyisten bis zu Aufsätzen zu neuen Ergebnissen professioneller astronomischer Forschung reicht. Weiterhin gehören u.a. aktuelle Beobachtungshinweise, die Einsetzbarkeit des Personal Computers für den Amateur-Astronomen sowie Hinweise auf aktuell erschienene Literatur zum festen Inhalt jedes Hefts. (Verlag Sterne und Weltraum Dr. Vehrenberg GmbH, Portiastraße 10, 81545 München, ISSN 0039-1263, Homepage: http://www.mpia-hd.mpg.de/suw/suw, E-Mail: quetz@mpia-hd.mpg.de) "Star Observer - Magazin für Astronomie und Weltraumforschung" wird ebenfalls über den Zeitschriftenhandel vertrieben und bezeichnet sich jüngst als "meistgekauftes Weltraummagazin 1997". In der Tat richtet sich die Zeitschrift an ein allgemein an Fragen der Kosmologie und der Raumfahrt interessiertes Publikum. Mit vielen großformatigen Fotos und Illustrationen werden aktuelle Ergebnisse bzw. Theorien aus der Forschung vorgestellt. Komplizierte Fragen anschaulich darstellen zu wollen ist jedoch nicht einfach, weil das physikalische Vorwissen der Leser eben beim bohrschen Atommodell endet und somit eigentlich nicht ausreicht. So besteht ständig die Gefahr, daß am Ende nur wenig mehr übrig bleibt als die Information: Stephen Hawking (engl. Astrophysiker) ist eben ein Popstar. Auch kann es dem Star Observer passieren, zwischen dem christlichen und dem wissenschaftlichen Weltbild vermitteln zu wollen (vielleicht liegt das daran, daß das Magazin in Österreich gemacht wird). Gleichzeitig werden T-Shirts oder Kaffeetassen mit Aufdrucken wie "Leben auf dem Mars?" feilgeboten. Der Star Observer ist dennoch eine lesenswerte Zeitschrift, zumal sie einen Amateurteil enthält, dessen Beiträge und Fotos auch demjenigen gerecht werden, der selbst Beobachtungen anstellen möchte. Beispielsweise kann der Anfänger sehen, was mit verschiedenen Amateurfernrohren z.B. fototechnisch machbar ist. Wie andere kommerzielle Astronomie-Zeitschriften ist der Star-Observer mit Anzeigen von Fernrohranbietern vollgestopft. Für den Anfänger ist das zur Orientierung durchaus wertvoll. Die Zeitschrift erscheint derzeit in sechs Ausgaben pro Jahr. Das Heft kostet 12 Mark. (Star Observer Verlag, Linzerstraße 63, A-3002 Purkersdorf bei Wien, Homepage: http://www.starobserver.com, E-Mail: info@starobserver.com) "Sky and Telescope" erscheint monatlich in Cambringe, MA und ist die populärste amerikanische Astronomie-Zeitschrift. Sie kostet 3,95 US-Dollar, ist jedoch im deutschen Bahnhofsbuchhandel leider nicht unter zwölf Mark zu haben (Stand 1997). Sky and Telescope wird auch in Deutschland von zahlreichen Amateuren gelesen. Wie auch die Zeitschrift Sterne und Weltraum bietet sie ein reichhaltiges Angebot an unterschiedlichsten Themen, die für den Hobby-Astronomen von Interesse sind. Von der englischen Sprache sollte sich niemand abschrecken lassen. Die astronomischen Themen erschließen sich auch dem weniger geübten englischen Leser überraschend gut. Man sollte es auf jeden Fall ausprobieren. (Sky Publishing Corporation, 49 Bay State Rd., Cambridge, MA 02138, ISSN 0037-6604; Homepage: http://www.skypub.com) "Interstellarum - Magazin für Deep-Sky-Beobachter" (ISSN 0946-9915). Wie der Titel schon sagt, handelt es sich um eine Zeitschrift, die sich ausschließlich mit lichtschwachen Objekten in der Ferne des Weltraums beschäftigt (vgl. Abschnitt 4.10). Interstellarum erscheint vierteljährlich und wird von der Fachgruppe Visuelle Deep-Sky-Beobachtung der Vereinigung der Sternfreunde e.V. (VdS), Heppenheim, herausgegeben. Die Zeitschrift ist ein Forum für Amateure, die über ihre Beobachtungen berichten, ihre Zeichnungen und Fotografien von Galaxien, Sternhaufen etc. zeigen und ihre Geräte und Arbeitstechniken erläutern. Interstellarum ist ein vorbildlich gemachtes Magazin, das auch den Blick für Anfänger (der Deep-Sky-Beobachtung) nicht verliert. Da die Konzentration auf das Thema Deep-Sky konsequent durchgehalten wird, ist Interstellarum für den vielseitig interessierten Astronomie-Einsteiger allerdings zu spezialisiert, zumal das Thema vorwiegend für Besitzer größerer Fernrohre interessant ist. Ein Probeheft kann gegen Einsendung von DM 7,-- in Briefmarken (Bei Sendungen ins Ausland DM 10,--) bei is-Abo-Service, Schafhofstraße 6, D-90556 Cadolzburg angefordert werden. Das Jahres-Abonnement kostet einschließlich des Versands innerhalb Deutschlands 28 Mark (Stand: 1997). Wie Jürgen Lamprecht (lamprecht@naa.net) am 13. Februar 1999 mitteilte, wird die Zeitschrift Interstellarum eingestellt. Das Heft Nr. 15 wird noch erscheinen. Nachgedacht wird über eine Nachfolgezeitschrift, allerdings bestehe eine "nicht unerhebliche Steuerproblematik", weil ein gemeinnütziger Verein wie die VdS (Vereinigung der Sternfreunde Deutschland) nicht ohne weiteres einen hohen Umsatz durch den freien Verkauf an Nicht-Mitglieder erwirtschaften darf, auch wenn damit kein Gewinn erzielt werden soll. "Sternkieker - Zeitschrift der Gesellschaft für volkstümliche Astronomie e.V. Hamburg" erscheint vierteljährlich als Vereinszeitschrift und kann auf eine bereits über dreißigjährige Tradition zurückblicken. Zwar berichtet der Sternkieker auch über vereinsspezifische Angelegenheiten der Gesellschaft für volkstümliche Astronomie (GvA), dennoch ist er auch für Nicht-Mitglieder interessant. So wird eine astronomische Vorschau über das Quartal gegeben, worin Mondphasen und Planetensichtbarkeiten angegeben sowie einige interessante Beobachtungsobjekte enthalten sind. Weiterhin berichten Astronomie-Amateure über ihre aktuellen Beobachtungen, die sie entweder allein oder zusammen mit anderen bei Teleskop-Treffen (das sind zum Teil regelmäßig stattfindende Ereignisse) gemacht haben. Hinzu kommen Erfahrungsberichte über technische Kniffe rund um das Teleskop und Buchbesprechungen. Der Bezug des Sternkieker kostet für vier Ausgaben einschließlich Postversand 30 Mark. Für fördernde oder Vollmitglieder der Gesellschaft für volkstümliche Astronomie ist der Bezug im Mitgliedsbeitrag enthalten. Ein Probeexemplar kann gegen Einsendung von DM 2,-- in Briefmarken bei folgender Anschrift angefordert werden: Gesellschaft für volkstümliche Astronomie e.V. im Planetarium, Hindenburgstraße Ö1, 22303 Hamburg. Die Redaktion ist auch per E-Mail über die Redakteure Andre Wulff (a.wulff@t-online.de) und Manfred Holl (m.holl@t-online.de) erreichbar (Stand: 1997). Von Amateuren gemachte Zeitschriften können nicht ständig in der Lage sein, ein "redaktionelles Konzept" geradlinig durchzuführen. Damit würden sie wahrscheinlich auch an Reiz verlieren. Werden solche Zeitschriften aber über Jahre gesammelt, so zeigt sich, wie sie ihre Kraft als Nachschlagewerk entfalten, indem der schmökernde Leser zu zahlreichen Themen etwas findet und sich so z.B. zu eigenen Aktivitäten anregen läßt. Freilich fällt es schwer, diejenigen zu kritisieren, die in ihrer Freizeit mit großem, oftmals vorher nicht abgeschätztem Zeitaufwand eigene Zeitschriften machen. Dennoch fehlt es - soweit der Herausgeber dies zu überblicken vermag - in den einschlägigen Amateur-Zeitschriften an Rubriken, die sich an den Anfänger wenden. Die Autoren glänzen gern mit ihren Fachkenntnissen und untermauern dies mit den entsprechenden Fachausdrücken, statt Dinge zu beschreiben, die für sie unendlich banal sind, die jedoch für den Anfänger von entscheidender Bedeutung wären. Dieser Hinweis sei astronomischen Vereinigungen, die offenbar gerade in den letzten Jahren über Nachwuchssorgen klagen, hier ans Herz gelegt. ***************************************** Für Hinweise auf weitere Zeitschriften zum Thema Astronomie ist der Herausgeber jederzeit dankbar. ***************************************** Anhang G: Kritik am Billigfernrohr-FAQ ----------------------------------------------------------------- moritz@ipers1.e-technik.uni-stuttgart.de (Realname unbekannt), schrieb am 21.03.1997 in z-netz.wissenschaft.astronomie.allgemein unter dem Betreff "Re: Billigfernrohr-FAQ - Text": "Mir tut der Anfänger schon leid, der dem Rat des FAQs folgend sich ein Wackelfernrohr kauft. Der Tenor, daß ein Billigfernrohr ein brauchbarer Einstieg darstellt, daß man sich nur an das Gewackel zu gewöhnen braucht, und wenn es doch nicht paßt, halt die Hälfte wegschmeißt und sich eine bessere Montierung bastelt(!), ist der denkbar schlechteste Rat. Auf der anderen Seite empfiehlst Du für Feldstecher, durchaus einiges für Qualität auszugeben (als ob man bei einem Wackelfernrohr mehr fürs Geld kriegt). Das amerikanische Astro FAQ ist da wesentlich wertfreier und informativer (siehe: http://www.scs.uiuc.edu/~nash/saa-faq.html). Ich würde doch sehr darum bitten, den Text etwa wie folgt umzustrukturieren: 1) Warum man kein Kaufhausfernrohr kaufen sollte 2) Alternativen: 2a) Feldstecher 2b) Selbstbau, z.B. aus Tele + Okular 2c) Informationsbesuch bei einer Volkssternwarte oder Astro-Klub. 3) Wer nun mal ein Wackelfernrohr hat, wie kann er sich damit arrangieren? Gruss, Moritz" Aus einer E-Mail von Wolfgang Schliep (WSchliep@compuserve.com, 14.04.1997) an den Herausgeber: "Ich bin mittlerweile auch Besitzer eines etwas teureren Fernrohrs, aber mir geht es darum, falls ich z.B. von Bekannten angespochen werde bzgl. der Anschaffung eines Einstiegsteleskops, evtl. ein paar Hinweise liefern zu können. Es ist ja nun gerade als Anfänger, wie jeder weiß, sehr schwer, sich zum Kauf eines teuren Gerätes zu entschließen - selbst wenn man das Geld übrig hat, zumal einem das Know-How zur Beurteilung und zum Vergleich fehlt, bzw. meistens eine genauere Vorstellung davon, welche Schwerpunkte man entwickeln möchte, und welche Ausstattung dafür am ehesten taugt. Insofern ist ein logischer Schritt die Anschaffung eines 'billigen' Teleskops - und wenn die ersten bescheidenen Ergebnisse dann ausreichen, die Begeisterung für das 'Sternegucken' zu wecken, ist ja der Zweck zum guten Teil schon erfüllt! Außerdem: Was ist der 'Rat' von alten Hasen wert im Vergleich zum eigenen Ausprobieren - in Ruhe und mit eigenem Gerät, und sei es auch einfach! Kurz und gut: ich finde die Beschäftigung mit 'Billigteleskopen' durchaus angebracht und sinnvoll." Aus einer E-Mail von Markus Haacke (Haxe@power.eanet.de, 6.1.1998) an den Herausgeber: "Wie der Zufall es will, interessiert sich auch ein Bekannter von mir seit kurzer Zeit für Astronomie, und er hat mir Dein "Billigfernrohr-FAQ" zukommen lassen. Eine echt gute Informationsquelle für absolute Anfänger wie mich. ;-) Die FAQ gefällt mir echt gut, obwohl ich mich erstmal daran gewöhnen mußte, daß darin so "radikale" Verbesserungsvorschläge stehen. Jemand, der sein Teleskop gerade erst ein paar Tage besitzt, es noch hätschelt und tätschelt, der schluckt erstmal, wenn er liest, daß er die Hälfte des Gerätes am besten erstmal wegschmeißt, um sich dann eine ordentliche Konstruktion dafür zu basteln! ;-) Dachte ich zu Weihnachten noch, ich hätte ein weiß Gott wie teueres Instrument geschenkt bekommen, so muß ich heute allerdings feststellen, daß mein Teleskop gerade so mit brauchbaren Werten ausgestattet ist. Macht aber nix, wie steht doch schon im FAQ? Besser ein Billig-Fernrohr, als gar kein Fernrohr!" Anhang H: Grundsätzliches zum Text (Das Kleingedruckte) ----------------------------------------------------------------- Das Angebot an Kauf- und Versandhausfernrohren ist vielfältig und wechselt ständig. Somit ist ein Überblick über das aktuelle Angebot und die unterschiedlichen Qualitätsmerkmale von Geräten im Einzelfall nicht möglich. Der Herausgeber übernimmt folglich keine Gewähr dafür, daß die in diesem Text beschriebenen Sachverhalte für alle Kauf-, Versandhaus- oder andere Fernrohre oder Geräte zutreffen. Vielmehr sind Abweichungen in Funktionsmerkmalen und Güte niemals auszuschließen. Ebenfalls sind die hier aus Beiträgen verschiedener Mailbox-Teilnehmer zitierten Textstellen ohne Gewähr für ihre inhaltliche Richtigkeit wiedergegeben. Es wird davon ausgegangen, daß die zitierten Personen durchaus eigene Erfahrungen gemacht haben, wenn sie sich mailboxöffentlich äußern. Für Nachfragen sollten die in Anhang I angegebenen E-Mail-Adressen genutzt werden. Sofern sich diese geändert haben, kann man versuchen, die neue Adresse über eine öffentliche Rubrik zu erfragen. Die unentgeltliche Ankündigung oder Verbreitung dieses Texts in Computernetzen ist erlaubt und sehr erwünscht. Eine kommerzielle Verwertung ist jedoch ebenso ausgeschlossen wie die Nutzung zu Werbezwecken. Weil der Herausgeber auch anderweitig viel beschäftigt ist, muß der Aufwand zur Erstellung des FAQ möglichst gering bleiben. Deshalb beschränkt sich die Darstellung ausschließlich auf Text und verzichtet auf den heute üblichen Multimedia-Hokuspokus. Um die Einheit des Dokuments zu wahren (eine einzige Datei, damit nichts verlorengeht), sind auch die erforderlichen Skizzen nach Altväterart in Form von ASCII-Grafiken erstellt worden. Somit ist es sinnvoll, das FAQ mit einem Textfont darzustellen, dessen Zeichen von einheitlicher Breite sind (nicht proportionale Schrift, z.B. "Courier"). Die Stilwechsel im Text sind beabsichtigt, um die Lektüre aufzulockern. Sofern die aus Newsgroups zitierten Autoren Rechtschreibfehler gemacht haben, wurden diese hier stillschweigend korrigiert. Der Herausgeber bemüht sich nach bestem Wissen um die bisher gültigen Regeln der Rechtschreibung - komme was da wolle! Anhang I: Die Autoren des FAQ ----------------------------------------------------------------- Nicht immer sind die im Text zitierten E-Mail-Adressen noch aktuell. Um den Leserinnen und Lesern dennoch die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme mit den Autoren zu geben, werden die Adressen und ggf. Homepages der Mitautoren des FAQ an dieser Stelle nach Möglichkeit gepflegt. Auch die Daten dieser Liste werden jedoch nicht in jedem Fall aktuell sein. Insofern wird zur Suche nach Personen auf die im World Wide Web inzwischen zahlreich arbeitenden Suchmaschinen verwiesen, mit deren Hilfe sich aktuelle E-Mail-Adressen ausfindig machen lassen. Jens Bohle Mail: JBohle@t-online.de Michael Breite Mail: MSBREITE@aol.com Heiko Diekmann Mail: hdiekmann@hqsys.antar.com Georg Dittie Mail: g.dittie@tronet.de WWW : dittie.thermografie.de/~georg Andreas Domenico Mail: Andreas.Domenico@t-online.de Walter Fedderwitz Mail: Walter_Fedderwitz@hb2.maus.de Rene Goerlich Mail: goerlich@tfh-berlin.de Marcus Haacke Haxe@power.eanet.d Heiko Hamann Mail: heiko@mycroft.ping.de Roland Jenke Mail: jenke@conti.de Franz Katz Mail: 107422.2147@CompuServe.com Philipp Keller Mail: AstroOptik@t-online.de Andre Knoefel Mail: aknoefel@dwd.d400.de aknoefel@dip.de Stefan Korth Mail: Stkorth@aol.com Silvia Kowollik Mail: SJKowollik@t-online.de Jürgen Lamprecht Mail: lamprecht@naa.net Dominik Notz Mail: ITF1@allgaeu.org Thomas Pfleger Mail: th.pfleger@abbs.heide.de Wolfgang Schliep Mail: WSchliep@compuserve.com Wolfgang Strickling Mail: WStrickli@aol.com WWW : members.aol.com/WStrickli Autoren mit unbekanntem Realnamen: dos@trashcan.mcnet.de moritz@ipers1.e-technik.uni-stuttgart.de Anhang K: Versionengeschichte ----------------------------------------------------------------- Version 1 (Länge 84 kB, 19. März 1997) erscheint als Fragment. Vorwiegend der Abschnitt 4 mit Beobachtungshinweisen ist noch ohne Inhalte. Version 2 (Länge 116 kB, 18. Mai 1997) wurden folgende Abschnitte hinzugefügt: - Spektive als Astrofernrohr? - Von Walter Fedderwitz - Russischen Pistolenvisier "Tayga" als Sucher - Wärmeschutzblende zur Sonnenbeobachtung - Neblige Objekte und indirektes Sehen - Pflege von Teleskopspiegeln - Von Georg Dittie - Sonnensucher nach Frank Möller - Prinzipielle Kritik am Billigfernrohr-FAQ (Anhang) Weiterhin wurden dem Abschnitt "Wo Qualitätsfernrohre beginnen" einige derzeit übliche Preise für Gebrauchtfernrohre beigegeben. Die Hinweise zu Astronomiebörsen wurden mit einem Bericht von der ATT in Essen ergänzt. Schließlich wurden die Literaturangaben in ihrer Form vereinheitlicht. Version 3 (Länge 141 kB, 20. Februar 1998): - Der Absatz über russische Newton-Spiegelteleskope in Abschnitt 2.5 wurde erweitert und um einen Absatz über das Teleskop Siberia 110 ergänzt. - Dem Abschnitt 2.9-Okulare wurden Ergänzungen hinzugefügt. - Abschnitt 4.10 über neblige Objekte und indirektes Sehen wurde umstrukturiert und erweitert. - Der Abschnitt 4.7 über die Jupiterbeobachtung wurde erweitert. - Abschnitt 5.2 über Metallfüße für einfache Stative von Markus Haacke wurde eingefügt. - Abschnitt 6 wurde umstrukturiert und durch Tips zum Vorgehen beim Kauf eines Gebrauchtfernrohrs erweitert. - Im Schlußwort werden nun Eltern auf ihre Verantwortung hingewiesen, ihre Kinder z.B. beim Kauf eines hochwertigen Gebrauchtgeräts zu unterstützen, statt ins Kaufhaus zu rennen. - Die Daten der Astrobörsen wurden für das Jahr 1998 aktualisiert. - Der Anhang über astronomische Zeitschriften wurde eingerichtet. - Dem Anhang mit prinzipieller Kritik wurde eine Meinungsäußerung hinzugefügt. Version 4 (Vorab-Ausgabe 13.12.1998, Länge 173 kB) wurde als Weihnachts-Vorabveröffentlichung ausgegeben. Der Text entspricht praktisch der Version 4, die am 11. April 1999 dann offiziell ausgegeben wurde. Version 4 (Länge 174 kB, 11. April 1999): - Der Anhang mit Hinweisen zu den Autoren des FAQ wurde eingerichtet. - Aufgenommen wurde der Beitrag von Wolfgang Strickling über die "Russentonne", das verbreitete russische 1000 mm Spiegelobjektiv, als Astrofernrohr sowie weitere Äußerungen und Hinweise zu dem Gerät. - Ein zunächst noch unvollständiger Abschnitt über Mondbeobachtung wurde eingefügt. - Als Abschnitt 5.10 wird die Behandlung des Themas "allgemeine Fernrohrpflege" angekündigt. - Hinzugekommen ist der Beitrag von Heiko Diekmann über das russische Fernglas "Kronos 20x60" - Der Abschnitt über Ferngläser wurde außerdem um eine kurze Einschätzung von Roland Jenke erweitert. - Abschnitt 1 wurde aufgegliedert, und die darin enthaltenen Tips für geeignete Bekleidung wurden durch Beiträge verschiedener Netzteilnehmer stark erweitert. - Abschnitt 2.5 über Newton-Teleskope wurde neu untergliedert und um einen Erfahrungsbericht zum Aldi-Teleskop von Dominik Notz erweitert. - Abschnitt 3 über die Astrofotografie wurde umformuliert und ergänzt. - Ein Hinweis auf die Veränderungen bei der Zeitschrift "Interstellarum". . . . --------------- ' --------------------------------------- Dipl.-Pol. Frank Möller studierte Politikwissenschaft und Informatik an der Universität Hamburg. ' f.moeller@cl-hh.comlink.de www.jura.uni-hamburg.de/~fmoeller ----------------------------------------------------------------- . . . ' Frank Moeller --- ------------------------------------------------------- Where will we be taken today? ... ' ## CrossPoint v3.02 ##